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Challenge-Preis 2018

Die regionalen Sieger

Die regionalen Sieger 2018 stehen fest. Acht regionale Jurys haben die Dossiers der Finalisten analysiert und die besten drei Projekte bestimmt. Aus anfänglich rund 150 Bewerbungen haben nun 24 Vereine und Institutionen Grund zum Jubeln: Sie haben es in den acht Regionen auf einen Podestplatz geschafft und gewinnen Förderpreise im Gesamtwert von 64‘000 Franken. Ihre Projekte haben die regionalen Jurys mit innovativen Ideen und grossem Engagement für den Jugendbreitensport am meisten überzeugt. Die Erstplatzierten pro Region nominieren sich für den nationalen Challenge-Preis, der im Oktober zum 25. Mal verliehen wird.

Hier finden Sie die Übersicht zu den regionalen Siegern 2018.

Pro Velo Bern

Pro Velo Bern setzt sich dafür ein, dass Velofahren im Alltag Spass macht und alle sicher und schnell ans Ziel kommen. 2017 hat Pro Velo Bern die Aktion DEFI VELO lanciert, um dem Rückgang der Velonutzung bei den 15-20-Jährigen entgegen zu wirken. DEFI VELO, die Velo-Challenge für Jugendliche, motiviert die Klassen der Sekundarstufe II fürs Velofahren im Alltag. Die 15- bis 20-Jährigen entdecken die Freude am Velofahren und lernen durch Spiel und Spass die Vorteile des Velos kennen. Verkehrssicherheit, Geschicklichkeit, Mechanik und Velokultur sind Bestandteile dieses originellen Klassenwettkampfes. Ein ausgebildetes Leitungsteam geht in die Schulen, um eine Qualifikationsrunde mit der Klasse durchzuführen. Während der dreistündigen Veloparcours absolvieren die SchülerInnen in Teams verschiedene Posten rund ums Velo und versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln, um sich für den Final zu qualifizieren. Am 20. Juni kämpfen die besten Teams an einem Velo-Orientierungslauf in Bern um den Pokal. Verschiedene Animationen und die Preisverleihung machen den Event zu einem Velofest. Im Jahr 2017 haben 195 SchülerInnen aus Bern bei der Aktion mitgemacht. 2018 werden 500-800 Teilnehmende erwartet. Dieses Wachstum ist dank der guten Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und den verschiedenen PartnerInnen sowie dem Engagement der Projektleitung und des Leitungsteams, welches in direktem Kontakt mit den Jugendlichen und den Lehrpersonen steht, möglich. Dank der Unterstützung der Stadt und des Kantons Bern sowie der Gesundheitsförderung Schweiz und dem Bundesamt für Energie können die Schulen kostengünstig bei der Aktion mitmachen (CHF 5.- pro SchülerIn).

Urteil der Jury: Pro Velo Bern hat festgestellt, dass immer weniger Jugendliche Velo fahren. Um dem Trend entgegenzuwirken, wurde die Velo-Challenge erstellt. Dabei lernen junge Menschen den Gebrauch des Velos im Alltag. Dies dient der Sicherheit aller im öffentlichen Verkehr und soll Menschen dazu bewegen, im Verkehr auf eigene Muskelkraft zu setzen. Das Projekt funktioniert im Kanton Bern bestens, es soll auf weitere Kantone ausgeweitet werden. 

Verein DAS ANDERE LAGER

Der Verein DAS ANDERE LAGER organisiert jährlich ein Sportlager für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. DAS ANDERE LAGER hat das Ziel, durch Sport Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung einander näher zu bringen. Die Jugendlichen mit Beeinträchtigung kommen meistens aus Institutionen, die Jugendlichen ohne Beeinträchtigung nehmen vorwiegend mit regulären Schulklassen am Lager teil. Im Jahr 2018 wird DAS ANDERE LAGER vom 3. Juni bis zum 8. Juni stattfinden. Montag, Dienstag und Donnerstag finden die Bewegungs- und Begegnungsprogramme statt. Für die Teilnehmenden wird jeweils ein persönliches Programm zusammengestellt, bei welchem ihre Wünsche, die sie aus über 20 Sportarten auswählen, möglichst berücksichtig werden. Am Mittwoch sorgt ein Ausflug für zusätzliche Erlebnisse und am Freitag findet eine Olympiade statt, bei welcher die Jugendlichen, eingeteilt in gemischte Gruppen (Menschen mit und ohne Beeinträchtigung), in verschiedensten Disziplinen wetteifern.

