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Die Entwicklung eines Babys Monat für Monat

Die Entwicklung eines Babys Monat für Monat

Vieles läuft bei allen Kindern in der gleichen Reihenfolge ab. Dabei kommt es aber nicht auf Tage oder Wochen an; jedes Kind hat Spielraum für seine ganz persönlichen Meilensteine. Es gibt auch Entwicklungsbesonderheiten, die vererbt sind – so zum Beispiel das Sprechen, das beim einen Kind früher, beim anderen später einsetzt. Falls Sie sich Sorgen über die Entwicklung Ihres Babys machen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt darüber. Oder wenden Sie sich an die Fachstelle für Mütter- und Väterberatung in Ihrem Kanton; hier erhalten Sie während der ersten drei Lebensjahre Ihres Kindes kostenlos Hilfe.

 

Monat 1:

  • Kopf hoch: Die Nackenmuskulatur Ihres Babys wird kräftiger, es kann den Kopf sogar einige Momente vom Boden heben und drehen, wenn es auf dem Bauch liegt. Stützen Sie seinen Kopf aber weiterhin immer gut, denn es kann ihn noch nicht allein halten.
  • Arme und Beine erforschen: Jetzt, mit der Erforschung seines Körpers, merkt Ihr Baby, das seine Arme und Beine zu ihm selbst gehören. Als Erstes entdeckt es seine Hände und Füsse.
  • Saugen: Das Saugen ist sehr wichtig für Babys; sie brauchen es zur Selbstregulation, also um sich selbst zu beruhigen oder zu entspannen.
  • Hören: Das Neugeborene hört bereits ab Geburt sehr gut und erkennt deshalb die Stimme der Mutter und des Vaters.
  • Geräusche produzieren: Ihr 1 Monat altes Baby gurgelt, kräht, grunzt oder summt jetzt vielleicht, um seine Gefühle auszudrücken. Krähen, gurgeln, summen und grunzen Sie zurück – Ihr Kleines freut sich, wenn Sie mit ihm auf diese Weise konversieren, ihm Antwort geben. Einige Babys beginnen schon früh mit Quietschen und Lachen.
  • Wiedererkennen: Ihr Baby wird Ihren Blick nun schon länger erwidern können. Obwohl es Sie schon erkannt hat, als es nur wenige Tage alt war, wird es das erst gegen Ende des Monats zeigen können. Etwa bei der Hälfte aller Säuglinge erlebt man in diesem Alter Anzeichen der Wiedererkennung, indem sie anders auf Mama und Papa reagieren als auf Fremde. Ihr Baby könnte ruhiger werden und Augenkontakt aufnehmen; manche Babys lächeln sogar schon, wenn sie ihre Eltern erblicken.
  • Musik hören: Jetzt, da Ihr Baby längere Phasen am Stück wach ist, können Sie die Zeit nutzen, um seine Sinne anzuregen. Singen Sie ihm Kinderlieder, oder spielen Sie ihm Musik vor – aber überfordern Sie es nicht. Auch schon der Klang von Windspielen oder eine tickende Uhr wird Ihr Baby faszinieren.
  • Aufmerksamkeit erhöhen: Nachdem Ihr Kind gelernt hat, mit beiden Augen zu fokussieren, kann es jetzt sich bewegende Dinge mit den Augen verfolgen. Von einer einfachen Babyrassel, die vor seinem Gesicht leicht geschüttelt wird, kann es völlig in Bann gezogen werden.  Oder bewegen Sie Ihr Gesicht langsam und dicht vor seinem Gesicht hin und her – seine Augen werden Ihren Augen folgen.
  • Körperkontakt schenken: Ihr Kind braucht viel Körpernähe, das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Eine schöne Möglichkeit ist, es im Tragtuch bei sich zu tragen.

Monat 2:

  • Das erste echte Lächeln: In diesem Monat erleben Sie das erste echte, strahlende, zahnlose Lächeln Ihres Kindes – mit Sicherheit eines der herzergreifendsten Erlebnisse bisher mit Ihrem Baby!
  • Bunte Muster und Farben: Bis zum Alter von 2 Monaten mag Ihr Baby zweifarbige, einfach strukturierte Dinge. Jetzt fängt es an, sich für detaillierte und komplizierte Muster, Farben und Formen zu interessieren. Geben Sie Ihrem Kind daher möglichst viele unterschiedliche Gegenstände zum Anschauen und Befühlen.
  • Längere Schlafabschnitte: Die meisten Babys in diesem Alter schlafen noch nicht durch und möchten immer noch mitten in der Nacht gefüttert werden. Manchmal sogar mehrmals. Das ist vollkommen natürlich – Durchschlafen wäre in diesem Altern nicht natürlich. Freuen wird Sie aber, dass Ihr Baby nun länger schläft und auch längere Zeiträume wach bleibt. Die meisten Babys haben 2 bis 4 längere Schlafperioden und sind etwa 10 Stunden wach.
  • Kontrollierte Bewegungen: Die ruckartigen Arm- und Beinbewegungen eines Neugeborenen sind verschwunden, Ihr Baby bewegt sich nun sanfter und runder. Ausserdem wird es ab jetzt Dinge bewusst greifen, das Loslassen kommt erst später.

