Dossier: Trendsport

Mountainbike-Tipps für Anfänger:innen

Mit dem Bike kilometerlange Trails abreiten, dabei die atemberaubende Berglandschaft geniessen und nebenbei den ganzen Körper trainieren: Wer einmal mit dem Mountainbiken angefangen hat, hört selten wieder auf. Mit diesen Tipps vom Profi gelingt der Einstieg.

Text: Roland Brühwiler; Fotos: Arosa; Film: Yoveo

Der Anfang auf dem Mountainbike im Gelände wird wahrscheinlich etwas wackelig – und kniffligere Stellen werden zur Mutprobe. Vorneweg: Das geht allen so. Die nötige Sicherheit kommt mit der Übung. Oliver Vogel, Inhaber der Bikeschule SWISSBIKEGUIDE in Arosa, erklärt im Video, worauf Anfänger:innen achten sollten, damit die ersten Ausfahrten sicher gelingen und Spass machen.

Finden Sie das richtige Bike

Bevor’s losgeht, sollten Sie Ihr Bike richtig einstellen: Die Grösse des Mountainbikes hängt von Ihrer Körpergrösse ab, Dämpfer und Federgabel werden auf Ihr Gewicht abgestimmt. Am besten lassen Sie Ihr Mountainbike in einem Fachgeschäft entsprechend anpassen. Zudem ist es wichtig, dass das Bike regelmässig gewartet wird. Tipp: In vielen Bergregionen können Sie Mountainbikes mieten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie sich ein eigenes kaufen. So können Sie einfach herausfinden, welches Modell Ihnen am besten zusagt. Auch falls Sie nur selten fahren, sind Mietvelos eine gute Option.

Die richtige Ausrüstung

Daneben gehören auch Helm, Langfingerhandschuhe, eine Sonnenbrille und optional Knie- und Ellbogenschoner zur Ausrüstung. Nehmen Sie genügend Wasser, Ihr Handy, ein Erste-Hilfe-Set und allenfalls einen Energieriegel mit. Gerade in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen: Prüfen Sie deshalb vor dem Start den Wetterbericht und passen Sie Ihre Kleidung entsprechend an. Eine Regenjacke gehört auf alpinen Touren auch bei sonnigem Wetter in jeden Bikerrucksack.

Planen Sie Ihre Route

Wählen Sie für den Start einen Trail, der nicht zu anspruchsvoll, zu lang oder zu steil ist: Denn erstens macht es mehr Spass, wenn Sie das Bike nicht dauernd schieben müssen, und zweitens reichen Ihre Kraftreserven so bis zum Schluss. Grosses Plus: In vielen Regionen können Sie den Anstieg mit einer Gondel oder Bahn bewältigen und sich so auf die Abfahrt fokussieren.Je nach Region sind die Trails in verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt: Entweder in S0 (ziemlich einfach) bis S5 (Profis) oder in Grün/Blau (einfach), Rot (mittel) und Schwarz (schwer).

Der innere Gorilla

Finden Sie die richtige Abfahrtsposition auf dem Mountainbike: Stehen Sie zu weit vorne, kippen Sie über den Lenker; zu weit hinten verlieren Sie den Bodenkontakt unter dem Vorderrad. Fassen Sie den Lenker möglichst breit und winkeln Sie die Ellbogen stark an, ähnlich der Liegestützposition. Das Kinn sollte dabei nicht über den Lenker hinausragen. Platzieren Sie Ihre Füsse mittig auf den Pedalen. Anstatt auf dem Sattel zu sitzen, stehen Sie beim Abfahren mit leicht angewinkelten Knien. Zusätzlich senken Sie dafür Ihren Sattel ab. Diese Position nennt sich auch «Gorillaposition».

Die 60-40-Technik

Bremsen Sie nur mit den Zeigefingern, die Sie aber jederzeit an der Bremse halten. Sicher unterwegs sind Sie, wenn Sie auf die sogenannte Bremsdosierung achten: Nutzen Sie zu 60 Prozent die Vorderrad- und zu 40 Prozent die Hinterradbremse, um ein Blockieren des Hinterrads zu vermeiden und eine optimale Bremswirkung zu erzielen. So schonen Sie auch gleich noch den Trail.

Blick in die Fahrtrichtung

Beim Kurvenfahren sollten Sie zwei Dinge beachten. Einerseits die Radneigung, andererseits die Blickführung. Das bedeutet: Neigen Sie das Rad in die Kurve, nicht Ihren Körper, und fahren Sie dorthin, wo Sie hinschauen. 

Drei Mountainbike-Tipps vom Profi

Linienwahl: Fahren Sie die Kurve aussen an, ziehen Sie zum Scheitelpunkt hinein und lassen Sie sich wieder hinaustreiben.

Hindernisse überrollen: Jede Lenkbewegung auf dem Mountainbike birgt ein Risiko. Weichen Sie daher Steinen oder Wurzeln nicht aus, sondern überrollen Sie die Hindernisse wo möglich.

Defensive Fahrweise: Lieber einmal zu viel absteigen als einmal zu wenig.

Bonus-Tipp: Verkrampfen Sie sich nicht – geniessen Sie einfach die Fahrt!