Vasektomie: Eingriff, Kosten und mögliche Risiken
Die Vasektomie gilt als die sicherste Verhütungsmethode überhaupt. Ängste vor einem Eingriff sind weitgehend unbegründet.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Vasektomie ist ein kurzer ambulanter Routineeingriff unter lokaler Betäubung. Moderne Methoden wie No-Scalpel oder No-Needle gelten als besonders schonend.
- Unfruchtbar ist man nicht sofort: Erst nach etwa 8–12 Wochen und einem Spermiogramm kann auf zusätzliche Verhütung verzichtet werden. Bis dahin können noch Rest-Spermien im Ejakulat sein.
- Der Eingriff hat keinen negativen Einfluss auf Lust, Erektion, Orgasmus oder die Menge der Samenflüssigkeit. Er gilt als sehr sicher, sollte aber trotzdem nur bei abgeschlossenem Kinderwunsch gewählt werden.
Welche Methoden gibt es und sind diese schmerzhaft?
Es gibt mehrere chirurgische Methoden der Vasektomie. Die heute üblichen Verfahren sind kurz, arbeiten mit lokaler Betäubung, werden ambulant durchgeführt und verursachen lediglich leichte bis mässige Schmerzen.
«Viele Männer machen sich in diesem Bereich grosse Sorgen, haben Angst vor Schmerzen», sagt Adrian Sieber, Facharzt für Urologie am Spitalzentrum Biel. Doch das sei unbegründet. «Ich sage jedem Kandidaten: Ein Besuch beim Zahnarzt ist schlimmer.»
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Klassische Vasektomie
Bei der klassischen Vasektomie macht der/die Operateur:in einen kleinen Schnitt im Hodensack, legt die Samenleiter frei und entfernt ein 2–3 cm langes Stück.
Anschliessend werden die Enden der Samenleiter verödet oder mit Fäden zugebunden.
Die klassische Vasektomie ist in der Schweiz weitverbreitet und gilt als sicher.
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No-Scalpel-Vasektomie
Statt eines Schnitts wird die Haut bei der No-Scalpel-Vasektomie mit einer speziellen Klemme punktiert und aufgespreizt. Über die kleine Öffnung zieht der/die Urolog:in die Samenleiter heraus, durchtrennt und verschliesst sie.
Diese Methode schädigt das Gewebe weniger, hat eine geringere Komplikationsrate und wird deshalb von Urolog:innen und Patienten zunehmend bevorzugt.
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No-Needle-Vasektomie
Bei der No-Needle-Vasektomie kommt ein spezielles Verfahren für die Lokalanästhesie zum Einsatz: Das Betäubungsmittel wird mit einem Druckinjektor ohne Nadel ins Gewebe eingebracht.
Der Einstichschmerz einer Spritze entfällt also. Dadurch wird diese Methode von den meisten Männern als deutlich weniger schmerzhaft empfunden – meist sogar als nahezu schmerzfrei.
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Thermisches Verfahren
Bei der thermischen Methode verödet der/die Operateur:in nach dem Durchtrennen der Samenleiter die Enden mit Hitze.
Damit entsteht ein «doppelter Verschluss»: Einerseits werden die Samenleiter mechanisch durchtrennt, andererseits verschliessen sich die Enden der Samenleiter zusätzlich durch die Verödung.
Dadurch wird das Risiko, dass der Samenleiter später spontan wieder zusammenwächst (Rekanalisierung), weiter reduziert.
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Schmerzen und mögliche Komplikationen nach dem Eingriff
Direkt nach dem Eingriff sind ein ziehender Schmerz und Druckgefühl im Hodensack sowie eine leichte Schwellung üblich. Diese Reaktionen lassen normalerweise innerhalb von 2–4 Tagen nach.
Herkömmliche Schmerzmittel reichen fast immer aus, um die Schmerzen zu lindern. Wie Fachquellen beschreiben, empfinden die meisten Männer die Beschwerden als vergleichbar mit einem kräftigen Stoss oder Bluterguss am Hoden.
In seltenen Fällen können stärkere Schmerzen durch Blutungen, Infektionen, grössere Hämatome oder ausgeprägte Nebenhodenschwellungen auftreten.
Bei rund einem Prozent der operierten Männer kommt es zudem zum sogenannten Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom (PVPS) mit chronischen Hodenschmerzen. Die Ursachen dafür sind bislang nicht eindeutig geklärt.
Wie läuft eine Vasektomie ab?
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Vorbereitung
Vor dem OP-Termin sollten Patienten ein ausführliches Gespräch mit einem/einer Urolog:in führen. Idealerweise mit der Person, die später den Eingriff durchführen wird.
Die Fachperson klärt über folgende Punkte auf:
- verschiedene Eingriffsmethoden
- Risiken
- Alternativen
- Dauerhaftigkeit der Sterilisation
- Aufklärung über Medikamente und wann diese für den Eingriff abgesetzt werden sollten
Beachten Sie zudem Folgendes:
- Heimreise im Vorfeld organisieren, da Sie nach dem Eingriff nicht selbst mit dem Auto, Motorrad oder Velo fahren sollten.