Urteil der Jury: Die Jury war begeistert vom Verein DAS ANDERE LAGER. Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung können gemeinsam ein Lager erleben und zusammen 20 verschiedene Sportarten ausprobieren. So können neue Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen werden. Jugendliche ohne Rollstuhl entwickeln ein Verständnis für Jugendliche mit Beeinträchtigung und lernen, wie es ist, in einem Rollstuhl zu sitzen.

Verein Turnfabrik

Seit 2012 organisiert und leitet der Verein Turnfabrik die Turnangebote in der vereinseigenen Turnfabrik in Frauenfeld. Der Verein Turnfabrik fördert das Kunst- und Geräteturnen im Thurgau. Am Sonntag findet jeweils der «Family Sunday» in der Turnfabrik statt. Er bietet Kindern und Jugendlichen eine einmalige Bewegungslandschaft. Die Halle ist jeweils geöffnet von 13-17 Uhr für Familien mit Kindern. Dabei sollen Kinder bis 14 Jahre ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben und in einem bewegten Umfeld Sozialkontakte aufbauen können. Die Kinder kommen in Begleitung der Eltern, Grosseltern oder anderer Erwachsener und vergnügen sich in der Turnfabrik. Zwanglos sollen sie ausprobieren können, was ihnen gefällt, vom Riesentrampolin über die Schnitzelgrube, die Schaukelringe bis zur Kletterwand. Der Verein Turnfabrik bietet den Raum und eine gut abgesicherte Bewegungslandschaft, die Spielideen entwickeln die Kinder selbst. Für Kleinkinder steht ein separater Raum zur Verfügung. Die freiwilligen Helfer des Vereines garantieren ein sicheres Umfeld und geben Tipps für den Umgang mit den Geräten. Das freie Bewegungsangebot wird von Familien aus der Region genutzt. Für Jugendliche ab 14 Jahren, die alleine turnen wollen, bietet der Verein zusätzlich jeweils donnerstags den DOSport an. Neben dem geregelten Vereinsangebot erfreut sich so die Turnfabrik und der Turnsport immer grösserer Beliebtheit.

Urteil der Jury: Durch den Verein Turnfabrik wird in einzigartiger Weise ein normalerweise nur dem Spitzensport zur Verfügung stehendes sehr breites Infrastrukturangebot für Kinder und Jugendliche mit einfachem Zugang geschaffen. Gleichzeitig wird auch ein Ort der Begegnung für viele Kinder und Familien geschaffen.

Società Pallanuoto Bissone

Summer Camp: Das Projekt des Wasserballvereins Società Pallanuoto Bissone sieht die Organisation eines Camps für alle Jugendlichen aus Bissone und Umgebung vor. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, während einer oder mehrerer Wochen verschiedene Wassersportarten zu testen. Das Camp wird in Bissone stattfinden und ist folgendermassen aufgebaut: Am Vormittag und am frühen Nachmittag Freizeitaktivitäten (z.B. Monte Tamaro, Paintball etc.) und am Nachmittag verschiedene Sportaktivitäten mit anschliessendem Training. Die Ausgangsidee besteht bereits. Der Verein möchte ein entsprechendes Camp auch gerne im Winter anbieten können. Dafür müsste jedoch das Schwimmbad überdacht werden (im Moment ist dies leider nicht möglich). Bissone ist seit eh und je der Hauptsitz des Vereins, da es dort aber kein überdachtes Schwimmbad gibt, würde der Verein gerne zu seinen Wurzeln zurückkehren. Das Projekt ermöglicht es den Jugendlichen, neue Freundschaften zu knüpfen – sowohl beim Sport als auch in der Freizeit. Zudem haben die Teilnehmer die Möglichkeit, verschiedene Wassersportarten auszuprobieren und somit selbständig die geeignete Sportart zu finden.

Urteil der Jury: Die Società Pallanuoto Bissone gewinnt, weil sie sie ein breites Angebot von Wassersportarten anbieten und das Konzept und die Vision klar strukturiert, durchdacht und überzeugend ist. Das Zielpublikum ist sehr breit. Nebst den Wassersportarten werden auch andere Aktivitäten angeboten. Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem gesellschaftlichen und sozialen Hintergrund werden langfristig zu mehr Bewegung motiviert. Das Preisgeld soll gezielt eingesetzt werden, damit die Aktivitäten auch im Winter ausgeübt werden können. Man spürt sehr grossen Einsatz auf freiwilliger Basis.  

