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Bei diesen Symptomen sind Ärztin oder Arzt gefragt

«Wären Sie nur früher in die Praxis gekommen!» Es gibt Symptome, die keinen Aufschub dulden. Acht Anzeichen, dass Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin suchen sollten – von heftigen Schmerzen bis zu akuten Sehstörungen.

Text: Jessica Braun; Foto:

Sich ab und zu angeschlagen zu fühlen ist ganz normal: Der Kopf tut weh, die Nase läuft oder der Magen grummelt verstimmt. Sind die Symptome aber ungewohnt, intensiver als sonst oder wollen nicht nachlassen, ist es ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Manchmal sendet der Körper jedoch nur subtile Signale. Auch diese fordern unsere Aufmerksamkeit – und in einigen Fällen sogar den Griff zum Telefon, um den Rettungsdienst zu alarmieren. Denn bestimmte Krankheiten und Verletzungen müssen schnellstmöglich untersucht und behandelt werden, um Langzeitfolgen auszuschliessen. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt kein Arztgespräch. Sie kennen Ihren Körper am besten. Wenn etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, lassen Sie sich untersuchen. 

Gemeint ist damit natürlich kein starker Muskelkater, sondern ein unerwarteter und schwer auszuhaltender Schmerz. Insbesondere in der Brust oder im Unterleib kann dieser ein akutes Warnsignal sein: Ein Herzinfarkt äussert sich beispielsweise durch stechende oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, bei Frauen oft auch im Oberbauch. Bauchschmerzen können durch eine Blinddarmentzündung verursacht werden.

Gallensteine werden häufig von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Nehmen Schmerzen allmählich zu und klingen nach mehreren Tagen nicht ab, handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich nicht um einen Notfall, es ist aber dennoch Grund genug, sich zügig in der Praxis zu melden.

Wie viel Blut im Körper eines Menschen zirkuliert, variiert. Bei einem Kind geht man von ungefähr 80 Millilitern Blut pro Kilogramm Körpergewicht aus, bei Erwachsenen sind es geschätzt zwischen 60 (Frauen) und 70 (Männer) Milliliter. Verliert ein Mensch innerhalb einer Stunde einen Liter oder mehr, droht ein Schock, der lebensgefährlich sein kann.

Das Herz ist dann nicht mehr in der Lage, ausreichende Mengen Blut durch den Körper zu pumpen. Der Blutdruck sinkt, das Herz rast und man fühlt sich schwindelig. Angstgefühle setzen ein. Eine stark blutende Person sollte sich sofort hinsetzen oder hinlegen, Druck auf die Wunde ausüben und den Rettungsdienst verständigen. 

Dies sind die typischen Symptome eines Schlaganfalls – und ein Signal, dass sofort der Rettungsdienst 144 gerufen werden sollte. Bei Frauen kann sich ein Schlaganfall auch anders äussern: Übelkeit, Kurzatmigkeit, Brust- und Kopfschmerzen sind – vor allem wenn sie gemeinsam auftreten – ebenfalls sehr ernst zu nehmen. Denn blockiert ein Blutgerinnsel die Blutversorgung des Gehirns, ist das lebensbedrohlich.

Die besten Chancen haben Betroffene, die in einer sogenannten Stroke Unit eines darauf spezialisierten Krankenhauses behandelt werden – und das idealerweise innerhalb von drei Stunden, nachdem die Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind. Deswegen immer den Rettungsdienst darauf hinweisen, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte. 

Die meisten Menschen wissen, wie es sich anfühlt, wenn ein Virus einem die Mahlzeiten wieder abverlangt. Noroviren und Rotaviren befallen Erwachsene etwa einmal im Jahr, Kinder erwischen sie noch häufiger.

Sind Erbrechen oder der Durchfall allerdings so heftig, dass man auch keine Flüssigkeit mehr bei sich behalten kann, und kommen Schwindel und Kreislaufprobleme hinzu, ist ärztliche Hilfe nötig. Auch Blut im Stuhl ist ein Warnsignal.  

Fieber ist ein Zeichen, dass eine Infektion dem Körper zu schaffen macht – und dieser die Erreger mit voller Kraft bekämpft. In der Regel genügt es, im Bett zu bleiben und ausreichend zu trinken. Steigt das Fieber auf eine Temperatur über 39 Grad, sollte man jedoch eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Kommen Schüttelfrost, eine beschleunigte Atmung und Verwirrung dazu, sind das Alarmzeichen für eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt. Diese kann in einem Multiorganversagen enden – und das ist tödlich. Mehr als drei Tage mit niedrigem Fieber sind ebenfalls ein Grund, sich untersuchen zu lassen. 

Für manche mag dies nach einer begrüssenswerten Entwicklung klingen. Ein Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund kann jedoch auf verschiedene Erkrankungen hinweisen, darunter Eierstockkrebs, eine Hormonstörung oder Autoimmunerkrankung.

Zu schnell die Treppen hochgestiegen, beim Mittagessen kräftiger zugelangt als gewöhnlich oder hochsommerliche Temperaturen – Gründe für Kurzatmigkeit gibt es viele und manche sind sogar sehr schön.

Ist die Atmung plötzlich ohne ersichtliche Ursache eingeschränkt, ist das aber ein Thema für die Ärztin oder den Arzt. Zu den Krankheiten, die das Atmen erschweren, gehören die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Bronchitis, Asthma, Lungenentzündungen, aber auch Blutgerinnsel in der Lunge, eine sogenannte Lungenembolie. Der Auslöser kann jedoch auch psychischen Ursprungs sein: Depressionen oder Angstzustände beeinflussen die Atmung ebenfalls.

Manche Menschen, die an Migräne leiden, sehen infolge der Anfälle weisse, blitzende Linien – und das manchmal auch ohne den gewohnten Kopfschmerz. Zeigen sich ohne Grund plötzlich helle, flackernde Lichter im Gesichtsfeld, kann in seltenen Fällen eine Netzhautablösung oder – insbesondere bei Menschen mit Diabetes –¬ eine Blutung im Glaskörper dahinterstecken. Das ist die gelartige Substanz, aus der grosse Teile des Auges bestehen.

Ein plötzlicher Sehverlust ist ein Notfall: Eine verstopfte Netzhautarterie, eine Entzündung, in Ausnahmefällen aber auch ein Schlaganfall können zu den Verursachern zählen.