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Sanitas Challenge-Preis 2015

Nationaler Sieger

Der Thurgauer Unihockey Verband gewinnt mit seinem Projekt «Kids». Ziel des Projekts ist, dass möglichst viele Kinder aus dem Thurgau zusätzlich zum obligatorischen Schulsport mindestens einmal wöchentlich Sport treiben. Die Angebote richten sich an fünf bis zehnjährige Knaben und Mädchen, die Freude an der Bewegung haben und noch in keinem (Unihockey)verein Mitglied sind. Sie bieten Trainings an verschiedenen Standorten an.

Kathrin Lehmann, ehemaliges Mitglied der Schweizer Fussball- und Eishockeynationalmannschaft,  und Jurymitglied des Sanitas Challenge-Preises, lobte im Namen der Jury das Engagement aller Finalisten und begründete die Wahl des Siegers: «Der Thurgauer Unihockey Verband  begeistert Kinder für zusätzliche polysportive Spielangebote und bezieht auch Eltern als Trainer mit ein. Das vereinsübergreifende und nachhaltige Engagement mit Herz hat uns überzeugt!»

Gregor Wegmüller, Vizepräsident des Thurgauer Unihockey Verbands freute sich über die unerwartete Anerkennung für ihren grossen Elan: «Mit dem Preis wollen wir künftig noch mehr Kinder bewegen und Trainings an zusätzlichen Standorten anbieten.»


Impressionen Siegerehrung

Sieger Publikumsvoting

Über 6600 Sportbegeisterte haben dieses Jahr beim Publikumsvoting mitgemacht und Frecce Gialle Malcantone mit 3231 Stimmen auf den ersten Platz gesetzt.

Auf Rang zwei liegt Swiss Central Basket mit 1772 Stimmen, dem Volleyball Club Cheseaux reichte es mit 646 Stimmen auf Rang drei. Frecce Gialle Malcantone gewinnt damit zusätzlich zu seinen bereits aus dem regionalen Challenge-Preis erhaltenen 5000 Franken nochmals 1000 Franken dazu.


Die regionalen Sieger

Acht regionale Jurys haben die Dossiers der Finalisten analysiert und die besten drei Projekte bestimmt. Aus anfänglich über 180 Bewerbungen haben nun 24 Vereine und Institutionen Grund zum Jubeln: Sie haben es in den acht Regionen auf einen Podestplatz geschafft und gewinnen Förderpreise im Gesamtwert von 52 000 Franken. Ihre Projekte haben die regionalen Jurys mit innovativen Ideen und grossem Engagement für den Jugendbreitensport am meisten überzeugt. Die Erstplatzierten pro Region nominieren sich für den nationalen Challenge-Preis, der im Oktober zum 22. Mal verliehen wird.

Verein FAIR, Nidau

Der Verein FAIR steht für einen zukunftsorientierten, innovativen Verein, der auf dem Grundsatz einer nachhaltigen Entwicklung aufbaut und gleichzeitig jugendkulturelle Trends und Lifestyles berücksichtigt. Mit «Biel tanzt» organisiert er ein seit fünf Jahren wiederkehrendes, saisonales Tanz- und Integrationsprojekt, welches die unterschiedlichsten Jugendlichen aus allen gesellschaftlichen und sozialen Schichten genauso wie benachteiligte oder beeinträchtigte Menschen zum Bewegen und Tanzen zusammenbringt. Alle haben die Möglichkeit dabei zu sein und mitzutanzen. Der Verein überzeugt mit einem strukturierten Konzept, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat. FAIR holt die Menschen ab und setzt keine Schranken. Das Projekt schliesst Menschen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft ein. Über die jungen Menschen wird sogar generationenübergreifend gearbeitet. Tanzen ist ein Sport für alle.

Urteil der Jury: Die Jury honoriert, dass auf eine niederschwellige Art viele Menschen zu Bewegung animiert werden. Das Projekt ist ein «Türöffner» zu sportlicher Betätigung und ein «Eisbrecher» zu sozialen Kontakten und gelebter Toleranz.

