Fruchtbarkeit und Sport | Sanitas Krankenversicherung
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Hemmt Sport die Fruchtbarkeit?

Sport sei für Frauen ungesund, er gefährde die Fruchtbarkeit. So lautete noch in den 1990er-Jahren das vernichtende Urteil. Was ist dran, an dieser Behauptung? Sollten Frauen, die schwanger werden möchten, auf Sport verzichten? Nein. Doch es gibt ein Aber.


Erst 50 Jahre ist es her, als die erste Frau die Ziellinie eines Marathons überquerte. Kathrine Switzer startete illegal am Boston Marathon, getarnt mit Wollmütze und bewacht von Bodyguards: Frauen war die Teilnahme an einem Marathon verboten. Die Belastung sei zu hoch.

Ein aktuelles Beispiel sind die Skispringerinnen. Noch in den 1990er-Jahren behauptete der damalige Generalsekretär des internationalen Skiverbandes (FIS), der Aufprall bei der Landung schade der Gebärmutter. Solche Aussagen sind schlicht falsch. Sport beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht. Auch wenn man schwanger werden möchte, spricht absolut nichts gegen Sport. Bewegung ist gesund und reduziert Stress. Es gibt aber eine Ausnahme: zu intensiver Sport und Energiemangel. Die Kombination aus beidem kann eine Schwangerschaft erschweren oder gar verhindern.


Wenn die «gute Figur» über allem steht

Wohl fast keine Frau in der westlichen Gesellschaft hat nicht schon mindestens eine Diät hinter sich. Für einen möglichst fitten und schlanken Körper erhöht so manche ihr Sportpensum und reduziert die Kalorienaufnahme. Nach dem Training reicht der Salatteller, das Hungergefühl wird verdrängt. Das kann verheerend sein, denn ein Energiemangel wirkt sich empfindlich auf die Fruchtbarkeit aus. Die Biologie hat vorgesorgt: In Hungersnöten wartet der Körper mit der Zeugung von Kindern, bis wieder ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Durch den Energiemangel wähnt sich der Körper also in einer «Notsituation», die Menstruation wird unregelmässig. Rund 60 Prozent der Sport treibenden Frauen sind davon betroffen, schätzen Studien. Die Symptome fallen meist kaum auf. So kann sich die Lutealphase stark verkürzen. Dadurch verringert sich die Chance, schwanger zu werden. Eine weitere Störung ist das Ausbleiben des Eisprungs trotz regelmässiger Periode. Grund dafür ist ein zu tiefer Östrogenspiegel. Das Östrogen reicht nicht mehr aus, um die für den Eisprung nötige Kettenreaktion auszulösen. Am gravierendsten ist das komplette Ausbleiben der Periode.


Die Menstruation bleibt aus: hypothalamische Amenorrhoe

An der hypothalamischen Amenorrhoe, dem Ausbleiben der Periode, erkranken sehr aktive, fitte und schlanke Frauen. Intensiver Sport und geringe Nahrungsaufnahme setzen den Körper unter Dauerstress. Dass sie keine Menstruation mehr haben, bemerken viele Frauen erst, wenn sie die Anti-Baby-Pille absetzen. Doch ohne Zyklus ist es unmöglich, schwanger zu werden. Ausserdem treten bei einer hypothalamischen Amenorrhoe Symptome auf wie Verdauungsprobleme, Knochenschwund, Erschöpfung, verringertes Sexualverlangen, trockenes Haar und trockene Haut sowie ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Ein hoher Preis für eine «gute Figur».


Besser kein Sport?

Ist Sport also doch nicht empfehlenswert für Frauen? Das Problem ist nicht der Sport, sondern die mangelnde Energiezufuhr. Sämtliche Symptome – von der hypothalamischen Amenorrhoe bis zum unregelmässigen Zyklus – lassen sich in den meisten Fällen rückgängig machen. Auch die Fruchtbarkeit kann wiederhergestellt werden. Das Rezept ist einfach: Betroffene müssen ihre Energiebilanz normalisieren. Sie sollten für den Moment weniger Sport treiben dafür mehr essen. Oft sind es nur ein paar Kilo mehr, die den Unterschied machen. Sobald sich die Periode wieder eingestellt und normalisiert hat, kann man zurück zu seiner üblichen Sportpraxis gehen. Vorausgesetzt, man nimmt genügend Energie auf.


Sport zur Gewichtsreduktion

Nicht nur ein zu geringes Körpergewicht senkt die Chancen auf eine Schwangerschaft, sondern auch ein zu hohes: Bei stark übergewichtigen Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 35 und 40 ist es viel weniger wahrscheinlich (23 bis 43 Prozent), dass sie schwanger werden als bei Frauen mit einem BMI von weniger als 29. Als Anhaltspunkt: Das «Normalgewicht» liegt bei einem BMI zwischen 19 und 25. Ist der BMI zu hoch, produziert der Körper zu viel Insulin. Das kann das hormonelle Gleichgewicht stören und verhindern, dass sich die Eizelle normal entwickelt. Frauen, deren BMI über 25 liegt und die sich Kinder wünschen, sind gut beraten, ihr Gewicht zu reduzieren. Dauerhaft geht das am besten mit einer Ernährungsumstellung – und mit Sport.  

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