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Ein Leben als digitale Nomaden

Seit 1000 Tagen sind Gabriella Hummel und Sandro Alvarez in ihrem alten VW-Bus auf den Strassen Nord- und Südamerikas unterwegs. Die beiden erzählen, wie sie unerwartet zu digitalen Nomaden wurden und was es braucht, um sich den Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten zu erfüllen.

Text: Julie Freudiger, Fotos: Büro Luz

Ihr seid gerade für ein paar Monate zurück in Zürich, bevor es wieder nach Südamerika geht. Heimweh?

Sandro Alvarez: Es war Zeit, wieder einmal Freunde und Familie zu treffen. Und den berühmten ersten Kaffee mit unseren Kunden zu trinken.
Gabriella Hummel: Dies ist ja bei uns meistens nicht möglich. Für einige Kunden stimmt das, für andere nicht. Das ist in Ordnung.

Ihr hattet nicht von Anfang an geplant, von unterwegs zu arbeiten, sondern wolltet «nur» von Seattle nach Feuerland reisen. Zeithorizont: ein Jahr. Warum der Sinneswandel?

S.A.: Alle, die schon einmal für längere Zeit verreist sind, wissen: Ein Jahr Reisen klingt nach viel. Aber die Zeit vergeht extrem schnell.

G.H.: Wir sind so langsam gereist, dass wir nach einem Dreivierteljahr erst in Mexiko waren – weit entfernt von Feuerland.

Digitales Nomadentum: Sandro Alvarez und Gabriella Hummel vor ihrem Bus Luz in der Salar de Uyuni in Bolivien.
Seit 1000 Tagen sind die Vanabundos unterwegs und schlagen ihre Zelte dort auf, wo es ihnen gerade gefällt.

Dann wurde das Geld, das für etwa ein Jahr hätte reichen müssen, knapp.

G.H.: Wir haben zuerst als Freelancer gearbeitet. Aber das war nicht befriedigend. Es hat mindestens ein halbes Jahr gebraucht, bis wir auf die Idee gekommen sind, unsere Kräfte zu bündeln.

S.A.: Das war eine eigene Reise auf der Reise: herauszufinden, wie es weitergeht.

G.H.: Es gab schwierige Augenblicke, vor allem finanziell. Ich kann mich noch gut an einen Moment in Guatemala erinnern, als ich sehr verzweifelt war. Unser Konto war leer und ich hatte Angst, wir müssten notgedrungen zurück nach Hause.

Und doch hat es eine Weile gedauert, bis ihr eure jetzige Agentur gegründet habt. War das als Journalistin sowie als Content- und Marketingberater nicht die offensichtlichste Lösung?

(Beide lachen.)

G.H.: Es klingt logisch, dass wir jetzt machen, was wir machen. Bis uns jedoch klar war, wie wir unterwegs Geld verdienen können, und bis wir unsere Firma gründeten, vergingen aber anderthalb Jahre.

Definiert ihr euch als digitale Nomaden?

S.A.: Wir arbeiten ortsunabhängig. Das ist die Bezeichnung, die wir wählen.

G.H.: Ansonsten unterscheidet sich unsere Arbeitsweise nicht gross von anderen Selbstständigen.

«Die grösste Herausforderung ist der Schritt vorher: die Positionierung.»

Was sind die grössten Herausforderungen bei ortsunabhängigem Arbeiten – ausser der Suche nach Internet?

S.A.: Die Internetabdeckung war ausser in Patagonien überall in Ordnung. Grundsätzlich ist das Vertrauen der Kunden das Wichtigste.

G.H.: Vielleicht noch die Zeitumstellung. Wenn wir an einem Projekt arbeiten, achten wir darauf, dass wir etwa zur gleichen Zeit online sind wie die Kunden. In Cusco sind wir beispielsweise um 6 Uhr früh aufgestanden. Bei null Grad und Dunkelheit keine Freude. Aber für eine Woche geht das.

S.A.: Die grösste Herausforderung ist aber der Schritt vorher: die Positionierung. Sich zu überlegen, was man arbeiten möchte, mit wem man arbeiten möchte und was man anbieten kann.

Gibt es einen Interessenkonflikt zwischen dem Reisen, dem Wunsch, Neues zu entdecken, und Deadlines?

S.A.: Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Vor allem dann, wenn Besuch kommt oder lange Reisestrecken ohne ausreichende Internetabdeckung bevorstehen. Wir haben das aber von Anfang an bewusst in unser Projektmanagement integriert.

G.H.: Der Trick ist, langsam unterwegs zu sein und gut zu planen. Wenn wir direkt nach der Ankunft an einem neuen Ort eine Deadline einhalten müssen, gehen wir einfach ein paar Tage später auf Erkundungstour.

S.A.: Oder wir mieten für grössere Projekte eine Wohnung an einem Ort, an dem es sich gut arbeiten lässt. Und wir arbeiten am liebsten projektbasiert. So müssen wir nur online sein, wenn das Projekt aktuell ist.

Seid ihr zu 100 Prozent ausgelastet?

S.A.: Das streben wir gar nicht an. Durch die günstigen Lebenshaltungskosten in Südamerika müssen wir das aktuell nicht, um unsere Grundkosten zu decken.

G.H.: Reisen ist per se schon ein Vollzeitjob, alles dauert länger – Einkaufsmöglichkeiten finden, Routen planen, den Bus reparieren. Wir achten darauf, dass wir die Balance halten und nicht zu viel annehmen. Sonst würden wir wahnsinnig werden.

Nach eurer Rückkehr war das Medieninteresse an eurer Geschichte gross. Könnt Ihr vom Rummel um das Thema Vanlife und digitale Nomaden profitieren?

G.H.: Wir sind in der Schweiz an vorderster Front, wenn es um digitale Nomaden geht. Es gibt hier noch nicht viele, die so leben und arbeiten wie wir.

S.A.: Aber wir sagen nicht, dass das Glück eines jeden im Reisen liegt. Oder dass wir etwas ganz Verrücktes tun. Im Gegenteil. Wenn wir das schaffen, sollte das für jeden anderen auch möglich sein.

Arbeiten und nebenher die Welt entdecken klingt nach einem Traum.

G.H.: Es geht immer auf und ab, egal wo man ist. In Lima beispielsweise arbeiteten wir zum ersten Mal eng zusammen. Das Projekt haben wir zwar gewonnen, aber wir hatten uns total verkracht. Es war eine Katastrophe. Mittlerweile sind aber die Verantwortungsbereiche klar und es klappt gut.

 

«Der Trick ist, langsam unterwegs zu sein und gut zu planen.»

Auf kleinstem Raum zusammenarbeiten und -leben: War das für euch ein Problem?

G.H.: Wenn du gemeinsam reist, lernst du viel über Beziehungen. Du bist gezwungen, zu kommunizieren. Wir haben ausserdem immer darauf geachtet, dass wir unsere Stunden des Alleinseins haben. Einer von uns war im Bus, einer draussen, oder Sandro ging joggen und ich besuchte eine Yogalektion.

S.A.: Ein passiv-aggressives Verhalten auf so engem Raum geht einfach nicht.

Was ist euer Ratschlag an alle, die digitale Nomaden werden möchten?

G.H.: Digitales Nomadentum ist ein Lifestyle, kein Beruf. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Man muss nichts lernen, um digitaler Nomade zu werden. Sondern man tut das, was man bereits kann, einfach in digitaler Form.