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Tipps, falls es nicht auf Anhieb klappt

Manchmal läuft das Leben nicht nach Plan. Gerade wenn eine Schwangerschaft auf sich warten lässt, ist das belastend. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die helfen können, zu entlasten.


Tipp 1: Druck reduzieren

Starker Stress, Krisen oder einschneidende Veränderungen können dazu führen, dass die Fruchtbarkeit für eine bestimmte Zeit eingeschränkt ist. Man spricht von zeitweiliger Unfruchtbarkeit oder von Subfertilität. So kann beispielsweise auch der Zyklus aus psychosomatischen Gründen aus dem Takt geraten. Setzt man sich zudem zu stark unter Druck, leiden das Sexualleben und die Partnerschaft.

Geduld und Entspannung helfen, den Stress und Druck abzubauen. Auf den Kinderwunsch abgestimmte Körperübungen, autogenes Training und progressive Muskelrelaxation können unterstützend wirken. Ausserdem sollte man nicht zu schnell die Hoffnung verlieren: Ein Jahr bis zur Schwangerschaft gilt auch für ein physisch gesundes Paar als durchaus normal. Stehen die Chancen auf eine Befruchtung doch bei höchstens 20 bis 30 Prozent pro Zyklus, mit zunehmendem Alter abnehmend.


Tipp 2: Entspannen und sich wiederfinden

Untersuchungen und Therapien sind aufreibend. Sie belasten die Beziehung und die eigene Person. Rufen Sie sich in Erinnerung, was Sie vor dieser Zeit gerne gemacht haben. Was haben Sie als Paar gemeinsam unternommen? Nehmen Sie sich Zeit füreinander, fern des Zeugungsstresses. Und halten Sie sich den Eigenwert der Partnerschaft oder Ehe vor Augen.


Tipp 3: Eisprungtracker benutzen

Da man nur an wenigen Tagen pro Zyklus schwanger werden kann, ist es sinnvoll, einen Fruchtbarkeitstracker wie Ava zu verwenden. Gerade wenn man einen vollen Terminkalender hat oder sich nicht häufig sieht, kann es beruhigend sein, seinen Eisprung ganz genau zu kennen.


Tipp 4: Eine Antwort bereithalten

Überlegen Sie sich im Voraus, wie Sie auf Fragen wie «Wollt ihr denn keine Kinder?» reagieren möchten. Ehrlichkeit ist in den meisten Fällen erleichternd. Man darf seinem Gegenüber aber auch mitteilen, wenn man gerade nicht darüber sprechen möchte.


Tipp 5: Eine Selbsthilfegruppe suchen

Es kann tröstlich sein, sich mit Personen auszutauschen, denen es ähnlich ergeht. Man versteht gegenseitig die Probleme und Unsicherheiten, kann von anderen Erfahrungen profitieren und lernt auch neue Betrachtungsweisen kennen.

Auf der Website der Stiftung Selbsthilfe Schweiz finden Sie bestehende Gruppen, Personen, die einen Austausch suchen, Selbsthilfeorganisationen oder virtuelle Selbsthilfe.


Tipp 6: Medizinisch untersuchen lassen

Der Arzt kann den Grund für die ausbleibende Schwangerschaft in einem ersten Schritt mit relativ einfachen Eingriffen abklären. Dabei sollte sich als Erstes Ihr Partner untersuchen lassen. Denn man geht davon aus, dass in 30 bis 40 Prozent der Fälle die Ursache beim Mann liegt. Ausserdem sind die Untersuchungen bei ihm wesentlich einfacher als bei der Frau.

Mann:

  • Spermiogramm (Analyse der Qualität und Anzahl der Spermien)
  • Untersuchung der Hoden, z.B. auf Krampfadernverschluss der Spermaleiter
  • Hormonelle Abklärungen

 

Frau:

  • Analyse Ihres Eisprungs
  • Bei regelmässigem Eisprung: Abklärung von Hormonstörungen (Gelbkörperschwäche, Prolaktinwert)
  • Falls keine Hormonstörungen: Untersuchung Ihres Gebärmutterhalses (Zervix); Beobachten und Dokumentieren des Zervixschleims während Ihres Zyklus
  • Bei unregelmässigem Eisprung: Abklärung auf polyzistisches Ovarialsyndrom (PCO); Gebärmutterspiegelung (Myome, Polypen, Verwachsungen, Verformungen); Bauchspiegelung (Durchgängigkeit der Eileitern, normale Form von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern); Eileiterspiegelung (Durchgängigkeit der Eileitern)
  • Überprüfung der Rhesusfaktoren beider Partner
  • Untersuchung der Blutwerte auf Gerinnungsstörung
  • Untersuchung auf eine Schilddrüsenstörung
  • Untersuchung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes)
  • Untersuchung auf eine Autoimmunerkrankung oder Immunstörung
  • Nach Fehl- oder Frühgeburten: Untersuchung auf Chromosomenschäden

 

Wird die Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft nicht gefunden, gibt es weitere diagnostische Verfahren. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Ärztin. Auch eine Zweitmeinung kann sich lohnen.


Tipp 7: Ein Kinderwunschzentrum aufsuchen

Mit dem Fortschritt der Medizin sind viele Fälle von Unfruchtbarkeit behandelbar geworden. Es gibt also durchaus Möglichkeiten, dass sich der Kinderwunsch doch noch erfüllt: von Hormonbehandlungen bis zu künstlicher Befruchtung. Dieses Wissen kann beruhigend sein. Man darf aber nicht vergessen, dass fortpflanzungsmedizinische Eingriffe zeitintensiv sind und teuer. Es ist daher wichtig, dass Sie sich früh genug damit auseinandersetzen.

Ihre Gynäkologin oder ein Kinderwunschzentrum kann Sie beraten und Ihnen weiterhelfen. Hier finden Sie die Partnerkliniken von Sanitas:

Weiterführende Literatur:

  • «Gelassen durch die Kinderwunschzeit – loslassen lernen und empfangen», Birgit Zart, Heyne Verlag 2006
  • «Natürliche Familienplanung heute: modernes Zykluswissen», Elisabeth Reith-Paula et. al., Springer Verlag 2010
  • «Kinderwunsch – natürliche Wege zum Baby», Ingrid Gerhard und Christine Wolfrum, Gräfe und Unzer Verlag 2000
  • «Ein Baby! Unser grösster Wunsch. Was tun, wenn es nicht klappen will?», Alexandra Bröhm, Beobachter Edition 2013