FC Solothurn

Der FC Solothurn lancierte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern das Nachhaltigkeitsprojekt «Die Grüne 11». Mit dieser Initiative werden soziale und ökologische Projekte aller Art mit einer sportlichen Note versehen. Im Oktober 2014 lief beispielsweise das Projekt «FCS macht Schule» an. Dabei besuchen Schulklassen den FCS an Stelle des «normalen» Turnunterrichts. Neben dem obligaten Fussballspielen wird den Jugendlichen gleichzeitig anhand praktischer Beispiele aufgezeigt, dass die Nachhaltigkeit bei jedem Einzelnen beginnt, und es schliesslich einen Unterschied macht, wenn sich beispielsweise alle 300 Junioren des FCS entsprechend verhalten (Anstelle PET-Flaschen wiederverwendbare Trinkflache, jeder Spieler eine Minute weniger lange duschen, Licht ausschalten usw.). Jugendliche werden somit anhand konkreter Beispiele zu Sport und Nachhaltigkeit angehalten. Ein weiteres Projekt, das unter dem Label «Die Grüne 11» erfolgreich angelaufen ist, ist die Zurverfügungstellung von E-Bikes an die Junioren. Damit soll verhindert werden, dass diese von den Eltern zum Training und/oder an die Spiele mit dem Auto gefahren werden.

Urteil der Jury: Der FC Solothurn zeigt mit seinem Projekt klar auf, wie wichtig gerade Nachhaltigkeit und Ökologie im Sport sind. Dies zeigt er unter anderem mit den Projekten Velos fürs Training, dem kürzeren Duschen oder den Mehrwegflaschen. Das Engagement geht über die normale Vereinsarbeit hinaus. Der FC Solothurn möchte in der gesamten Region ein Zeichen setzen und ein sportliches Vorbild sein.

Thurgauer Unihockey Verband

Der Thurgauer Unihockey Verband (TUV) hat zum Ziel, die Thurgauer Unihockey Vereine zu unterstützen. Hierzu gehört das Fördern der vereinsübergreifenden Zusammenarbeit und die Unterstützung der Vereine beim Aufbau neuer Programme für die Jüngsten. Das Projekt «Kids» des TUV möchte, dass möglichst viele Kinder aus dem Thurgau zusätzlich zum obligatorischen Schulsport mindestens einmal wöchentlich Sport treiben. Die Angebote richten sich an fünf- bis zehnjährige Knaben und Mädchen, welche Freude an der Bewegung haben. Getragen wird das Projekt von lokalen Unihockeyvereinen sowie vom TUV. Die polysportiven Trainings richten sich vorwiegend an Kinder, die noch bei keinem (Unihockey)verein Mitglied sind. Eine ganzheitliche Förderung steht im Vordergrund. Im Moment werden für die Jüngsten 14 Trainings an zehn verschiedenen Standorten angeboten. Wöchentlich besuchen 210 Kinder diese Trainings. Die Tendenz ist steigend.

Urteil der Jury: Das Projekt zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

  • Die Breitenwirkung: Die Initiative ermöglicht auch sehr jungen Kindern ab fünf Jahren Unihockey zu spielen. Durch die übergreifende Zusammenarbeit von zahlreichen Vereinen mit dem Verband sind Trainings in zehn verschiedenen Gemeinden des Thurgaus möglich. 
  • Der einfache Zugang: Mit ausgebildeten Kindersportleitern werden Kinder spielerisch und polysportiv zur Bewegung geführt. Die Hemmschwelle für den Einstieg ist niedrig angelegt und spricht gerade auch Kinder ohne Vereinszugehörigkeit an.
  • Die Nachhaltigkeit: Mit dem Preisgeld soll das Projekt auf weitere Standorte ausgeweitet werden. Die Mittel sollen zudem für die Ausbildung von ortsansässigen Eltern verwendet werden.

