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Die Entwicklung eines Babys Monat für Monat

Die Entwicklung eines Babys Monat für Monat

Vieles läuft bei allen Kindern in der gleichen Reihenfolge ab. Dabei kommt es aber nicht auf Tage oder Wochen an; jedes Kind hat Spielraum für seine ganz persönlichen Meilensteine. Manchmal sind auch Entwicklungsbesonderheiten zu beobachten, die vererbt sind – so zum Beispiel das Sprechverhalten: Wenn Sie selbst einst zu den sprachlichen Frühzünderinnen gehört haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Ihrem Kind ebenso ergeht.  Falls Sie sich Sorgen über die Entwicklung Ihres Kindes machen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt darüber.

 

Monat 4:

  • Stillen: Die Muttermilch ist leicht verdaulich und immer noch die beste Nahrung für ihr Kind. Die WHO (World Health Organization) empfiehlt, das Kind in den ersten 6 Lebensmonaten ausschliesslich zu stillen. Obwohl es schön ist zu sehen, dass Ihr Kind immer mehr auf seine Umwelt reagiert, braucht das Stillen jetzt auch etwas mehr Nerven, denn das Baby lässt sich leicht ablenken. Suchen Sie sich deshalb zum Stillen einen ruhigen Ort.
  • Drehen: Ihr Baby fängt jetzt an, in der Bauchlage seinen Kopf und die Schultern vom Boden zu heben, indem es sich auf die Arme stützt. Diese Mini-Liegestütze kräftigt seine Muskeln, und es verschafft sich so einen besseren Überblick über das, was im Raum passiert. Vielleicht überrascht Ihr Kind Sie (und sich selbst) durch Herumrollen vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt. Freuen Sie sich mit ihm, denn Ihr Baby braucht diese Rückversicherung, zumal ihm die Aktion womöglich nicht ganz geheuer vorkommt.
  • Feste Nahrung: Bis zum 6. Monat bekommt Ihr Kind noch alle nötigen Nährstoffe durch die Muttermilch oder durch die Säuglingsnahrung aus der Flasche. Für die Einführung von Beikost wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, an die Mütter- und Väterberaterin oder an Ihre Stillberaterin. Viele Ärzte und die WHO (World Health Organization) raten von fester Nahrung vor dem 6. Lebensmonat ab.
  • Strecken, greifen und in den Mund stecken: Ihr Baby kann sich nun lang machen und nach Gegenständen greifen, auch wenn das nicht immer auf Anhieb klappt. Sobald es den Gegenstand in seiner kleinen Faust hat, wird es ihn einen Moment betrachten und dann in seinen Mund stecken. Ermutigen Sie Ihr Baby, verschiedene Dinge zu entdecken und damit zu spielen – zum Beispiel mit Stoffwindeln, Babyrasseln, einer Glocke mit Schnur dran. Beim Zusammenknüllen und wieder Loslassen des Stoffs oder beim Ziehen an der Glockenschnur entdeckt Ihr Kind Ursache und Wirkung. Achten Sie darauf, dass die Gegenstände nicht zu klein sind, um zu vermeiden, dass Ihr Kind sich daran verschluckt.
  • Zahnen: Vielleicht speichelt Ihr Baby nun stärker. Bei manchen beginnt jetzt bereits das Zahnen, aber die kleinen Beisserchen zeigen sich meist erst nach dem 6. Monat. Um die Schmerzen zu lindern, streckt Ihr Kind die Faust in den Mund. Einige Säuglinge bekommen vom Zahnen Fieber und Durchfall und/oder schlafen schlecht.
  • Alleine beschäftigen: Ihr Kind kann sich mit 4 Monaten auch schon einige Minuten selber beschäftigen. Dann, wenn es im Zimmer nebenan plötzlich ungewöhnlich ruhig ist, spielt es vielleicht selbstvergnügt mit seinen Händen und Füssen.
  • Sprache: Forscher glauben, dass 4-monatige Babys die meisten Grundlagen ihrer Muttersprache bereits verstehen. Mit etwa 6 Monaten entwickelt das Kind die Fähigkeit, selbst erste Sprachgeräusche zu produzieren, z. B. «Ma-ma» oder «Pa-pa». Doch  in dieser Phase verbindet es diese Laute noch nicht mit seinen Eltern. Es kann sich jedoch schon an Spielen beteiligen, in denen es nachsprechen, also Ihre Laute imitieren soll. Damit schärft es seinen Sinn für Kommunikation.
  • Vorliebe für Farben: Babys können zwar von Geburt an sehen, aber sie haben am Anfang Schwierigkeiten, ähnliche Farbtöne wie etwa Rot und Orange auseinanderzuhalten. Deshalb bevorzugen sie zunächst Schwarz und Weiss oder andere starke Kontraste. Zwischen dem 2. und 4. Monat erkennt Ihr Kind die Farbunterschiede deutlicher und kann Schattierungen identifizieren. Tolle Blickfänger sind Mobiles in Primärfarben, helle Bilder und ausdruckstarke Bilderbücher.
  • Wählerischer mit Menschen: Ab dem 4. Monat wird Ihr Baby mit Strampeln und Armwedeln auf Ihre Anwesenheit, Stimme und Mimik reagieren. Bisher hat es wahrscheinlich jeden mit einem Lächeln begrüsst, nun wird es kritischer. Gönnen Sie ihm Angewöhnungszeit, wenn es Fremde kennenlernt – z. B. auch im Falle des Babysitters.

