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Schöne Schuhe, gesunde Füsse: So geht beides

Schöne Schuhe, gesunde Füsse: So geht beides

Wer schön sein will, muss leiden. Das sind, wenn es um Schuhe geht, manchmal wahre Worte. Eine Modeexpertin und ein Fusschirurg verraten, wann bequem auch modisch und wann modisch auch gesund ist.

Text: Andrea Monica Hug und Ruth Jahn
Bilder: Andrea Monica Hug

Sneakers

Sportlich mit Design

Sneakers müssen nicht immer von den grossen Sportmarkenherstellern sein. Es gibt wunderschöne Modelle aus Leder oder Stoff, mit Prints oder ohne. Trend ist hier nach wie vor die Farbe Weiss. So kann man Sneakers auch einmal als Stilbruch zum Hosenanzug oder zu einem Sommerkleid tragen. Noch besser: Der Trend gilt sowohl bei Frauen als auch bei Männern – daher mein Tipp: Als Frau darf man ruhig auch einmal in der Männerabteilung nach Sneakers stöbern – und umgekehrt.

 

Coolness mit Duftnote

Sneakers sind meist bequem. An sich ist deshalb nichts gegen sie einzuwenden. Wenn nur der käsige Duft nicht wäre, der ihnen nach einer Weile zwangsläufig anhaftet. Besser ist es, nicht ausschliesslich Turnschuhe zu tragen, damit die Füsse weniger schwitzen und sich kein Fusspilz entwickelt. Sneakers für den Alltag brauchen weder Fussbett noch Dämpfung. Beim Hallensport hingegen sind ein Fussbett, eine stabile Fersenfassung und je nach Sportart auch eine breit auslaufende Sohle ein Muss. Beim häufigen Joggen auf Asphalt  ist eine gewisse Dämpfung von Vorteil.         


Kitten Heels

Zwischending mit Spitze

Sie sind perfekt dazu geeignet, einem Outfit Eleganz zu verleihen, ohne dass man dabei gleich zu High Heels greifen muss: Kitten Heels ist mittelhoch, verleihen einem diesen schwunghaften Gang und strecken die Beine mit den auslaufenden Spitzen fast so gut wie Stilettos. Wenn man sich dann noch an Muster oder Metallic-Effekte wagt, ist ein gelungener Auftritt garantiert.

 

Korsett für die Füsse

Im Vorfussbereich schmale Schuhe haben ihren Preis: Die Zehen werden gegeneinandergepresst, der Schuh drückt und schmerzt. Das kann auf die Dauer zu Zehendeformationen wie Krallenzehen führen. Immerhin hält sich die Höhe dieses Absatzes in Grenzen. Der Vorfussballen wird somit weniger belastet. Gleichwohl ist der Schuh alles andere als ergonomisch günstig und der Bleistiftabsatz gibt kaum den nötigen Halt.


Loafers

City Chic mit Schlaufe

Was trägt man als Mann, wenn man gerade weder Lust auf Turnschuhe noch die eleganten Schnürschuhe hat? Einen Loafer! Dieser Schuh eignet sich bei kurzen Hosen kombiniert mit einem Hemd oder auch zu Jeans und T-Shirt. Besonders schön sind helle Modelle aus Wildleder, welche die (hoffentlich) braunen Beine noch etwas sommerlicher aussehen lassen.

 

Flach und zwanglos

Wenn Schlupfhalbschuhe flach und biegsam sind, zwängen sie den Fuss meist weniger ein als gewöhnliche Halbschuhe. Auch haben sie einen gewissen Trainingseffekt in Bezug auf die Muskulatur des Fusses. Im weichen, flachen Loafer wird die kleine Fussmuskulatur relativ gut trainiert. Schwachpunkte sind der fehlende Halt und das mögliche Rausschlüpfen.


Wedges

Keilabsatz – kein Problem

Hohe Schuhe sind nicht dazu gedacht, den ganzen Tag getragen zu werden. Sie passen zum eleganten Abendkleid an der Bar oder zum wichtigen Businesstermin über Mittag im Hosenanzug. Wem die Stilettoabsätze zu riskant sind, der kann sich diesen Sommer mit Keilabsätzen an die Höhe gewöhnen. Die Absätze wirken wie eine Schlankheitskur auf Zeit: Der Körper wird optisch gestreckt, die Beine wirken länger und schmaler.

