Sechs Hausmittel gegen Grippe und Erkältung

Husten, Schnupfen und Fieber: Die kalte Jahreszeit ist Erkältungs- und Grippesaison. Zwar wird der Körper mit einer Erkältung meist allein gut fertig, Hausmittel unterstützen ihn aber bei der Genesung und lindern Beschwerden.

Text: Julie Freudiger

Bilder: iStock

3 Min

20.08.2026

Grippe oder Erkältung?

Wenn die Nase trieft, es im Hals kratzt und das Fieberthermometer steigt, spricht man landläufig von einer Grippe. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass es «nur» eine harmlosere Erkältung ist.

Bei der «echten» Grippe fühlt man sich auf einen Schlag sehr krank, hat hohes Fieber, quälenden Husten, Muskel- oder Kopfschmerzen. Zudem kann die Grippe Komplikationen mit sich bringen und einen schweren Verlauf nehmen.

Eine Erkältung hingegen kündigt sich langsam mit einer tropfenden Nase an und entwickelt sich dann zu einem Schnupfen. Oft fühlt man sich müde und erschöpft, leichtes Fieber kann hinzukommen, ebenso Kopf- und Gliederschmerzen.

Hausmittel: Was hilft bei Grippe und Erkältung?

In den meisten Fällen klingen die Grippe oder die Erkältung nach 1 bis 2 Wochen von allein wieder ab. Hausmittel können aber dabei helfen, die Beschwerden zu lindern.

  • Viel schlafen

    Die Symptome zu ignorieren und sich zur Arbeit zu schleppen, ist keine gute Idee. Der Körper braucht jetzt Ruhe, da ihn der Kampf gegen die Viren viel Energie kostet. Deshalb gilt nun: kein Sport! Denn wer mit Fieber Sport treibt, riskiert eine Herzmuskelentzündung.

  • Nase mit Salzwasser spülen

    Eine Nasendusche befreit, löst Verkrustungen und befeuchtet die Schleimhäute. Geben Sie 9 Gramm Kochsalz auf 1 Liter lauwarmes Wasser – oder einen halben gestrichenen Teelöffel Salz auf 350 Milliliter Wasser. Die Spüllösung sollte nicht in der Nase brennen. Mithilfe einer Nasendusche bringen Sie das Wasser in das eine Nasenloch ein, durch das andere fliesst es wieder hinaus.

  • Tee mit Honig trinken

    Warmer Tee befeuchtet die gereizten Schleimhäute und löst festsitzenden Schleim in den Atemwegen. Holunder- und Lindenblütentee sind schweisstreibend, Thymiantee löst den Schleim.

    Geben Sie einen Teelöffel Honig in den leicht abgekühlten Tee. Honig lindert den Hustenreiz und ist entzündungshemmend. Bei Fieber sollten Sie etwas mehr als gewohnt trinken, um den durch das Schwitzen entstehenden Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

  • Heisse Hühnersuppe essen

    Abgesehen von der Wärme der Suppe, die den zähflüssigen Schleim löst, sagt man Hühnersuppe weitere positive Effekte nach: Eisen, Zink und Vitamine sind entzündungshemmend und fördern die Genesung. Voraussetzung ist eine hausgemachte Suppe, die nebst dem Huhn auch frisches Gemüse enthält.

  • Hals mit Gurgeln beruhigen

    Bei Halsschmerzen hilft ein altbewährtes Hausmittel: mit Salzwasser, Salbei- oder Kamillentee gurgeln. Salbei wirkt antibakteriell und beruhigt, Kamille und Salzwasser sind entzündungshemmend.

    Brühen Sie einen starken Salbei- oder Kamillentee auf oder lösen Sie Kochsalz in warmem Wasser. Gurgeln Sie mehrmals täglich einige Minuten damit.

  • Fieber mit Wadenwickeln senken

    Bei Fieber können lauwarme Wadenwickel helfen, die Temperatur zu senken. Wickeln Sie dazu je ein kühles, nasses Handtuch um beide Waden. Sind die Wickel nach rund zehn Minuten wieder warm, entfernen Sie diese. Wenn Sie frieren oder kalte Hände und Füsse haben, sollten Sie auf die Wadenwickel verzichten.

Expertinnentipp

Jemima Hegermann, Medgate Teamärztin und Medical Supervisor: «Eine echte Grippe ist eine schwere Erkrankung, die das Immunsystem erheblich schwächt. Da sich im Körper von erkrankten Personen Bakterien besser ausbreiten können, sind zusätzliche Infektionen möglich. Bei einer Grippe kann es zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung kommen. Risikopatienten – älteren Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren und frühgeborenen Babys – empfehlen wir die saisonale Grippeimpfung, um sich zu schützen. Halten Ihre Symptome ohne Verbesserung über eine Woche an oder steigt das Fieber über 40 Grad, sollten Sie unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.»

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