10000 Schritte pro Tag | Sanitas Krankenversicherung
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10 000 Schritte pro Tag – ein Selbstversuch

10 000 Schritte pro Tag – ein Selbstversuch

Experten empfehlen gesunden Menschen, 10 000 Schritte täglich zu gehen. Doch ist diese Zahl überhaupt realistisch? Michèle Wagner (29), Customer Experience Manager bei Sanitas, will’s wissen: Ein einwöchiger Selbstversuch.

Text: Michèle Wagner
Hobbies: Joggen, Langlauf und Skifahren, EMS-Training, Familie und Freunde

 

Freitag
Ein ganz normaler Bürotag mit viel Schreibtischarbeit. Ich freue mich den ganzen Tag auf den Wochenausklang mit Bürokollegen: Apéro, irgendwo was Kleines essen, ein paar Häuser weiterziehen, tanzen. Nach einem sehr langen Abend fällt mein Blick zu Hause endlich auf den Schrittzähler am Arm: 10 613 Schritte. Das ist ja einfach! Dachte ich da noch.

Samstag
Was für ein “Hängertag”! Eigentlich bin ich nur kurz aufgestanden, um den Kühlschrank zu besuchen. Den Rest hatte ich zur Regeneration nötig und habe viel geschlafen. Zumindest genug, um danach wieder fit für den Ausgang zu sein. Als ich spät (beziehungsweise frühmorgens) mein Tagestotal checke, zeigt es 5 598 Schritte. Die habe ich wohl auf der Tanzfläche gemacht. Über den Tag gewiss nicht.

Sonntag
Autsch, die zwei langen Nächte machen sich bemerkbar. Am Nachmittag zwinge ich mich trotzdem, ein paar Schritte rauszugehen, um den Schrittzähler zu beschäftigen. Mit von der Seeluftš durch gelüšftetem Kopf und immerhin 7 588 Schritten falle ich wieder aufs Sofa.

Montag
Hurra, das Büro hat mich wieder! Morgens hin, mittags ins Restaurant über die Strasse und abends wieder nach Hause. Wie will man da auf Schritte kommen? Immerhin gehe ich abends noch ins Training. Am Treppensteiger-Trainingsgerät mache ich so einiges an Schritten, intensive zehn Minuten lang. Aber weil ich mich dabei an den Seitenstangen festhalte, zählt der Schrittzähler keinen einzigen Schritt mit. Am Ende des Tages zeigt er deshalb nur 8 012 Schritte an. Ziel nicht erreicht. Trotzdem ein gutes Gefühl.

Dienstag
Heute habe ich im Büro etwas zu erledigen, das höchste Konzentration erfordert. Oder im Klartext: stundenlang am Computer sitzen, kaum aufstehen. Um 13:01 Uhr zeigt der Zähler 3 147 Schritte. Und am Nachmittag werden es nicht viel mehr. Am Abend treffe ich eine Freundin und schlendere mit ihr durch die Stadt und etliche Shops. Und siehe da: 10 981 Schritte. Da sage noch einer was gegen Shopping!

Mittwoch
Mittwoch ist ein guter Tag, denn ich weiss: Heute knacke ich die Marke. Jeden Mittwoch gehe ich nämlich über Mittag joggen. Kein Wunder, zeigt der Zähler um 13:15 Uhr bereits 11 285 Schritte. Da konnte ich den Nachmittag mit gutem Gewissen etwas relaxter angehen. Am Abend treffe ich mich mit Freunden zu einem Käsefondue. Das gibt viele Kalorien, aber nur wenig Schritte. Am Ende sind es trotzdem satte 17 988.

Donnerstag
Das Fondue liegt schwer im Magen. Ich fühle mich den ganzen Tag schlapp und mag mich nicht bewegen. Nach der Arbeit gehe ich gleich nach Hause, um zu relaxen. Als ich irgendwann spät abends doch noch auf den Schrittzäher schaue, staune ich: 7 316 Schritte. Woher die bloss kommen?

 

Mein Fazit

10 000 Schritte sind mit Bürojob und kurzen Alltagswegen zwar möglich. Aber ganz ohne Sport oder sonstige Bewegung schnell verpasst. Wie sagt man so schön: alles Schritt für Schritt. Den regelmässigen Blick auf meinen Schrittzähler werde ich beibehalten. Er spornt mich an, mehr Schritte zu machen.


Wieso empfehlen Bewegungsexperten gerade 10 000 Schritte?

Prof. Dr. med. Milo Puhan (Professor für Epidemiologie und Public Health an der Universität Zürich): «Die Idee mit den 10 000 Schritten stammt ursprünglich von einem Japaner, der Laufgruppen schon in den Sechzigerjahren diese Trainingseinheit empfahl. Seit her wurden viele Studien gemacht, die belegen, dass man mit 10 000 Schritten pro Tag – im Vergleich zu beispielsweise 5 000 – zahlreiche positive Effekte für die Gesundheit erzielt. Ich selber halte es für eine pragmatische Idee, weil sie wissenschaftlich gut belegt ist und man sich die Zahl gut merken kann.»

Wichtig zu wissen: Diese Empfehlung gilt für gesunde Menschen. Wer an einer (chronischen) Krankheit leidet, sollte sich vor einer möglichen Erhöhung der körperlichen Aktivität mit einer medizinischen Fachperson (Arzt, Physiotherapeutin) besprechen.

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