Monat 3:

  • Kopf hoch: Ihr Baby kann in der Rückenlage den Kopf für einige Minuten vom Boden heben. Auf dem Bauch liegend wird es dann vielleicht Kopf und Schultern vom Boden heben und so eine Art Mini-Liegestütze machen. Sie können es dazu ermuntern, indem Sie vor ihm sitzend ein Spielzeug baumeln lassen.
  • Bessere Arm-, Hand- und Beinkoordination: Ihr Baby kann nun mit den Armen winken und mit den Beinen strampeln. Wenn Sie es mit den Füssen auf den Boden stellen, sollte es seine Beine nach unten drücken können. Es kann ausserdem die Hände zusammenbringen und seine Finger öffnen, obwohl es vermutlich noch mit geschlossener Faust nach bewegten Objekten schlagen wird. Die Entwicklung der Handkoordination können Sie fördern, indem Sie Ihrem Kind Spielzeug hinhalten und warten, bis es danach greift.
  • Schlafgewohnheiten: Der Schlaf ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Im 3. oder 4. Monat pendeln sich die Schlafgewohnheiten bei den meisten Babys ein. Manche können jetzt in der Nacht bereits durchschlafen und wachen nur noch für gelegentliches Stillen auf. Andere werden noch nicht die volle Nachtruhe finden.
  • Mama und Papa klar erkennen: Ihr Baby hat mittlerweile eine starke Bindung zu Ihnen entwickelt, Ihr Gesicht ist ihm vertraut. Und es wird zwar immer noch fast jeden Fremden anlächeln, besonders wenn der- oder diejenige ihm direkt ins Gesicht schaut und mit ihm schäkert oder redet. Aber es unterscheidet langsam zwischen Menschen und wird den einen dem anderen vorziehen. Der Parietallappen (auch Scheitellappen genannt), also der Teil des Gehirns, der für Hand-Augen-Koordination zuständig ist, entwickelt sich nun rasant. Und der Schläfenlappen, der massgeblich am Hören, Sprechen und Riechen beteiligt ist, wird ebenfalls aktiver und empfänglicher. Deshalb: Wenn Ihr Baby jetzt Ihre Stimme hört, wird es sich Ihnen direkt zuwenden und gurgeln oder Ihnen mit einem anderen Geräusch antworten.
  • Frühe Sprachentwicklung: In dieser Phase nimmt Ihr Kleines zum ersten Mal die Sprache intensiv wahr. Wenn Sie mit ihm sprechen, speichert es die Informationen in seinem schnell wachsenden Gedächtnis, es kann sie nur noch nicht wiedergeben. Wenn die Eltern bilingual sind und möchten, dass Ihr Kind mehr als eine Sprache lernt, sollte jedes Elternteil in der eigenen Muttersprache mit ihm sprechen.
  • Tastsinn und Körperkontakt: Den sich immer mehr verfeinerndenTastsinn Ihres Babys können Sie bei Lust und Laune mit Materialien anregen. Wenn Sie Ihr Kind berühren, tragen und massieren, entspannt es sich und entwickelt ein Körpergefühl. Ausserdem stärken Sie mit Körpernähe die Bindung zu Ihrem Kind. Versuchen Sie es doch einmal mit einer Babymassage. Ihre Hebamme kann Ihnen zeigen, wie es geht.
  • Interaktion: Noch steht Ihr Baby auf «Empfang», d. h. es zieht seine Schlüsse aus dem, was sich in seiner Umgebung tut. Es wird aufmerksam Ihrer Stimme lauschen. Wenn Sie mit ihm spielen und sprechen, ermutigen Sie es zu eigenen Äusserungen. Auch im Umgang mit anderen Menschen wird Ihr Baby nun aufgeschlossener und zeigt zunehmend Anteil an Interaktionen.
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