Monat 5:

  • Ohne Hilfe sitzen: Die körperliche Entwicklung Ihres Babys schreitet jetzt rasant voran. Wenn Sie es auf den Bauch legen, wird es die Arme und Beine ausstrecken und den Rücken krümmen. Es wird Kopf und Schultern vom Boden abheben. Vielleicht kann es auch schon für einen Augenblick ganz alleine sitzen – bleiben Sie trotzdem nahe bei ihm, und verhindern Sie ein Umkippen. Ermutigen Sie es, mit dem Gesicht Richtung Boden zu spielen: Wenn es den Kopf heben muss, um Spielzeug anzusehen, stärkt das seine Nackenmuskulatur und verbessert die Kontrolle über den Kopf – beides sind wichtige Voraussetzungen für das Sitzen.
  • Erweiterung des Sprachrepertoires: Jeden Tag lernt Ihr Baby Neues aus Ihrer Sprache hinzu – und antwortet mit Geräuschen, Prusten mit der Zunge zwischen den Lippen und Blubbern.
  • Selber essen und gemeinsame Mahlzeiten: Obwohl Ihr Kind seine Flasche schon selber halten kann, ist es nicht gut für die (wachsenden) Zähne, wenn es zu oft daran nuckelt, sofern etwas anderes als Wasser (z. B. gesüssten Tee) darin ist. Mit 6 Monaten wird es ohne Hilfe gerade sitzen und auch kleine Stücke vom Teller aufnehmen können. Nutzen Sie jetzt die Mahlzeiten noch, um ein wenig zu knuddeln und Ihr Kleines zu bemuttern – es wird seine Unabhängigkeit früh genug einfordern. Vielleicht zeigt es Ihnen zudem, dass es für feste Nahrung bereit ist: Der Reflex, den Löffel mit der Zunge aus dem Mund zu schieben, lässt nach. Sie können jetzt die Mahlzeiten für die ganze Familie machen – so wird das Essen ein Teil von Babys sozialem Gefüge. Achten Sie jedoch darauf, das Essen für Ihr Kind im 1. Lebensjahr nicht zu salzen und nicht zu zuckern.
  • Ursache und Wirkung: Ihr Kind begreift, dass einfache Handlungen immer etwas bewirken. Es könnte jetzt Sachen fallen lassen,  nur um zu sehen, wie sie fallen oder ob Sie sie aufheben. Das kann ermüdend sein, aber versuchen Sie sich daran zu gewöhnen – in ein paar Wochen wird diese Tätigkeit dann sogar von einem fröhlich-verschmitzten Kichern begleitet.
  • Kleine Dinge und Pastellfarben sehen: Ihr Baby wird immer besser darin, auch sehr kleine Gegenstände zu sehen und bewegte Objekte mit den Augen zu verfolgen. Das ist die Grundlage für kleine Versteckspiele … Ausserdem kann Ihr Kind nun nicht mehr nur die Primärfarben unterscheiden, sondern auch leicht unterschiedliche Pastelltöne.
  • Feinschliff des Gehörs: Ihr Baby erkennt nun, woher Geräusche kommen, und wird sich blitzschnell nach neuen umdrehen. Es wird nun aufmerksam Ihren Mund beobachten, wenn Sie sprechen, und versuchen, Betonungen nachzuahmen und Konsonanten wie «m» und «b» von sich zu geben. 5-Monatige können ihren eigenen Namen verstehen – achten Sie mal darauf, wie Ihr Kind seinen Kopf dreht, wenn Sie mit anderen über es reden.
  • Leicht ablenkbar: Wird Ihr Kind im Einkaufsladen quengelig, können Sie es für kurze Zeit leicht ablenken. Schneiden Sie Grimassen, singen Sie etwas, klatschen Sie in die Hände, oder geben Sie ihm einen ungefährlichen Gegenstand in die Hände.
  • Gefühlsausdruck: Babys können ihre Gefühle noch nicht so ausdrücken wie Erwachsene. Aber sie können durchaus zeigen, ob sie hungrig, glücklich oder gelangweilt sind. Es wird Ihnen gegenüber in diesem Alter sehr anhänglich sein, wird die Ärmchen nach Ihnen recken, damit Sie es auf den Arm nehmen, und weinen, wenn Sie den Raum verlassen. Es wird Sie jetzt auch umarmen und küssen. Wenn es seinen Humor entdeckt, wird es über lustige Mimik oder Gesten von Ihnen lachen und versuchen, Sie ebenfalls zum Lachen zu bringen.