- Planen Sie nach dem Eingriff mindestens 2 Tage Ruhezeit zu Hause ein. Vermeiden Sie körperliche Belastung und stressige Termine.
Oft ist auch die Partnerin bei diesem Gespräch dabei.
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Eingriff
Der Routineeingriff dauert rund 30 bis 40 Minuten und wird ambulant unter Lokalanästhesie durchgeführt.
«Wir führen bei uns zwischen drei und sechs Eingriffe pro Woche durch», sagt Urologe Sieber.
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Nachsorge
In den ersten Tagen nach dem Eingriff ist es wichtig, sich zu schonen, damit die Wundheilung möglichst gut voranschreiten kann. Beachten Sie:
- Sport, Sex und körperliche Belastung in den ersten 5–7 Tagen vermeiden.
- Spermiogramm frühestens 6–8 Wochen nach dem Eingriff, um «Rest-Spermien» in der Samenflüssigkeit zu identifieren.
- Zweites Spermiogramm 10–12 Wochen nach der OP
Wenn in zwei zeitlich getrennten Ejakulat-Analysen keine befruchtungsfähigen Spermien mehr nachweisbar sind, gilt die Vasektomie als erfolgreich. Erst dann kann auf zusätzliche Verhütung verzichtet werden.
Welche Risiken & Nebenwirkungen gibt es?
Auch bei einem Routineeingriff wie der Vasektomie kann es zu Komplikationen kommen:
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Schmerzen und Druckgefühl
In den ersten Tagen kommt es fast immer zu ziehenden Schmerzen im Hoden- und Leistenbereich sowie Druckempfindlichkeit entlang des Samenstrangs. Diese klingen normalerweise innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen ab und lassen sich mit üblichen Schmerzmitteln gut kontrollieren.
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Schwellung und Blutergüsse
Kleinere Hämatome und Schwellungen am Hodensack kommen relativ häufig vor. Sie verschwinden in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen. Kühlung des Skrotums kann Beschwerden zusätzlich lindern.
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Nachblutungen und grosse Hämatome
Öffnet sich ein verödetes Gefäss, kann es zu einer stärkeren Blutung im Hodensack mit ausgeprägter Schwellung kommen. Diese Komplikation ist insgesamt selten, erfordert manchmal jedoch einen erneuten operativen Eingriff.
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Infektionen und Entzündungen
Bakterielle Infektionen der Wunde, des Hodens oder Nebenhodens sind möglich. Sie äussern sich durch zunehmende Schmerzen, Rötung, Schwellung sowie Fieber und werden in der Regel mit Antibiotika behandelt.
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Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom
Hierbei handelt es sich um chronische Hodenschmerzen. Rund ein Prozent der operierten Männer sind davon betroffen.
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Knotenbildung
Weiter kann es zur Bildung von knotenförmigen Bindegewebewucherungen kommen.
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Spermagranulom
Hier handelt es sich um eine knotige, harte Veränderung im Samenstrang, die durch den Austritt von Sperma in das umliegende Gewebe entsteht. Diese Komplikation ist selten und lässt sich in der Regel gut behandeln.
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Erneute Zeugungsfähigkeit
Selten wachsen die durchtrennten Samenleiterenden wieder zusammen (Rekanalisierung) oder wurden beim Eingriff nicht vollständig unterbrochen.
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Schwanger trotz Vasektomie: Geht das?
Eine Schwangerschaft ist trotz Vasektomie möglich – aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, da die Vasektomie zu den sichersten Verhütungsmethoden gehört.
Grund für eine mögliche Schwangerschaft ist meist eine unvollständige Nachsorge. Das heisst, der Mann hat noch Rest-Spermien im Ejakulat und hat in dieser Zeit ungeschützt Sex mit seiner Partnerin.
«Es braucht etwa zwischen 40 und 60 Samenergüsse, bis keine Spermien mehr in der Flüssigkeit sind», sagt Facharzt Sieber. Das sei aber je nach Mann individuell verschieden.
Der Mann sollte deshalb nach 8–12 Wochen eine Samenprobe abgeben, um sicherzustellen, dass sich keine Spermien mehr im Ejakulat befinden.
Eine Schwangerschaft ist ebenfalls möglich, wenn die durchtrennten Enden des Samenleiters wieder zusammenwachsen oder die Samenleiter bei der Operation nicht korrekt durchtrennt wurden. Beides passiert jedoch selten.
«Die meisten Männer, [...] haben Angst davor, dass der Eingriff sich negativ auf ihr Lustempfinden und ihre Sexualität auswirken könnte.»
Wie lange dauert der Heilungsprozess?
Üblicherweise empfehlen Ärzt:innen 2–4 Tage konsequente Schonung mit Hochlagerung und Kühlung des Hodensacks, um Schwellung und Schmerzen gering zu halten. Danach sind leichte körperliche Tätigkeiten, Büroarbeit und kurze Spaziergänge wieder möglich.
Ein leichtes Ziehen oder Druckgefühl im Hodensack kann in den ersten 7–10 Tagen auftreten und ist meist unproblematisch. Die allermeisten Männer berichten, dass sie sich nach 1–2 Wochen wieder voll alltagstauglich fühlen.
