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Ist mein ungeborenes Kind gesund? Welche Untersuchungen sind jetzt möglich?

Ist mein ungeborenes Kind gesund? Welche Untersuchungen sind jetzt möglich?

Pränatale Diagnostik kostet kaum Zeit, gibt aber Aufschluss darüber, ob Ihr Baby gesund ist – allerdings ohne Sicherheitsgarantie. Pränatale Diagnostik dient lediglich der Risikoberechnung, und noch immer verzichten sehr viele Paare darauf. Denn niemand ist verpflichtet, solche Untersuchungen vornehmen zu lassen; es besteht ein Recht auf Nichtwissen. Fakt ist denn auch, dass die grosse Mehrheit der Säuglinge gesund auf die Welt kommt; lediglich 2 bis 4 Prozent werden mit einer Fehlbildung geboren.


Definition Pränataldiagnostik: Nicht alle vorgeburtlichen Untersuchungen gehören im engeren Sinn zur pränatalen Diagnostik. So zählt man Antikörperbestimmungen im mütterlichen Blut oder die regelmässigen Urinuntersuchungen traditionellerweise nicht dazu. Pränataldiagnostik zielt vielmehr auf die Entdeckung bestimmter Erbkrankheiten wie Chromosomenstörungen (die häufigste ist das Down-Syndrom) oder seltene, in der Familie bekannte Einzelgenerkrankungen.


Aussagesicherheit und Gefahr der Tests: Es gibt (noch) keine vorgeburtlichen Tests, welche die Vielzahl von angeborenen Erkrankungen, Chromosomenstörungen und genetischen Defekte mit 100-prozentiger Genauigkeit und gleichzeitig ohne Untersuchungsrisiko (z. B. Auslösen einer Fehlgeburt) feststellen könnten. Zudem macht die Pränataldiagnostik in den allermeisten Fällen keine Aussage über den Schweregrade und die individuelle Ausprägung einer etwaigen Behinderung. Sehr oft muss die schwangere Frau unter Zeitdruck die Entscheidung für oder gegen den Abbruch der Schwangerschaft treffen.


Nicht invasive Tests im zweiten Schwangerschaftsdrittel:

  • Regelmässige Ultraschalluntersuchungen
  • Analyse des mütterlichen Blutes (Serumscreenings) zwischen der 14. und der 20. Woche
  • Feinultraschall (auch Organscreening genannt) zwischen der 19. und 22./23. Woche: Die Organe des Fötus sind dann schon so weit entwickelt, dass man eine Erkrankung oder Fehlbildung erkennen kann. Wer vor der Geburt schon weiss, dass sein Kind danach gleich eine spezielle Behandlung braucht, hat die Möglichkeit, mit Spezialisten Kontakt aufzunehmen. Auch die Geburt kann besser geplant werden: Ist beispielsweise normales Gebären für Kinder mit Herzfehlern zu anstrengend, bietet sich ein Kaiserschnitt an. Wenn nötig, kann das Neugeborene danach sofort mit Medikamenten behandelt oder auch operiert werden.


Invasive Tests im zweiten Schwangerschaftsdrittel:

  • Entnahme von Gewebe aus der Plazenta (Plazentabiopsie) ab der 12. Woche
  • Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) ab der 13. Woche
  • Entnahme von Blut aus der Nabelschnur (Cordocentese) ab der  18. Woche
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