Zeckenschutz für Katzen: Das hilft wirklich

Ein Moment im Gras, ein Streifzug durchs Gebüsch – und schon sitzt ein blinder Passagier im Fell der Katze: die Zecke. Worauf Sie achten sollten und wie Sie sie entfernen.

Text: Katharina Rilling

Bilder: iStock

8 Min

19.07.2026

Zecken lieben Katzen. Ein Ausflug im Freien genügt – und schon hat sich eines der Biester in ihrem Fell festgesetzt. «Bei Katzen, die nach draussen gehen, kommen Zeckenstiche häufig vor. Vor allem, wenn die Katze in Gebüschen oder hohem Gras umherstreift», sagt Tierärztin Sonja Hermann.

Das Problem: Die unscheinbaren Parasiten können gefährliche Krankheiten übertragen. Und ein scheinbar harmloser Stich kann im Ernstfall teure Behandlungen nach sich ziehen.

Wie man seine Fellfreunde vor den Zecken schützt, worauf Tierhalter im Falle eines Stiches achten sollten, welche Kosten bei Folgeerkrankungen entstehen können – und wo Modelle wie Sanitas Premium entlasten können, lesen Sie in diesem Ratgeber.  

Wie finde ich Zecken im Fell meiner Katze?

Regelmässige Kontrollen, besonders in der Zeckensaison von Frühling bis Herbst, sind eine wichtige Massnahme, um Zecken im Fell aufzuspüren. Dazu empfiehlt sich eine Kombination aus Abtasten, Kämmen und Sichtkontrolle. Da Katzen ihr Fell selbst putzen, sitzen Parasiten häufig an versteckten Stellen: an Kopf und Ohren, Hals und Nacken, Achselhöhlen, rund um die Leistengegend und zwischen den Zehen.

  • Abtasten

    Streichen Sie Ihrer Katze nach jedem Freigang durchs Fell. Vollgesogene Zecken fühlen sich wie kleine, feste Erhebungen an. Achten Sie auch auf Krusten, Schwellungen oder kleine Wunden – sie können auf einen Stich hindeuten.

  • Kämmen

    Vor allem bei Katzen mit langem Fell kann ein Kamm hilfreich sein, mit dem das Fell durchgearbeitet wird.

  • Sichten

    Mit der Lupen-Funktion des Handys lassen sich auch winzige Zecken erkennen. Der «Invertiert»-Filter dreht die Farben auf dem Display um, sodass dunkle Zecken auf heller Haut oder in hellem Fell stärker hervorstechen.

Meine Katze hat eine Zecke – was mache ich jetzt?

Wer fündig wird, sollte Zecken rasch entfernen, um das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern zu minimieren. Die Tierärztin weiss: «Das kann man gut selbst machen. Wichtig ist, dass man möglichst schnell handelt und sie beim Entfernen nicht quetscht.»

Am leichtesten geht es mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Damit fasst man die Zecke nahe an der Haut und zieht langsam und gleichmässig, bis sich die Zecke löst. Öl, Alkohol oder Klebstoff sollten nicht verwendet werden.  

  • Zeitpunkt

    Je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Risiko einer Erregerübertragung. Idealerweise wird sie also gleich nach dem Entdecken entfernt – am besten noch am selben Tag nach dem Freigang.

  • Werkzeug

    Um die Zecke nicht zu quetschen, sollte man nie versuchen, die Zecke mit blossen Fingern herauszuziehen. Diese Hilfsmittel sind hingegen sinnvoll: 

    • Zeckenhaken: Der Haken wird vorsichtig unter den Körper der Zecke geschoben, möglichst dicht an der Haut. Anschliessend lässt sich der Parasit durch eine sanfte Hebel- oder Zugbewegung lösen. Wichtig ist, dabei keinen Druck auf den Körper der Zecke auszuüben. 
    • Zeckenzange: Die Zange wird möglichst hautnah angesetzt, um die Zecke an den Mundwerkzeugen zu greifen. Danach wird sie langsam und gleichmässig herausgezogen – je nach Modell gerade oder mit einer leichten Drehbewegung. 
    • Feine Pinzette: Eine Pinzette eignet sich nur, wenn sie sehr fein und spitz ist. Flache Pinzetten eignen sich hingegen nicht.  
    • Zeckenkarte oder Zeckenlöffel: Diese flachen Hilfsmittel sind besonders für glatte Hautstellen geeignet. Die Karte wird auf die Haut aufgelegt und an die Zecke herangeschoben. Die Karte hat eine Art Schnabel, in den die Zecke hineingeführt und weitergeschoben wird.  
  • Vorgehen