Frecce Gialle Malcantone

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Sport auf allen Ebenen zu fördern und damit die Entwicklung eines gesunden Teamgeistes auf Grundlage ethischer Prinzipien wie Loyalität, Respekt, Freundschaft, Solidarität und Hilfsbereitschaft zu unterstützen. Die Prinzipien der «Ethik-Charta im Sport» und des «Sport rauchfrei» bilden die Basis aller Aktivitäten. Rückgrat und Anlaufstelle sind die Aktivitäten am «Mittwoch für jedermann»: vier nach Altersstufen unterteilte Gruppen, die während des ganzen Schuljahres allen offen stehen, die sich in rein spielerischer Form in den unterschiedlichen Leichtathletik-Disziplinen versuchen möchten. Von grundlegender Bedeutung ist dabei die aktive Zusammenarbeit mit den Schulen, denn man muss die Jugendlichen dort abholen, wo sich ihr Leben hauptsächlich abspielt – schliesslich sind die Frecce Gialle Malcantone einmal aus dem unterrichtsergänzenden Angebot einer Primarschule hervorgegangen …! Jährlich wird mit den circa 220 Schülern und Schülerinnen der Primarschule von Caslano einen in den normalen Unterricht integrierten Triathlon im Rahmen des Kids Cup (60-m-Sprint, Weitsprung, Ballweitwurf) organisiert. Die Gewinner der lokalen Ausscheidung werden bis zum Kantonsfinal begleitet. Ausserdem gibt es eine Zusammenarbeit mit der Sekundarschule Bedigliora, wo Jugendliche zum kantonalen Schüler-Cross, zur Regionalausscheidung um den schnellsten Tessiner Schüler oder die schnellste Tessiner Schülerin und zum Kantonsfinal des Kids Cup begleiten werden. Alle Aktivitäten, organisatorischer ebenso wie verwaltungstechnischer Art, basieren auf der ehrenamtlichen Tätigkeit der Mitarbeitenden, die dafür keinerlei Entschädigung erhalten.

Urteil der Jury: Uns gefiel das Projekt, weil es klar strukturiert ist. Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Projekt, das zudem in der ganzen Region des Malcantone interkommunal verzweigt ist. Ausserdem will es den Sport auf allen Ebenen fördern und damit auch die Entwicklung eines gesunden Teamgeistes.

Pure Climbing

Dank dem Bau einer Kletteranlage semi-éxterieur werden in Zukunft viele Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, ganzjährig zu guten Konditionen dem Klettersport zu frönen. Die Anlage bietet für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermassen grosse Herausforderungen. Dank spezifischen Installationen und speziell ausgebildeten Instruktoren können auch Personen mit physischen und geistigen Beeinträchtigungen klettern und an der Wand Erfolgserlebnisse feiern.

Urteil der Jury: Ein aussergewöhnliches Langzeitprojekt. Die Kletterwand ist eine nachhaltige Installation. Viele Kinder haben sich bereits eingetragen. Und – vergessen wir nicht – Kletterwände sind etwas, das uns als Kinder und Jugendliche «zum Träumen» gebracht hat. Ein ehrgeiziges Projekt!

Volley Ball Club Cheseaux

Der Volley Ball Club Cheseaux umfasst diverse Teams auf verschiedenen Stufen (Junioren und Senioren) und ist sehr erfolgreich: in den letzten sieben Jahren gewann der Club zwölf nationale Titel sowie mehrere Medaillen und Auszeichnungen. Nach dem  Aufstieg in die Nationalliga A im Jahr 2013 hat sich der VBC zum Ziel gesetzt, talentierte und ambitionierte junge Spielerinnen aus der Region zu fördern und zu unterstützen. Dazu wurde ein Ausbildungszentrum eingerichtet, das allen Junioren des Clubs ermöglicht, bis zu vier Mal pro Woche trainieren zu können. Hinzu kommen Teilnahmen an verschiedenen Wettkämpfen auf regionaler und nationaler Ebene. Die Trainings sind für alle zugänglich und erlauben es jeder Person, sich individuell weiterzuentwickeln.

