Dossier: Gesunde Zähne

Erste Zähne – Schmerz lass nach

Wenn die ersten Zähne durchstossen, ist das für Babys oft sehr schmerzhaft. Was die ersten Symptome sind und wie Sie die schlimmsten Schmerzen beim Zahnen lindern.

Text: Sonja Brunschwiler; Foto: Unsplash

Wenn beim Baby die ersten Zähne aus dem Kiefer in die Mundhöhle wachsen, beginnt eine mitunter schmerzhafte Phase: das Zahnen. Sie beginnt mit ca. sechs Monaten und dauert bis ins dritte Lebensjahr. In dieser Zeit bekommt das Kind 20 Milchzähne, die nicht nur dazu dienen, Nahrung zu zerkleinern, sondern dem Kind auch helfen, richtig sprechen zu lernen. Zudem sind die Milchzähne Platzhalter für die sogenannten Dauerzähne, die etwa ab dem sechsten Lebensjahr durchstossen.

Jedes Baby erlebt das Zahnen anders: Während das eine schmerzgeplagt ist, bahnen sich die Zähne beim anderen fast schmerzlos ihren Weg. Die meisten Babys aber sind unruhig und quengeln viel, weil ihnen das Zahnen wehtut.

Typische Symptome des Zahnens:

  • Fieber und Durchfall als Infektionserscheinung, weil das Immunsystem während des Zahnens geschwächt ist. Fragen Sie bei höherem Fieber einen Arzt um Rat.
  • Geschwollenes und gerötetes (aber nicht blutendes) Zahnfleisch als Reaktion darauf, dass sich die Milchzahnkronen durch das Zahnfleisch kämpfen.
  • Erhöhte Speichelproduktion, weil das Baby sich Gegenstände oder die eigene Hand in den Mund steckt, um den Schmerz durch Druck zu lindern – solche «Reize» regen die Speichelbildung an.
  • Brust- oder Milchflaschenverweigerung, da das Lutschen des Babys an der eigenen Hand oder an Gegenständen nicht nur seinen Schmerz lindert, sondern zugleich auch sein Zahnfleisch empfindlicher macht.

Was hilft gegen das Zahnen – was nicht?

  • Zuckerfreies, kühlendes Zahngel aus der Apotheke oder Drogerie, das Sie auf dem Zahnfleisch des Kindes verreiben können.
  • Beissringe oder feuchte Waschlappen, mit welchen das Kind durch Gegendruck das eigene Zahnfleisch massiert; sie wirken gekühlt noch besser.
  • Schmerzzäpfchen und Schmerzsaft, wenn alles andere nichts nützt. Lassen Sie sich unbedingt vom Kinderarzt die richtige Dosierung empfehlen.
  • Gekühlte Speisen sind für das zahnende Kind angenehmer als warme, zum Beispiel gekühlter Apfelbrei, eine kalte Banane oder gekühltes Joghurt. Ab dem sechsten Monat kann auch das Knabbern an einer Brotrinde, an einem gekühlten, geschälten Rüebli oder einem grossen Apfelschnitz helfen.
  • Bernsteinketten werden von Zahnärzten nicht empfohlen, weil es keine wissenschaftlichen Studien darüber gibt, dass sie tatsächlich den Schmerz beim Zahnen lindern. Dennoch sind viele Mütter und Hebammen überzeugt, dass Bernstein wegen der darin enthaltenen ätherischen Öle eine beruhigende Wirkung hat. Achten Sie bei Anwendung darauf, dass die Kette keine Bruchstellen hat und reissfest ist.

Vom ersten Zahn an gilt: Achten Sie auf eine gute Zahnhygiene Ihres Kindes! Reinigen Sie ihm regelmässig die Zähne – ab circa zwei Jahren kann es das mit Unterstützung selber übernehmen.