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Böse Eier, gute Eier

Ob Rührei, gekochtes Ei oder Spiegelei: Lange galten Eier in jeglicher Form als Bösewichte, die der Gesundheit schaden. Inzwischen ist das schlechte Image widerlegt.

Text: Susanne Wagner

 

Mythos 1: Eier treiben den Cholesterinspiegel in die Höhe
Nein. Dieser Mythos hält sich sehr hartnäckig: Weil Eier für das erhöhte Cholesterin im Blut verantwortlich gemacht wurden, war lange die Ansicht verbreitet, man dürfe nicht häufiger als zweimal pro Woche Eier essen. Doch das stimmt nach dem heutigen Wissensstand nicht. Bei gesunden Erwachsenen ist der Verzehr von Eiern bezüglich des Cholesterinspiegels unbedenklich. Cholesterin ist eine fetthaltige Substanz, die eine wichtige Rolle beim Aufbau der Zellen spielt. Es kommt von Natur aus im Körper vor. Heute weiss man, dass die körpereigene Cholesterinproduktion den durchschnittlichen Cholesterinverzehr bei Weitem übertrifft. Sprich: Unser Körper produziert selbst viel mehr körpereigenes Cholesterin (85 bis 90 Prozent), als wir durch die Nahrung, z.B. mit Eiern, aufnehmen. Der Körper verfügt über verschiedene Kontrollmechanismen, um die Aufnahme und die Ausscheidung des Cholesterins im Gleichgewicht zu halten. Inzwischen ist bekannt, dass Eier der Gesundheit nicht nur nicht schaden, sondern im Gegenteil sogar richtig gesund sind.

 

Mythos 2: Eier helfen beim Muskelaufbau
Ja. Eine ausgewogene Ernährung und der Verzehr ausreichender Mengen an Proteinen können sich positiv auf den Muskelaufbau auswirken. Dies immer in Kombination mit (Kraft-)Training und entsprechender Erholung. Welcher Art der Proteinlieferant ist, spielt jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Vorteil der tierischen Proteine ist, dass sie im Vergleich zu pflanzlichen Proteinen eine höhere biologische Wertigkeit haben und den körpereigenen Proteinaufbau, etwa in Form von Muskelprotein, etwas stärker unterstützen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Eier ein hervorragender Proteinspender und eine wertvolle Quelle für verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

 

Mythos 3: Eier stärken das Immunsystem
Jein. Eier enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie hochwertiges Eiweiss, Vitamine (z.B. Vitamin A) und Mineralstoffe (z.B. Zink). All diese Inhaltsstoffe sind wichtig für das Immunsystem. So braucht der Körper für den Aufbau von Immunzellen Eiweissbausteine, und auch Vitamin A und Zink spielen bei der Immunabwehr eine Rolle. Doch ein Lebensmittel alleine kann das Immunsystem nicht stärken, denn jedes Lebensmittel bringt ein anderes Spektrum an Inhaltsstoffen mit sich, die sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken können. Um das Immunsystem leistungsfähiger zu machen, ist man somit am besten damit beraten, eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu sich zu nehmen. Denn dadurch wird eine ausreichende Zufuhr von Energie, Nähr- und Schutzstoffen gewährleistet.

Fachliche Unterstützung von:

  • Stéphanie Hochstrasser, Leiterin Nutrinfo und Medienservice, Ernährungsberaterin BSc BFH SVDE, und Sabine Oberrauch, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Fachberaterin, Ernährungsberaterin MSc ZHAW, beide von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.
  • Dr. Samuel Mettler, Ernährungswissenschafter und Dozent für Sporternährung an der ETH Zürich und der Berner Fachhochschule. Er berät Athleten und Teams im Spitzensport.
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