Urteil der Jury: «Tous ensemble» – «Alle zusammen»: ein Sportclub, der grossen Wert auf die Jugendförderung legt, für Nachhaltigkeit und Kontinuität steht und dafür auch im Raum Lausanne bekannt ist.

Swiss Central Basket SCB

Swiss Central Basket ist der Basketball-Stützpunktverein für acht Stammvereine in der Zentralschweiz. Die Stammvereine haben statuarisch gesichertes Mitspracherecht im Stützpunktverein und bestimmen so Lenkung und Kontrolle «ihres» Leistungszentrums mit. Mit der kooperativen Vereinsstruktur schafft der Stützpunktverein Swiss Central Basket bei den Stammvereinen die nötige vertrauensvolle Basis für die Zusammenarbeit und die Vernetzung von Basketball in einer ganzen Region. Nebst dem sportlichen Aspekt legt SCB besonderen Wert auf soziale und ethische Zielsetzungen (Prävention, Integration, Sozialisierung). Die enge Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und Ausbildung gibt den jugendlichen Sportlern Halt und Sicherheit. In der engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stammvereinen und dem Stützpunkt soll die Qualität und die Popularität der Sportart Basketball in der Zentralschweiz gestärkt werden. Das Stützpunktmodell von Swiss Central Basket macht national Schule: Der Deutschschweizer Regionalverband ProBasket strebt im ganzen Verbandsgebiet das SCB-Konzept der Stützpunktförderung an.

Urteil der Jury: Die Einbindung der acht Innerschweizer Basketballvereine (kantonsübergreifend) in einem Stützpunktverein ist vorbildlich. Dadurch wird Basketball in einer ganzen Region vernetzt und führt zu Spitzenbasketball. Der einheitliche Auftritt einer ganzen Region für den Basketballsport ist so garantiert und hat Vorzeige-Charakter in der ganzen Deutschschweiz. Die Integration von jungen auslandstämmigen Sportlern funktioniert vorbildlich.

Buch «Oma, Opa, spielt mit mir»

«Vielleicht werden die Kleinkinder einmal begeisterte Sportlerinnen und Sportler sein. Ihr Weg steht ihnen offen. Eltern und Grosseltern hoffen, dass es ein guter Weg sein wird.» Das Buch «Oma, Opa, spielt mit mir» umfasst Hunderte von einfachen Bewegungs- und Denkspielen für Spielnachmittage in Kindergärten. Sie sollen die natürliche Bewegungsfreude der Kleinkinder vom zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt fördern und eine Grundlage für verschiedene Sportarten schaffen. Grosseltern und andere Betreuende erhalten eine wunderbare Gelegenheit, etwas von ihrer Lebenserfahrung weiterzugeben und ein liebevolles Verhältnis aufzubauen. Grosseltern werden zur Teilnahme an einem Spielnachmittag zu einem bestimmten Thema an öffentliche Kindergärten eingeladen. Themen sind zum Beispiel Tiere: Plüschtiere sprechen und bewegen sich miteinander oder das Erzählen des Märchens «Die Bremer Stadtmusikanten» mit passenden Partnerübungen, der Alpaufzug mit Glockenspiel sowie das Spiel der Grossen wie zum Beispiel Fussball oder Volleyball mit Ballonen als Höhepunkt. Im Buch sind die Sportarten in elf Gruppen eingeteilt wie beispielsweise Mannschaftsspiele: Ein Ball für jedes Kind oder Orientierungslauf: Kluge Köpfchen, rasche Beinchen usw. Das Buch ist ein Generationenprojekt Kleinkinder/Grosseltern.

Urteil der Jury: Das Buch basiert auf einer enormen Eigeninitiative, es ist ein Generationenprojekt, das alle Schichten aus der Bevölkerung anspricht. Das Buch ist einzigartig, zudem werden Kinder sehr früh erfasst (Kindergarten-Alter) und zusammen mit ihren Grosseltern zu spielerischer sportlicher Bewegung animiert.

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