Momente teilen Junge Erwachsene Ausziehen: Die Checkliste Wohnungssuche: Die wichtigsten Kriterien Auslandsemester Sprachaufenthalt oder Au-pair? Gut vorbereitet einrücken Grassrooted Clever packen Das passende Auftreten Veganismus Verhütung Adieu, Hotel Mama - hallo, WG-Leben Günstig reisen Finanzielle Vorsorge Kinderwunsch Fruchtbarkeit tracken Der richtige Zeitpunkt? Der Beitrag der Männer Fruchtbarkeit und Ernährung Der medizinische Check Wissenswertes über den Eisprung Unerfüllter Kinderwunsch: Was tun? Drei Fruchtbarkeitstracker im Vergleich Kinderwunsch und Partnerschaft Schwangerschaft Eltern-Kind-Beziehung Risikoschwangerschaft Babyblues Blasensprung Schlafen Schwangerschaftsstreifen Versicherung Vorbereitung Stillen Vorwehen 1.–3. Monat: Pränataldiagnostik 1.–3. Monat: Ernährung 1.–3. Monat: Verlauf 1.–3. Monat: Tipps für den Alltag 4.–6. Monat: Reisen 4.–6. Monat: Verlauf 7.–9. Monat: Babyausstattung 7.–9. Monat: Geburtsort 7.–9. Monat: Geburtstasche 7.–9. 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Dossier: Junge Erwachsene

«Durch mein Coming-out kann ich endlich so leben, wie ich es möchte»

Sich so zu zeigen, wie man wirklich ist, ist besonders für Menschen, die aus der Norm fallen, ein kräfteraubender Prozess. Als homosexueller Berater bei der Plattform «du-bist-du» weiss Dominik Steinacher in zweierlei Hinsicht, wovon er spricht, wenn er sagt: «Das Coming-out ist auch heute noch eins der grössten Themen junger Queers.»

Interview: Katharina Rilling; Fotos: Karin Heer

Dominik, wann hast du gemerkt, dass du dich für Jungs interessierst?

Schon sehr früh, vielleicht mit elf Jahren. Aber ich habe es verdrängt und brauchte noch gut fünf Jahre Zeit, um mich zu outen. Ich bin in einer sehr ländlichen Gegend aufgewachsen. Homosexualität war ein Tabuthema, es wurde einfach nicht darüber gesprochen. Zuerst redete ich mir ein, es sei nur eine Phase, das werde schon wieder. Mädchen fand ich auch spannend, aber verlieben konnte ich mich nur in Jungs. Als diese Gefühle immer stärker wurden, begann ich mir Sorgen zu machen. Wieso ich? Was wird mein Umfeld über mich denken? Fast jeder meiner Gedanken drehte sich nur noch um diese Fragen.

Fünf Jahre hast du dich mit diesen Fragen herumgeschlagen. Was hat dich schliesslich dazu bewogen, dich zu outen?

Es gab keinen Auslöser. Aber wenn man ein Geheimnis so lange mit sich herumträgt, wird irgendwann der innerliche Druck zu gross. Ausserdem wollte ich mit 16 auch langsam andere schwule junge Männer kennenlernen – und zwar ohne ein Doppelleben führen zu müssen. Meine Mutter war die Erste, die es erfuhr: Ich habe ihr einen Brief geschrieben und diesen in ihre Schminkschublade gesteckt. Ich war total überfordert und hätte es ihr nicht ins Gesicht sagen können. Nach einer ziemlich langen Zeit – ich weiss bis heute nicht, ob sie die Zeit für sich gebraucht hat oder den Brief erst spät gefunden hat – hat sie mich darauf angesprochen.

«Viele sagen, sie hätten nichts gegen schwule Männer. Aber wie sieht es konkret aus, wenn der eigene Sohn homosexuell ist?»

Wie hat sie reagiert?

Positiv. Ich habe das eigentlich erwartet, trotzdem war es schwierig. Dieser Moment, wenn du es aussprichst und es plötzlich Realität wird: Dann ist es raus und du kannst es nicht zurücknehmen. Ausserdem bleibt immer eine Unsicherheit: Viele sagen, sie hätten nichts gegen schwule Männer. Aber wie sieht es konkret aus, wenn der eigene Sohn homosexuell ist? Dazu kamen die Hemmungen, die man als Teenie beim Thema Liebe und Sexualität sowieso hat. Als queerer Jugendlicher musst du mit deinen Eltern darüber reden. Du kannst zumindest nicht einfach einen Partner mit nach Hause bringen, ohne komisch angeschaut zu werden. Es ist aber nicht leicht, hinzustehen und zu sagen: Hey, Mami und Papi, ich bin schwul.

Wann hat dein Vater davon erfahren?