 

Schöne Schuhe – kaputte Füsse

Mit hohen Absätzen tun Frauen ihren Füssen leider keinen Gefallen. Das untere Sprunggelenk wird in High Heels praktisch unbeweglich gemacht. Der Vorfussballen wird überlastet und die meist schmalen Schuhe drücken die Zehen in eine Fehlstellung. Die Muskeln im Oberschenkel vorne und in der Wade werden überstrapaziert, die Wadenmuskulatur verkürzt sich. Mögliche Spätfolgen sind Krampfadern, Arthrose im Knie, Hüftbeschwerden, Hohlrücken sowie Vorfussdeformationen. Stöckelschuhen wird zwar ein gewisser Trainingseffekt nachgesagt. Was die Balance und bestimmte Ausgleichsbewegungen angeht, mag dies stimmen. Dies ändert aber nichts daran, dass High Heels der Gesundheit abträglich sind.


Slip-ons

Flach, praktisch, schön!

Slip-ons sind nicht nur wahnsinnig angenehm zu tragen und eignen sich demnach perfekt für den gemütlichen Stadtspaziergang – sie sehen dank den Varianten mit Applikationen und Farbmustern auch chic aus. Sie passen zu jedem sportlich-legeren Outfit im Alltag und können auch im Büro mit Blazer kombiniert zu einem modischen Hingucker werden.

 

Entspannen, aber nicht verwöhnen

Ein gut sitzender, flacher Schuh mit Fussbett verwöhnt unsere Füsse und macht sie «faul». Das ist sehr angenehm, kann langfristig aber dazu führen, dass die Muskeln am Fuss verkümmern. Zumindest gilt dies für gesunde Füsse. Bei bestehenden Fussproblemen, z.B. bei Plattfuss, Fussbrennen, einem Knicksenkfuss oder Fehlstellungen der Ferse, hingegen ist Unterstützung in Form eines Schuhs mit gutem Fussbett vorteilhaft.


Businessschuhe

Business – aber richtig!

Beim Businessschuh kann man gar nicht so viel falsch machen – es sei denn, der Schuh passe farblich nicht zum Outfit oder sei schmutzig. Braun- und Schwarztöne sind hier stets angebracht, zudem sei besonderer Wert auf die Schuhhygiene gelegt. Farbliche Akzente kann man mit bunten Schnürbändern oder z.B. roten Socken setzen.

 

Wo drückt der Schuh?

Wer seine Füsse täglich in geschlossene Schnürschuhe zwängt, ist gut beraten, beim Schuhkauf auf eine gute Passung zu achten: Die Schuhe sollten weder zu kurz sein noch die Freiheit der Zehen über die Massen einschränken. Wählen Sie ein weiches Oberleder – damit der Schuh nicht scheuert oder drückt.


Drei goldene Regeln für gesunde Füsse

  1. Ist ein Schuh bequem, ist das schon die halbe Miete. Achten Sie insbesondere darauf, dass Ihr Schuh breit genug ist. 85 Prozent der Menschen mit Fussschmerzen tragen zu schmale Treter. Enge ist der Fussgesundheit nicht förderlich!
  2. Nichts tut dem Fuss so gut wie Abwechslung beim Schuhwerk. Nach dem Moto: Wenn der Fuss schon eingeengt werden muss, dann bitte nicht immer gleich. Jeder Schuh bringt die Füsse nämlich quasi in eine steife Position, was im Endeffekt die Gelenke belastet.
  3. Gönnen Sie Ihren Füssen wenn immer möglich, barfuss unterwegs zu sein. Am besten auf unebenem Untergrund, auf Waldwegen und Wiesen, aber auch zuhause. Das Schuhlosgehen stellt das ideale Fusstraining mit verschiedensten Ausgleichsbewegungen dar. Alle Muskeln werden gebraucht und gefördert: besonders die langen Fussmuskeln, die bis unter das Knie reichen, sowie die kleinen Fussmuskeln auf dem Rist, an der Seite sowie der Unterseite des Fusses.

Mit freundlicher Unterstützung von Walder Schuhe und dem FussInstitut Zürich.  

Die Modeexpertin

@andreamonicahug ist Fotografin und Modebloggerin, sie betreibt seit fünf Jahren den Streetstyleblog Chic in Zurich.


Der Gesundheitsexperte

Dr. med. Georg Klammer ist Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am FussInstitut Zürich.

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