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Wo und wie möchte ich gebären?

In der Schweiz wählen derzeit 97 Prozent der werdenden Mütter das Spital als Geburtsort. Bei sogenannten Risikoschwangerschaften wie etwa bei Erwartung von Zwillingen, Bluthochdruck, gewissen Vorerkrankungen der Mutter (z. B. Diabetes) oder Hepatitis C empfiehlt sich eine Klinik unbedingt; hier profitieren Sie von einer vollumfänglichen medizinischen Versorgung. Rund 2 Prozent der Schwangeren ziehen das Geburtshaus vor, ca. 1 Prozent gebärt zu Hause – noch bis in die 1950er-Jahre war die Hausgeburt in der Schweiz die Regel, in Ländern wie Kanada, Holland und England beträgt der Anteil immer noch 30%. Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Geburtsorten zusammengestellt:


Spitalgeburt

  • Wichtigster Vorteil: Sichere medizinische Betreuung für alle (Not-)Fälle.
  • Atmosphäre: Aus den nüchternen Gebärsälen sind längst moderne Zimmer mit Wohlfühlambiente geworden.
  • Hilfsmittel: Gebärwanne für eine Wassergeburt, Gebärhocker, Gebärbett, Roma-Rad, Geburtsball, Seil, Sprossenwand etc. – je nach Einrichtungsstandard des Spitals.
  • Dusche/WC: Gehört zum Standardangebot eines jeden Zimmers.
  • Notfälle: Rasche medizinische Versorgung sowie alle nötigen Hilfsmittel und Spezialisten für den Einsatz von Zangen und Saugglocken oder für den Kaiserschnitt vor Ort.
  • Frühgeborenenstation: Zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche gilt die Geburt als sogenannte Termingeburt. Wenn Ihr Baby davor auf die Welt kommt, gilt es als Frühgeborenes;  grössere Kantonsspitäler oder die Universitätskliniken verfügen über eine entsprechende Einrichtung, die sich Neonatologie nennt.
  • Betreuung während Geburt: Im Normalfall ist bei einer Geburt im Spital stets eine Hebamme anwesend. Sie ist allerdings nicht ständig bei Ihnen im Zimmer, vor allem nicht in den ersten Phasen der Geburt, sodass Sie und Ihr Partner auch mal ein paar Minuten allein sind.
  • Alternative Therapien: Heute sind die Hebammen in den Spitälern auch mit alternativen Therapien vertraut, und so werden zur Linderung der Geburtsschmerzen in vielen Geburtsstationen auch Akupunktur, Massagen, Phyto- und Aromatherapien angeboten.
  • Medizinische Rundumbetreuung: Sobald die Geburt losgeht, werden Sie von der Hebamme, je nach Situation zusätzlich von einer Ärztin/einem Arzt und möglicherweise von weiterem Medizinalpersonal ununterbrochen betreut.
  • Geburtshaus im Spital: Dies ist eine spezielle Abteilung, in der auf Wunsch der künftigen Eltern nur eine Hebamme bei der Geburt anwesend ist. Der Arzt wird ausschliesslich bei Komplikationen hinzugerufen. Integrierte Geburtshäuser gibt es nicht in allen Spitälern; nachfragen lohnt sich!
  • Aufenthaltsdauer: Wenn Sie ambulant gebären (vaginal) und keine Komplikationen aufgetreten sind, können Sie das Spital schon nach wenigen Stunden (nach frühestens 4 Stunden) zusammen mit Ihrem Baby wieder verlassen. Wenn Sie das Wochenbett im Spital verbringen möchten, beträgt die mittlere Verweildauer – sofern es Ihrem Baby gut geht – nach einer vaginalen Geburt 4 Tage, nach einem Kaiserschnitt 5 Tage.
  • Kosten: Sanitas übernimmt die Kosten für die Geburt und die Betreuung im Wochenbett über die Grundversicherung vollumfänglich, und dies ohne Anrechnung von Franchise und Selbstbehalt.

Geburt im Geburtshaus

  • Wichtigster Vorteil: Das Bestreben, die Geburt möglichst natürlich ablaufen zu lassen.
  • Atmosphäre: Geburtshäuser legen Wert auf eine entspannte, familiäre Atmosphäre, aber dahinter stehen kompetente, gut ausgebildete Hebammen. Die Gebärenden sollen sich sicher und geborgen fühlen, und deshalb wird auf Ihre Wünsche und Vorstellungen bei der Geburt eingegangen.
  • Hilfsmittel: Gebärbecken (Wassergeburt), natürliche Schmerzlinderung (alternative Therapien), wohnlich gestalteter Geburtsraum, Hocker, Matte, Ball, Seil etc. – je nach Einrichtungsstandard des Geburtshauses.
  • Familienbegleitung: Oft ist die gemeinsame Unterbringung der Familie in einem Zimmer möglich.
  • Aufenthaltsdauer: Meist wird in Geburtshäusern ambulant entbunden, das heisst: Sie und Ihr Baby sind nach spätestens 24 Stunden wieder daheim und werden dort von Ihrer Wochenbetthebamme betreut. Manche Geburtshäuser bieten aber auch eine stationäre Wochenbettbetreuung an.
  • Betreuung während Geburt: Häufig findet – im Gegensatz zur Geburt im Spital – eine 1:1-Betreuung statt; das heisst, dass Ihre Hebamme während der Geburt ausschliesslich für Sie da ist und sich nicht parallel noch um andere Gebärende kümmert. Dabei handelt es sich um dieselbe Hebamme, die Sie bereits während der Schwangerschaft betreut hat.
  • Notfälle: Nur selten arbeiten Geburtshäuser mit Ärzten zusammen. Kommt es zu Komplikationen während der Geburt, werden Sie mit Ihrer Hebamme ins nächstgelegene Spital gebracht, wo im Notfall ein Kaiserschnitt vorgenommen wird.
  • Einsatz von Schmerzmitteln: In Geburtshäusern wird häufig auf den Einsatz von Epiduralanästhesie resp. Periduralanästhesie (PDA, rückenmarknahe Betäubung, die im gesamten Unterleib zu Entspannung und fast vollständiger Schmerzfreiheit führt) verzichtet. Stattdessen hilft man Ihnen hier vorzugsweise mit Wärme- und Atmungstherapien, mit Massage, musikalischen Klängen und der Motivation zur Bewegung (Position verändern).
  • Kosten: Sanitas übernimmt die Kosten für die Geburt und die Betreuung im Wochenbett über die Grundversicherung vollumfänglich, und dies ohne Anrechnung von Franchise und Selbstbehalt.

Geburt zu Hause:

  • Wichtigster Vorteil: Die private Atmosphäre in vertrauter Umgebung – sie kann sehr entspannend und beruhigend wirken.
  • Betreuung während Geburt: Bei Wehenbeginn bis zur Eröffnungsperiode durch eine Hebamme, die in der Schwangerschaft möglichst frühzeitig kontaktiert wird. Für die Geburt wird eine zweite Hebamme hinzugezogen, damit Mutter und Kind optimal betreut werden können. Vereinzelt wird zur Geburt auch ein Arzt beigezogen.
  • Notfälle: Für einen Kaiserschnitt und andere Notfälle wird die Frau ins Spital verlegt.
Checkliste 7. bis 9. Monat
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Bei der Hirslanden Privatklinikgruppe finden Sie acht Geburtskliniken schweizweit. Sorgfältige Vorsorge, eine partnerschaftliche Begleitung und Ihre Gesundheit stehen dort im Mittelpunkt.

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