    Mit welchem Werkzeug auch immer: Wichtig ist, die Zecke möglichst hautnah an den Mundwerkzeugen zu fassen und zu entfernen – ohne den Körper zu quetschen. Ob Sie dabei ziehen oder drehen, ist weniger wichtig. Wichtig ist hingegen ein gleichmässiger, vorsichtiger Zug ohne ruckartige Bewegungen.

  • Nachsorge

    Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle gründlich desinfiziert werden. Beobachten Sie die Haut in den folgenden Tagen. Treten Rötungen, Schwellungen oder Entzündungen auf? Leichte Reizungen sind normal, klingen aber bald ab. Wirkt die Stelle auffällig, eitert sie oder zeigt Ihre Katze Veränderungen im Verhalten, gehört sie in die Tierarztpraxis.

Sind Zecken für meine Katze gefährlich?

Nicht jeder Zeckenstich ist problematisch. Aber Zeckenstiche können ein Gesundheitsrisiko darstellen, weil Zecken manchmal Krankheitserreger übertragen. In seltenen Fällen drohen ernsthafte Folgeerkrankungen, etwa Infektionen durch übertragene Bakterien und Parasiten (siehe unten).

Achten Sie also unbedingt darauf, Ihre Katze vor dem Freigang mit Zeckenschutz auszustatten, sie danach auf Zecken zu kontrollieren, die Zecke sofort zu entfernen und die Katze zu beobachten.  

Können die Zecken meiner Katze auf mich oder meine Kinder übergehen?

Vielen graut es davor: Da Zecken nicht wirtsspezifisch sind, können sie von der Katze abfallen und sich einen neuen Wirt suchen – auch Menschen. Besonders wenn eine Zecke noch hungrig und nicht festgesaugt ist, kann sie, einmal ins Haus getragen, auf uns Menschen übergehen.

Wer regelmässig staubsaugt, Schlafplätze und Decken gut reinigt, reduziert aber das Risiko, sich eine Zecke einzufangen. 

Welche Folgen kann ein Zeckenstich haben?

Sich verrückt zu machen, bringt nichts. Die gute Nachricht für Katzenhalter: Katzen sind von zeckenübertragenen Krankheiten offenbar weniger betroffen als Hunde.

Und: Die meisten Zeckenstiche bei Katzen verlaufen problemlos. Wichtig: Je besser Sie informiert sind, desto schneller erkennen Sie mögliche Komplikationen. Diese Folgeerkrankungen könnten drohen:

  • Borreliose

    Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die Zecken beim Blutsaugen weitergeben können. «Der Erreger Borrelia burgdorferi wurde bei Katzen nachgewiesen. Ein Zusammenhang mit den folgenden Symptomen wird vermutet, konnte aber weder belegt noch ausgeschlossen werden. Beim Hund ist die Datenlage klarer», so die Ärztin. 

    Mögliche Symptome sind:

    • Fieber 
    • Müdigkeit und Schwäche 
    • Lahmheit oder Gelenkschmerzen 
    • Appetitverlust 
  • Babesiose / Cytauxzoon felis

    Babesiose ist eine Erkrankung der roten Blutkörperchen. Sie wird durch Zecken übertragen und kann zu Blutarmut führen. «Allerdings spielt die vielen Menschen bekannte Babesiose bei Katzen in Europa keine Rolle. Stattdessen kommt ein verwandter Parasit vor: Cytauxzoon felis. Er verursacht ähnliche Symptome wie die Babesiose beim Hund.»

    • Abgeschlagenheit 
    • Fressunlust 
    • hohes Fieber 
    • Gelbsucht 
    • Atemnot 
    • Blutarmut
    • Tod innerhalb von drei Wochen nach Infektion (eine Woche nach Eintritt der Symptome)
  • Anaplasmose

    Anaplasmose befällt bestimmte Blutzellen und kann Entzündungsreaktionen im Körper auslösen. Früh erkannt, lässt sie sich meist gut behandeln.  

