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Der blinde Filmregisseur

Noch vor Jahrzehnten war eine Sehbehinderung ein echtes Handicap. Heute ist vieles möglich – sogar als fast Blinder ein Videoproduktionsteam zu leiten.

Text: Ruth Jahn, Fotos: Filipa Peixeiro

Marcel Roesch ist ein netter Chef, das ist sofort spürbar. Geschäftig und konzentriert, aber ganz ohne belehrend zu sein, sitzt er mit einem seiner 15 Mitarbeitenden bei einem Briefing im Grossraumbüro. Zur Begrüssung streckt er die Hand ins Leere. Beim Händeschütteln braucht es ab und zu einen zweiten Anlauf, denn Marcel Roesch ist fast blind – und leitet nichtsdestotrotz die interne Videoproduktion von Swisscom.

Das hat er einerseits moderner Technik zu verdanken, andererseits aber auch seiner Einstellung und seinen Talenten. Seine Chefs hätten ihn eben für geeignet befunden, junge Menschen zu unterstützen und weiterzubringen. «Ich muss meinem Filmteam zwangsläufig vertrauen. Denn ob in einem Video das Blau unseres Konzerns genau getroffen ist, kann ich nicht beurteilen. Dank intensiven Austauschs mit den Mitarbeitenden erkenne ich aber sehr wohl, ob Gefühle und Werte im bewegten Bild so transportiert werden, wie wir das wollen. »

Im Job helfen ihm verschiedenste Apps und Programme, beispielsweise Lesegeräte für Sehbehinderte, die ihm Texte vorlesen. Und Menschen, die ihm zur Seite stehen: Mal geben ihm Kollegen hier eine Anweisung – «Jetzt einen Schritt nach rechts» –, mal dort eine Erklärung – «Das Tram kommt». Privat spielen Bruder, Schwester, Eltern und Freunde «seine Augen», wie er es ausdrückt.

«Ich weigere mich, mit einem Blindenstock durch die Gegend zu gehen.»

Sich durch seine Augen einschränken zu lassen, kam für ihn nie infrage. Seit er mit drei an Krebs erkrankte, erkennt Marcel Roesch nur noch Schemen, «etwa so, wie Sie sich selber im total beschlagenen Badezimmerspiegel sehen». Als Jugendlicher fuhr er dennoch mit Kickboard und Kopfhörern durch die Stadt, zum Leidwesen seiner Mutter, die sich – wie er heute findet – zu Recht Sorgen machte. Aber den «typischen Blinden» mochte er noch nie abgeben: «Ich weigere mich, mit Blindenstock durch die Gegend zu gehen. Lieber stosse ich ab und zu mit jemandem zusammen, als von allen schubladisiert zu werden.»

Und weil er es viel praktischer findet, wie Sehende auch mit einem einzigen Smartphone auszukommen, statt ein lästiges Zusatzgerät zu benutzen, tüftelt er kurzerhand selbst an einer Tastatur für Handys für Sehbehinderte – die das Zusatzgerät ersetzt. Er hat seine eigene Firma Sensotype gegründet und sich Support bei seinem Arbeitgeber geholt. Der Prototyp ist bereits fertig, ein schlanker Aufsatz, der sich auf jedes Smartphone stülpen lässt. Bald soll die Produktion anlaufen.

Technische Tricks im Alltag

Technische Hilfsmittel für Sehbehinderte erleichtern den Alltag. Heute kann Marcel Roesch eine Reihe von Apps und Programmen nutzen, die vor einigen Jahren noch unbekannt waren. «Das erlaubt mir, selbstständiger zu leben», sagt der ausgebildete Kommunikationsfachmann. Im Berufsleben sowie im Alltag nutzt er etwa Programme, bei denen ihm eine Stimme alles Schriftliche vorliest, von der E-Mail bis zur Tageszeitung.

Überhaupt sind Telefone, insbesondere Smartphones, für Sehbehinderte fast unersetzlich. Auch führt er regelmässig Videotelefonate, in denen per Handy oder Computer nicht nur das Hörbare übermittelt wird, sondern auch Bilder davon. Anders als Sehende allerdings nimmt Marcel Roesch nicht nur sich selbst beim Sprechen auf, sondern filmt vielmehr seine Umgebung. So kann ihn etwa sein jüngerer Bruder durch die Stadt lotsen oder ihm dabei helfen, anhand von Klingelschildern herauszufinden, im wievielten Stock sich der Zahnarzt befindet. Ein anderes Mal kann ihm ein Helfer oder eine Helferin sagen, ob die Milch im Kühlschrank schon abgelaufen, oder ob die Wohnung, wenn Besuch kommt, wirklich sauber geputzt ist.

Marcel Roeschs Lebensmut und -energie sind auch am Arbeitsplatz spürbar.
Im Beruf geben Kollegen Marcel hier und da Anweisungen – im Privaten sind Freunde und Familie seine Augen.

Menschliche Hilfe ist unersetzlich

Ginge es nach Marcel Roesch, könnten es aber noch weit mehr elektronische Hilfen sein. So wünscht er sich etwa eine App, die im Bahnhof akustische Signale sendet, die ihm sagen, wo sich der nächste Kiosk, der Ticketschalter oder ein bestimmtes Restaurant befinden. Und das Thema selbstfahrendes Auto löst bei ihm Begeisterungsstürme dafür aus, dereinst vielleicht einmal selbst so mobil zu werden.

In seiner 4½-Zimmer-Wohnung oder in der Firma kennt er sich blind aus. Hier weiss er, wo ein Stuhl im Weg stehen könnte oder wo die Treppe kommt. Zu Hause helfen ihm kleine, tastbare Klebeetiketten auf dem Elektroherd, damit er nicht die falsche Herdplatte anstellt. «Ansonsten sieht man meiner Wohnung nichts an, sie ist wie die eines Sehenden», sagt Marcel Roesch. Nicht einmal Bilder an den Wänden fehlen, denn Besucher sollen sich bei ihm wohlfühlen, betont er. In unbekannteren Gefilden ist er vor allem auf menschliche Hilfe angewiesen, im Urlaub zum Beispiel wie kürzlich auf einer Chinareise. Andere Menschen seien wichtiger als alle technischen Errungenschaften und würden es auch in Zukunft bleiben– davon ist Marcel Roesch überzeugt.