Monat 6:

  • Kleine Forscherhände: Etwa mit 6 Monaten hat Ihr Baby seine Hände so weit unter Kontrolle, dass es sich Gegenstände heranziehen kann. Zudem könnte es entdecken, dass das Los- oder Fallenlassen ebenso lustig ist wie das Aufheben. Das macht seine Welt interessanter und Ihre etwas chaotischer.
  • Links- oder Rechtshänder? Noch ist es zu früh, um das festzustellen. Die meisten Babys in diesem Alter zeigen eine Zeit lang eine Vorliebe für die eine Hand, dann wechseln sie zur anderen. Echte Links- oder Rechtshändigkeit kristallisiert sich erst im Alter von 2 oder 3 Jahren heraus.
  • Herumdrehen: In diesem Alter lernen die meisten Babys, sich in jede Richtung zu drehen. Halten Sie deshalb immer eine Hand auf Ihrem Baby, wenn es erhöht liegt, z. B. beim Windelwechseln, auf dem Sofa oder dem Elternbett.
  • Höchste Aufmerksamkeit: Auch wenn sich schon Ansätze des Fremdelns zeigen, stehen 6 Monate alte Babys ihrer Umwelt in der Regel sehr offen gegenüber. Und jeder, der sich ihm mit hochgezogenen Augenbrauen und einem Lächeln nähert, wird sofort als Freund betrachtet. Aber keine Sorge – sein Ein und Alles sind immer noch Sie! Ihr Baby lernt auch, dass sich sein Benehmen auf Sie auswirkt – sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht. Daher wird es damit beginnen (und das wird lange so bleiben), mit allen Mitteln Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen
  • Gefühlsausdruck: In den nächsten Monaten wird Ihr Kind ganz persönliche Methoden – weit über das Weinen hinaus – entwickeln, um Ihnen mitzuteilen, was es denkt, möchte und braucht.
  • Wechselspiele: 6 Monate alte Babys lieben Wechselspiele, besonders solche, die Töne und Sprache beinhalten. Lassen Sie ab und an Ihr Baby die Führung übernehmen, und imitieren Sie seine Töne und Geräusche. Wenn Sie an der Reihe sind, können Sie ihm mit eigenen Geräuschen (z. B. Tiergeräuschen) eine Freude machen und ihm gleichzeitig etwas beibringen.
  • Sehqualität und Plappern: Mit 6 Monaten hört und sieht Ihr Baby seine Welt so klar wie ein Erwachsener. Auch seine
    Kommunikationsfähigkeit entwickelt sich rasant. Dazu gehören Quietschen, Blubbern, schnelle Wechsel der Tonhöhen und Plappern. Etwa die Hälfte aller Kinder in diesem Alter plappert. Sie wiederholen dabei eine Silbe wie «ma», «pa» oder «ga» oder eine andere Konsonant-Vokal-Verbindung. Das wiederholen sie gerne immer wieder. Sie können Ihr Kind dazu ermutigen, indem Sie zurückplappern.
  • Sinne stimulieren: Ihr Baby nutzt alle seine Sinne, um die Welt um sich herum zu erkunden. Umgeben Sie es immer wieder mit interessanten Dingen zum Anfassen, zum In-den-Mund-Stecken und Spielen, z. B. mit Gummibällen, Stoffstücken, Stofftieren (evtl. mit Tönen) und Zahnring etc. Achten Sie aber immer darauf, dass Ihr Kind nicht zu kleine Teile zu fassen kriegt, denn diese könnte es verschlucken.
  • Bilderbücher: Ihr Kind geniesst es, wenn Sie ihm Bilder zeigen, vielleicht gar in einem Bilderbuch mit dazugehöriger Geschichte. Es wird Ihnen eine gewisse Zeit lang aufmerksam zuhören und neben ihren Erzählungen die schmusige Zweisamkeit ebenso geniessen wie Sie.
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