Ich war mit der Familie essen. Mein Bruder und ich schrieben uns SMS unter dem Tisch, es ging darum, in wen wir verliebt waren. Als ich ihm einen Jungennamen schickte, war er geschockt – aber nur kurz. Dann sagte ich es auch gleich meinem Vater. Der distanzierte sich ein paar Tage lang von mir, weil er überfordert war. Aber auch er hat es schnell akzeptiert.

Was ist das Schwierigste am Coming-out?

Für mich damals, mich selbst zu akzeptieren. Mir hat es sehr geholfen, mich mit anderen queeren Leuten auszutauschen und zu merken, dass ich nicht alleine damit bin und mich dafür nicht schämen muss. Im Gegenteil: Es ist ganz normal – und schön! Es gibt so viele tolle und offene Menschen, die das Gleiche durchgemacht haben. Ich hatte Glück und mein Umfeld hat es gut aufgenommen. Es gibt leider auch ganz andere Fälle: Viele Queers leben in Angst, verstossen oder verprügelt zu werden, wenn sie sich outen (siehe Box unten). Oder sie werden gehänselt und schikaniert.

«Mein Umfeld hat sich verändert: Es ist sensibler geworden.»

Wie hast du dich nach dem Coming-out gefühlt? Gab es auch bei dir verletzende Kommentare?

Ich war vor allem sehr erleichtert. Mein Umfeld hat sich verändert: Zum einen ist es sensibler geworden. Als 15-Jähriger hat es mich verletzt, wenn mein Vater Schwulenwitze gerissen hat. Es passierten immer wieder homophobe Dinge im Bekanntenkreis, meist unbewusst. Das änderte sich nach dem Coming-out. Zum anderen habe ich queere Freunde und Freundinnen gefunden. Ich durfte sie treffen und dazu stehen, dass ich sie kenne. Ausserdem konnte ich plötzlich mit meinen Freundinnen über Jungs reden, das war toll. Klar wurde auch getratscht und die Freundschaft zu einer gläubigen Kollegin zerbrach. Aber durch mein Coming-out kann ich mein Leben jetzt so leben, wie ich es möchte. Das ist enorm viel wert.

Wurde es mit der Zeit leichter, sich zu offenbaren?

Definitiv: Je häufiger man sich outet, desto einfacher wird es. Bei meiner Schulklasse war es für mich kein Problem mehr. Ich bin relativ selbstbewusst mit dem Thema umgegangen. Dadurch war es für Mobber und Mobberinnen nicht so attraktiv, sich darüber lustig zu machen. Übrigens muss ich mich noch immer ständig outen, nämlich bei jeder neuen Person, die ich kennenlerne, und bei jedem neuen Job. Es ist immer ein Thema.

«Macht euch keinen Druck. Wartet, bis für euch der richtige Moment gekommen ist.»

Kannst du Tipps für ein gutes Coming-out geben?

Das Wichtigste ist: Macht euch keinen Druck. Wartet, bis für euch der richtige Moment gekommen ist. Ihr müsst euch auch nicht auf einen Schlag gleich allen offenbaren. Man kann das zwar machen, zum Beispiel bei einem Vortrag zum Thema in der Schule. Aber vielen rate ich: Sucht euch die Menschen gezielt aus, denen ihr euch zu Beginn anvertraut. Es hilft, wenn du eine Person hast, die immer zu dir hält. Übrigens: Du schuldest niemandem etwas. Daher kannst du dich auch ohne schlechtes Gewissen per SMS outen, wenn dir das lieber ist. Das ist völlig okay. Wenn man sich erst mal geoutet und eine positive Erfahrung gemacht hat, wird es immer einfacher. Je beiläufiger man das Thema bei Kollegen anspricht, desto weniger ist es auch für das Gegenüber ein Problem. Und dann: Lernt Leute aus der Community kennen und tauscht euch aus!

Anlaufstellen für Infos, Beratung und Schutz

  • Bei du-bist-du.ch beraten junge Queers anonym und kostenlos und bieten viele wertvolle Infos. Beispielsweise auch rund ums Thema Coming-out: https://du-bist-du.ch/infopool/coming-out/
  • Das Schlupfhuus in Zürich bietet sofortigen und sicheren Unterschlupf. Dieses Angebot dürfen auch Jugendliche aus anderen Kantonen in Anspruch nehmen. Das Schlupfhuus ist jeden Tag 24 Stunden unter der Telefonnummer 043 268 22 66 erreichbar. Falls Zürich zu weit ist, werden auch Unterschlupfmöglichkeiten in der Nähe vermittelt.
  • Bei der LGBT+ Helpline gibt es telefonische Hilfe bei homo- oder transfeindlicher Gewalt.
  • Suizidgefahr: In dringenden Fällen sind professionelle Berater und Beraterinnen, die ein offenes Ohr für alle Anliegen haben und in Krisen unterstützen, unter der Telefonnummer 147 jeden Tag 24 Stunden kostenlos und anonym erreichbar.