Hockey Club Delémont-Vallée Mouvement Juniors

Hauptziel der Vereinigung/Organisation ist es, das Projekt «Warning Hockey» – insbesondere durch die Einführung von Bewegungsworkshops, Spielen, Gleichgewichtstraining und das Heranführen an einen aktiven Lebensstil – zu erweitern und fortzuführen sowie mehr Jugendliche über Werbekampagnen in den Schulen, Schulturniere wie PostFinanceTrophy usw. zu gewinnen, mit dem Ziel, zu Bewegung anzuregen und möglichst viele Kinder in unsere Organisation aufzunehmen. Die Implementierung des Projekts «Warning Hockey» ist nun abgeschlossen. Die Organisatoren sind damit befasst, alle mit diesem Konzept verbundenen Aspekte dauerhaft zu verankern und weiterzuentwickeln. Neue Ideen werden geprüft, um den Mehrwert zu bringen, der insbesondere notwendig ist, um den täglich ausgeführten Arbeitsformen einen spielerischen Aspekt zu verleihen; es wird unaufhaltsam nach Innovationen gesucht, um zu erreichen, dass die jungen Sportler hoch motiviert zu jedem Training, jedem Wettkampf erscheinen. Der Club organisiert mit dem professionellen Trainer Powerskating-Workshops und personalisierte Powerskating-Sessions, damit die freiwillig teilnehmenden Kinder den optimalen Fortschritt erzielen können, ohne dass der wichtige, spielerische Aspekt des Sports verloren geht.

Urteil der Jury: Die Initianten möchten die Entwicklung ihrer bereits bestehenden Strukturen weiterführen und dabei neue «Off-Ice»-Ziele integrieren: Ernährungsprogramme / Powerskating-Sessions / Teambildungsmassnahmen / Kauf eines Club-Busses. Der Club ist ausserordentlich gut strukturiert und verfügt sogar über professionelle Trainer. Aus diesen Gründen hat sich die Jury – einstimmig – entschieden, diesen ersten Preis dem Hockey Club Delémont zu verleihen.

FC Vétroz

Der FC Vétroz ist ein ausbildender Verein, der als solcher den Sport der Kinder der Kategorien G, F und E weiterentwickeln möchte. Das Projekt ALBINO schlägt einen Massnahmenplan über drei Jahre vor, um das Erreichte zu konsolidieren und das Angebot für Kinder in den Bereichen Fussball und Polysportivität in der Region Vétroz auszubauen. Die Resultate des Projekts werden an der Feier zum 80-jährigen Bestehen des FC Vétroz im Sommer 2020 vorgestellt. Das Projekt «Albino» hat zum Ziel, das 2013 initiierte Kindersportkonzept des FC Vétroz auszubauen, im Rahmen dessen ein attraktives, für Kinder geeignetes Programm von hoher Qualität in einem sicheren Umfeld, angeboten wird. Das Konzept Sport für Kinder des FC Vétroz umfasst sechs Hauptthemen: 1. Grundsätze, Philosophie und Ziele, 2. Kinderfussball, 3. Freiwillige, 4. Sport, soziale und kulturelle Aktivitäten, 5. Turniere/Wettkämpfe, 6. Kinderfussballfest. Dieses Projekt gründet auf den vom Schweizerischen Fussballverband (SFV), vom Walliser Fussballverband (WFV), Jugend+Sport (J+S), dem FC Vétroz und der Gemeinde Vétroz definierten Grundsätzen für den Kindersport. Der FC Vétroz begrüsst derzeit 130 Junioren im Alter von 5 bis 11 Jahren, die von etwa zwanzig Ausbildern betreut werden. Die seit 2015 angebotenen polysportiven Aktivitäten haben grossen Erfolg; immer mehr Kinder des Dorfs und anderer Sportvereinigungen, potenziell 500 Kinder, machen mit.

Urteil der Jury: Das Projekt hat die Jury überzeugt, weil es Kinder aller sozialen und kulturellen Hintergründe integriert und völlig auf die Kinder zugeschnitten ist. Es umfasst Sport, Soziales und Kultur und bringt alle Generationen zusammen. Das Projekt ALBINO zielt darauf ab, das 2013 initiierte Kindersportkonzept FC Vétroz durch ein attraktives Qualitätsprogramm, das nicht nur Fussball beinhaltet, weiterzuentwickeln.