    Typische Symptome:

    • Fieber 
    • Mattheit
    • Appetitlosigkeit 
    • Lahmheit 
    • geschwollene Lymphknoten

Wann muss ich zum Tierarzt?

Ein Tierarztbesuch ist ratsam, wenn die Einstichstelle gerötet, geschwollen oder entzündet ist. Auch wenn die Katze nach einem Stich krank wirkt, etwa unter Fieber, Mattheit, Appetitlosigkeit oder Lahmheit leidet, sollte dies rasch abgeklärt werden.

Bleiben Teile der Zecke in der Haut stecken, ist eine kurze tierärztliche Untersuchung ebenfalls sinnvoll. 

Prävention: Wie schütze ich meine Katze nachhaltig?

«Den allerbesten Schutz bieten Antiparasitika vom Tierarzt», sagt Tierärztin Sonja Hermann. «Es gibt zum Beispiel verschiedene Präparate zum Auftropfen auf die Haut (Spot-ons), einige schützen zusätzlich vor Flöhen und anderen Parasiten. Ich empfehle, sich individuell vom Tierarzt zum optimalen Schutz beraten zu lassen.»

Wichtig: Wenden Sie nie Präparate für Hunde bei Katzen an, da einige Antiparasitika für Hunde sehr giftig sind für Katzen.

  • Spot-ons

    Spot-on-Präparate werden als Tropfen auf die Haut aufgetragen. Die Wirkstoffe schützten je nach Präparat zwei bis zwölf Wochen vor Zecken. Sie sind einfach anzuwenden und zählen zu den häufig genutzten Schutzmethoden.

  • Zeckenhalsband für Katzen

    Zeckenhalsbänder geben Wirkstoffe ab, die Parasiten abwehren sollen. Sie bieten meist mehrere Monate Schutz. 

  • Zeckenspray für Katzen

    Zeckensprays werden direkt auf das Fell aufgetragen und können Zecken kurzfristig fernhalten. Sie eignen sich besonders vor Aufenthalten im Freien. Die Wirkung hält meist nur einige Stunden an.

  • Zeckentabletten für Katzen

    Der Wirkstoff gelangt über das Blut in den Körper der Katze. Saugt eine Zecke, wird sie abgetötet. Diese Methode wird bei Katzen seltener eingesetzt, unter anderem, weil es einfacher ist, der Katze etwas auf die Haut aufzutragen.

  • Natürliche Alternativen

    Einige Katzenhalter setzen auf natürliche Mittel wie Kokosöl oder pflanzliche Sprays. Ihre Wirkung gegen Zecken ist wissenschaftlich nicht belegt.

    Aus diesem Grund warnt die Tierärztin auch davor, sich darauf zu verlassen: «Ich rate von Hausmitteln ab, weil diese keinen zuverlässigen Schutz bieten oder sogar schädlich sein können.»

Welche Kosten werden von der Tierversicherung gedeckt?

«Gefährlich sind vor allem Krankheiten, die durch Zeckenstiche übertragen werden können. Und die Behandlung dieser Krankheiten kann unter Umständen sehr teuer werden», so die Tiermedizinerin.

Gut zu wissen: Die Sanitas Tierversicherung übernimmt in der Versicherungsstufe Premium bis zu 100 Franken pro Jahr für die Prävention. Dazu gehört auch die Floh- und Zeckenvorsorge. Bei Krankheit übernimmt die Sanitas Tierversicherung in beiden Versicherungsstufen 90 % der Kosten für die Behandlung.

Fazit

Zecken gehören für viele Freigängerkatzen zum Alltag – doch das Risiko, dass Ihre Lieblinge ernsthaft erkranken, können Sie deutlich senken.

Wer seine Katze regelmässig kontrolliert, Zecken rasch entfernt und auf wirksamen Schutz setzt, hat schon viel getan, damit Ihre Samtpfote die Welt draussen noch lange sicher erkunden kann. 

Über die Expertin

Dr. med. vet. Sonja Hermann ist Tierärztin und arbeitet seit Februar 2026 bei Sanitas in der Funktion als Spezialistin Leistungen Veterinärmedizin. Dort ist sie zuständig für die Abwicklung und Prüfung komplexer Leistungsfälle, die Koordination und Kommunikation mit externen Fachpartnern wie Tierarztpraxen und für die Qualitätssicherung und das Wissensmanagement innerhalb der Sanitas Tierversicherung.