Hausmittel: Was tun bei Verstopfung?

Bei fast jedem Menschen ist der Darm mal träge und gerät ins Stocken. Tipps, wie Sie den Darm wieder in Schwung bringen.

Text: Julie Freudiger

Bilder: iStock

4 Min

18.08.2026

Wer tagelang nicht auf die Toilette kann, wünscht sich nur eines: endlich die Verstopfung loszuwerden. Doch ab wann ist man eigentlich verstopft? In der Regel spricht man bei weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche von einer Obstipation, so der Fachausdruck.

Warum bin ich verstopft?

Gründe für gelegentliche Verstopfungen gibt es viele. Häufig spielen die Ernährung, das Trinkverhalten und die körperliche Aktivität eine wesentliche Rolle. Auch Stress und ein ungewohnter Lebensrhythmus, beispielsweise in den Ferien, können sich negativ auf die Darmtätigkeit auswirken. Mit einfachen Hausmitteln lassen sich gelegentliche Verstopfungen aber meist gut beheben. 

Sechs Hausmittel, die bei Verstopfung helfen

Mit einfachen Hausmitteln lassen sich gelegentliche Verstopfungen meist gut beheben:

  • Trockenfrüchte knabbern

    Der Darm liebt Ballaststoffe. Denn durch die unverdaulichen Nahrungsfasern entstehen Gase, die den Stuhl luftig und weich machen. Auf dem Speiseplan sollten daher viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Samen und Vollkornprodukte stehen. Besonders wirksam gegen akute Verstopfung sind getrocknete Feigen und über Nacht eingeweichte Pflaumen.

  • Weizenkleie, Lein- und Flohsamen einnehmen

    Lein- und Flohsamen sowie Weizenkleie quellen im Wasser auf und bilden eine schleimige Masse. Diese vergrössert das Volumen des Darminhalts und macht den Stuhl geschmeidig. Die Darmtätigkeit wird angeregt. Nehmen Sie zwei- bis dreimal täglich ein bis zwei Esslöffel Lein- oder Flohsamen mit viel Wasser ein. Die Wirkung tritt nach einigen Tagen ein.

  • Warmes Wasser trinken

    Je mehr Ballaststoffe auf dem Speiseplan stehen, desto mehr sollte man trinken. Empfohlen sind täglich bis zu 2 Liter Wasser oder ungesüsster Tee. Ansonsten trocknet der Stuhl aus, was die Ausscheidung erschwert. Ein Glas lauwarmes Wasser vor dem Frühstück regt den Darm zusätzlich kräftig an. 

  • Darm massieren

    Wie allen verspannten Muskeln hilft auch dem Darm eine Massage. Streichen Sie im Liegen mit der Hand erst von der rechten Leiste aufwärts Richtung Taille, dann über den Nabel zur linken Seite und von dort wieder nach unten. Wiederholen Sie diese sanfte, kreisende Bewegung mehrere Male.

  • Sauerkraut essen

    Sauerkraut enthält viele Milchsäurebakterien, die für ein gesundes Darmklima sorgen und die Verdauung aktivieren. Achtung: In grösseren Mengen können Sauerkraut oder Sauerkrautsaft Durchfall verursachen.

  • Täglich bewegen

    Viele Menschen sitzen tagein, tagaus. Den Bewegungsmangel bekommt der Darm zu spüren: Er wird träge. Nicht erst bei Verstopfung sollte daher ausreichend Bewegung eingeplant werden. Positiver Nebeneffekt: Bewegung baut Stress ab, der ebenfalls ein Grund für Verstopfung sein kann.

Hausmittel gegen Verstopfung bei Kindern & Babys

Bei Babys können sanfte Hausmittel die Verdauung unterstützen: Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn, vorsichtiges «Velofahren» mit den Beinchen oder ein warmes Bad oder warme Wickel regen den Darm an und entspannen. 

Bei Kleinkindern und älteren Kindern helfen ausreichend Wasser oder ungesüsster Tee, Bewegung sowie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Gemüse und Vollkornprodukte. Stopfende Lebensmittel wie Banane, weisser Reis, Weissbrot und Süssigkeiten wie Schokolade sollten Sie vorübergehend reduzieren. 

Achtung: Abführmittel, Zäpfchen oder Einläufe sollten bei Kindern nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Leidet Ihr Kind an starken Schmerzen, Erbrechen, Fieber, Blut im Stuhl oder anhaltender Verstopfung, konsultieren Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.

Expertinnentipp

Jemima Hegermann, Medgate Teamärztin und Medical Supervisor:
«Mit dem Alter nimmt die Tendenz zur Verstopfung zu. Auch gewisse Medikamente können diese begünstigen – oder hormonelle Veränderungen bei Frauen. Doch Abführmittel sind in der Regel keine empfehlenswerte Unterstützungsmassnahme. Sie machen den Darm noch träger, da sich dieser an die ‹Verdauungshilfe› gewöhnt. Besser ist es, die Ernährung und den Lebensstil anzupassen. Leiden Sie aber chronisch an hartem Stuhl und haben zusätzlich Bauchschmerzen, sehr starke Blähungen oder Blut im Stuhl, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.»

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