Parkour Luzern

Parkour Luzern setzt sich zum Ziel, Parkour und damit verwandte Sportarten wie beispielsweise Freerunning weiter zu etablieren. Parkour Luzern betreibt seit 2014 den Grandstand Parkour Park, die erste Parkour-Sportanlage der Schweiz. Dieses Projekt wurde nach 2-jähriger Planungsphase unter Anleitung eines professionellen Zimmermannes mit viel freiwilliger Arbeit von rund 30 Parkour Luzern-Mitgliedern umgesetzt. Nun soll die Anlage mit einem neuen Bereich und neuen Elementen ausgebaut werden. Ziel ist es, in dem neuen Bereich mit vielen variablen Elementen zu arbeiten, damit Anfänger sowie Fortgeschrittene zum Beispiel die Abstände ihrer Sprünge selbst wählen und so sicher trainieren können. Zusätzlich wurde der neue Bereich so angedacht, dass er für einen Wettbewerb («Speed-Running Contest») genutzt werden kann. Zurzeit befindet sich «Parkour Luzern» mitten in der Planungsphase. Alle notwendigen Vorabklärungen wurden erledigt. Die Umsetzung der Anlage soll wieder im gleichen Rahmen stattfinden wie beim initialen Grandstand Parkour Park-Projekt. Die Anleitung der Umbauten übernimmt ein professioneller Zimmermann, die Mitglieder helfen nach Wunsch beim Gestalten und beim Bau der Anlage mit. Die Jugendlichen können ihre eigene Sportanlage, ein Spielplatz und Paradies für die Ausübung ihrer Leidenschaft Parkour, selbst mitgestalten und mitumsetzen.

Urteil der Jury: Parkour ist eine junge, innovative und noch relativ neue Sportart, die komplexe Bewegungen, Balance, Koordination und Beweglichkeit trainiert und sich wachsender Beliebtheit erfreut. Sie ist «cool», hat grosses Experimentierpotential und wird über die sozialen Medien an eine breite Masse von Jugendlichen gestreut. Die Jury begrüsst beim Projekt, dass sich die Jugendlichen beim Bau der Anlage einbringen können. Die Anlage eignet sich ideal für das Training einer Sportart, welche danach an vielen Orten ausgeübt werden kann.  

Street Racket

Street Racket ist eine neu entwickelte Sportart, die keiner Infrastruktur bedarf. Die Idee für Street Racket ist während eines Engagements in einem Entwicklungsland entstanden, in welchem Tischtennis eingeführt hätte werden sollen. Aufgrund fehlender Tische begannen die Erfinder von Street Racket, vorhandene Flächen als Spielfelder zu nutzen. Es handelt sich um ein vielseitiges, sicheres, motorisch wertvolles und sehr schnell zu erlernendes Bewegungsspiel. Alle koordinativen Fähigkeiten werden spielerisch geschult und es gibt eine laufend wachsende Anzahl an Spiel- und Übungsformen, die man alleine, zu zweit oder auch in Gruppen ausüben kann. Das Konzept bietet Raum für Kreativität und die Kids nutzen diese aus, um eigene, spannende Formen zu entwickeln. Street Racket ist die neue Basis der Rückschlagsports und ermöglicht rasche Erfolgserlebnisse für alle. Dies wiederum führt zu Motivation und diese stellt sicher, dass regelmässige Aktivität entsteht. Da Street Racket für alle ist, verbindet das Konzept auch Generationen und die Jungen können mit den Erwachsenen spielen, und die Familie wird durch Sport zusätzlich verbunden. Die Spielformen machen Spass, das Setting und die Regeln sind einfach gehalten und so gestaltet, dass das Spiel kontrolliert und flüssig ist. Dies wiederum bietet allen den Zugang zu den Bewegungsformen. Street Racket stellen sicher, dass es keine Verletzungen oder auch kein aggressives Verhalten gibt. Soziale Formen haben gegenüber kompetitiven Formen klar den Vorzug. 

Urteil der Jury: 2017 haben Street Racket den zweiten Platz belegt in der Region Zürich. Sie haben sich äusserst positiv entwickelt, das Konzept kann und wird einfach, nachhaltig und mit wenig Mitteln schweizweit ohne Altersbegrenzung angeboten. Es erinnert an den Anfang vieler Sportarten. Es hebt sich von allen anderen Projekten durch seine «Üblichkeit, Einzigartigkeit» ab. Das Konzept ist einfach, effizient, schnell erlernt und macht allen Spass. Nachhaltigkeit ist gegeben, da es ohne Weiterbildung von allen Gruppen überall umgesetzt werden kann. Da alle Schulen schweizweit Adressaten sind, ist eine grosse Breiten- und Öffentlichkeitswirkung gegeben.

Die regionalen Finalisten

Aus den eingegangenen Dossiers wurden vom Institut für Bewegungswissenschaften und Sport der ETH Zürich die regionalen Finalisten nominiert. Die regionalen Jurys küren nun die Ränge 1, 2 und 3. Anfangs Juni informieren wir, wer in den einzelnen Regionen gewonnen hat, 5000 Franken für sein Projekt bekommt und automatisch für den nationalen Challenge-Preis im Oktober nominiert ist. Für den 2. Platz beim regionalen Challenge gibt es übrigens 2000 Franken, für den dritten 1000.-.

Die regionalen Finalisten im Überblick
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