Die Schweiz spürt ihren Stoffwechsel – doch nur ein Drittel handelt danach
Energie, Gewicht, Leistungsfähigkeit – vieles hängt vom Stoffwechsel ab. Die «Sanitas Health Forecast 2026»-Studie zeigt: Schweizerinnen und Schweizer spüren ihren Stoffwechsel, können ihn aber selten richtig einordnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs von zehn Befragten (62%) haben schon von Stoffwechsel-Typen gehört, können sie aber nicht klar einordnen.
- 61% achten darauf, wie sich Ernährung auf ihr Energielevel auswirkt.
- Nur 31% passen ihren Lebensstil aktiv an ihren Stoffwechsel an.
- 79% wären bereit, ihre Ernährung auf Basis ihres Stoffwechsel-Typs zu optimieren.
- In der Schweiz am häufigsten: schneller (31%) und gemischter Stoffwechsel-Typ (28%).
Die meisten spüren ihren Stoffwechsel – aber verstehen ihn nicht
Ob wir uns nach dem Essen energiegeladen oder müde fühlen, leicht zu- oder abnehmen – all das wird oft intuitiv wahrgenommen. Doch dieses Körpergefühl bleibt für viele schwer greifbar.
- Rund sechs von zehn Befragten haben zwar schon von Stoffwechsel-Typen gehört, wissen aber nicht genau, was dahintersteckt.
- Gleichzeitig zeigt sich: Das Interesse ist gross. Fast 80% wären bereit, ihre Ernährung gezielt anzupassen, wenn sie ihren Stoffwechsel besser kennen würden.
Der Stoffwechsel zeigt sich im Alltag
Für die meisten Menschen ist der Stoffwechsel kein abstrakter biochemischer Prozess, sondern etwas sehr Konkretes:
- Wie reagiere ich auf Pasta oder Süsses?
- Wie lange bleibe ich satt?
- Wie verändert sich mein Energielevel im Alltag?
61% der Befragten beobachten bewusst, wie Lebensmittel ihr Energiegefühl beeinflussen. Und doch: Nur eine Minderheit zieht daraus konkrete Konsequenzen für den eigenen Lebensstil.
Die meisten Schweizer sehen sich als schnellen Stoffwechsel-Typ
Auf Basis der Studie lassen sich vier typische Muster erkennen. Sie sind keine medizinischen Diagnosen, sondern helfen dabei, das eigene Körpergefühl besser einzuordnen.
Schneller Stoffwechseltyp
- Rund 31% der Befragten zählen sich zu diesem Typ. Sie können meist essen, was sie möchten, ohne stark zuzunehmen. Ihr Körper verarbeitet Kohlenhydrate effizient und liefert stabile Energie.
- Herausforderung: Qualität statt Quantität – und genügend Regeneration.
Selektiver Stoffwechsel-Typ
- Etwa ein Viertel der Bevölkerung beschreibt sich so: leichtes Zunehmen, Müdigkeit nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten.
- Herausforderung: Die richtige Auswahl – weniger schnelle Kohlenhydrate, mehr Eiweiss und Struktur.
Gemischter Stoffwechsel-Typ
- 28% der Befragten brauchen vor allem eines: Balance. Eine Mischung aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten sorgt für Stabilität.
- Herausforderung: Feinjustierung statt Extreme.
Resistenter Stoffwechsel-Typ
- 13% der Bevölkerung haben Schwierigkeiten, Gewicht zu verlieren und benötigen eine individuell angepasste Ernährung.
- Herausforderung: Geduld, Struktur und oft gezielte Unterstützung.
Überraschende Unterschiede zwischen den Typen
Ein genauerer Blick zeigt spannende Muster: Schnelle Stoffwechsel-Typen verlassen sich stärker auf eigenes Gefühl und Erfahrung. Selektive und gemischte Typen achten besonders bewusst auf die Wirkung von Lebensmitteln. Resistente Typen sind am offensten für individuelle Ernährungslösungen (83%).
Auch regional gibt es Unterschiede: Besonders viele resistente Stoffwechsel-Typen finden sich in der Westschweiz, während schnelle Typen häufiger bei jüngeren Menschen auftreten.
Und zu guter Letzt offenbaren sich Unterschiede zwischen Geschlechtern und Altersgruppen in Bezug auf die Wahrnehmung des eigenen Stoffwechsels.
Viele hören auf ihren Körper – wenige handeln danach
Obwohl viele Menschen ihren Stoffwechsel intuitiv wahrnehmen, bleibt die Umsetzung eine Herausforderung: Nur 31% passen ihren Lebensstil aktiv, d.h. von sich aus daran an. Das zeigt eine ähnliche Dynamik wie beim Thema Stress: Wissen ist vorhanden – aber der Schritt zur Veränderung fällt schwer.
Fazit: Den eigenen Körper besser verstehen
Der Stoffwechsel ist kein starres System – sondern ein Zusammenspiel aus Genetik, Lebensstil und Verhalten. Die «Sanitas Health Forecast 2026»-Studie zeigt: Viele Menschen spüren intuitiv, was ihnen guttut.
Der nächste Schritt ist, dieses Wissen bewusst zu nutzen. Denn wer seinen Stoffwechsel versteht, trifft bessere Entscheidungen – im Alltag, beim Essen und für die eigene Gesundheit.
Methodik
| Durchführendes Institut | intervista AG |
| Methodik | Online-Befragung im intervista Online-Panel |
| Befragungszeitraum & Analyse | Welle 1 – Feldzeit: 09.09. bis 20.09.2025;Analyse: Oktober 2025 Welle 2 – Welle 2 - Feldzeit: 12.11. bis 21.11.2025; |
| Zielgruppe | Bevölkerung im Alter von 18 bis 74 Jahren in der Deutschschweiz, Westschweiz und italienischsprachigen Schweiz |
| Stichprobengrösse | Welle 1: n = 2'532; Welle 2: n = 2'520 |
| Quotierung & Gewichtung | Bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Sprachregion (interlocked) |