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Lust und Sex nach einer Vasektomie
«Die meisten Männer, die Bedenken äussern, haben entweder Angst vor den Schmerzen oder davor, dass der Eingriff sich negativ auf ihr Lustempfinden und ihre Sexualität auswirken könnte», sagt der Experte.
Doch er kann beruhigen: Die Vasektomie habe keine Auswirkungen auf sexueller Ebene. Die Spermien gelangen zwar nicht mehr in die Samenflüssigkeit. Doch das ändert kaum etwas: «Die Spermien, die der Samenflüssigkeit beigemischt sind, machen etwa ein Volumenprozent aus. Man merkt also gar nicht, dass sie fehlen», sagt Sieber.
Der Samenerguss selbst, die weisse Samenflüssigkeit also, ist Sekret der Prostata, welches diese als Drüse produziert. «Das Volumen, die Qualität, die Farbe sowie der Geschmack der Samenflüssigkeit bleiben unverändert.» Genauso wie die Empfindung des Mannes.
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Sport nach einer Vasektomie
Sport, intensives Training und schweres Heben sollten für etwa 5–7 Tage gemieden werden, um Nachblutungen und grosse Hämatome zu verhindern, raten Expert:innen. Vollbäder, Schwimmen und Sauna werden oft erst nach Abschluss der Wundheilung, nach 2–4 Wochen, empfohlen.
«Ich ordne in der Regel Schonung an. Nach der Unterbindung sollten die Patienten 36 Stunden zu Hause bleiben, nicht joggen, nicht biken, das Übliche halt», sagt Sieber.
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Wann setzt die Unfruchtbarkeit ein?
Medizinisch dauert es mehrere Wochen, wie Urologe Sieber sagt. Etwa 40 bis 60 Ejakulationen, bis alle verbleibenden Spermien aus den Samenwegen entfernt sind.
Darum wird das erste Spermiogramm meist nach etwa 8–12 Wochen und entsprechender Anzahl von Samenergüssen durchgeführt.
Erst wenn im Spermiogramm keine Spermien mehr nachweisbar sind, gilt man als unfruchtbar und der Eingriff als «abgeschlossen». Bis zu diesem Zeitpunkt muss weiter verhütet werden.
Ist der Mann umso schneller steril, je häufiger es nach der Vasektomie zu einem Samenerguss kommt? Die Antwort lautet: ja. Je öfter der Mann ejakuliert, desto schneller dünnt sich die Spermienkonzentration in der Samenflüssigkeit aus.
Was kostet eine Vasektomie in der Schweiz?
Eine Vasektomie kostet in der Schweiz zwischen 800 und 1100 Franken – je nach Praxis, Spital, Eingriffsmethode sowie Art der Narkose.
Wird die Vasektomie von der Krankenkasse bezahlt?
In der Schweiz wird die Vasektomie von der obligatorischen Grundversicherung normalerweise nicht bezahlt. Eine anteilige Kostenübernahme ist aber häufig über Zusatzversicherungen möglich.
Es gibt seltene medizinische Ausnahmefälle, in denen die Grundversicherung doch zahlt. Zu solchen Ausnahmen gehören:
- Die Partnerin darf aus gesundheitlichen Gründen keinesfalls schwanger werden.
- Andere Verhütungsmethoden sind aus medizinischen Gründen nicht anwendbar.
- Eine Sterilisation der Frau ist nicht möglich oder unzumutbar.
Wie finde ich einen geeigneten Urologen?
Zum einen sind Universitäts- und Stadtspitäler eine gute Anlaufstelle. Deren Abteilungen für Urologie bieten das gesamte urologische Spektrum – so auch operative Eingriffe wie die Vasektomie. Zum anderen gibt’s hierzulande zahlreiche spezialisierte Urologie‑Zentren mit mehreren Fachärzt:innen.
Die Schweizerische Gesellschaft für Urologie bietet eine Übersicht, in der Fachärzt:innen für Urologie eingetragen sind.
«Die Erfolgschancen für offene Samenwege beim Mann sind sehr hoch und liegen bei einem routinierten Operateur bei 90 Prozent.»
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Vasektomie?
Im Durchschnitt sind Männer, die sich einer Vasektomie unterziehen, zwischen Mitte dreissig und Ende vierzig.
Die klassische Situation, meint Sieber, sei eine stabile Partnerschaft oder Ehe, aus der bereits mehrere Kinder hervorgegangen und in der keine weiteren geplant sind. «Trotzdem ist es wichtig, dass sich der Mann auch für sich allein, persönlich und unabhängig von der Partnerin zu diesem Schritt entschieden hat», sagt der Arzt.
«Ich hatte in meinem Berufsleben eine Handvoll junger Männer mit noch nicht gefestigter Familiensituation, die zur Vasektomie erschienen sind, und habe sie allesamt wieder nach Hause geschickt», so Sieber. Die Persönlichkeit und vor allem der definitive Ausschluss eines Kinderwunsches sind in seinen Augen mit Mitte zwanzig kaum abschliessend gereift.
Lässt sich die Vasektomie rückgängig machen?
Das Rückgängigmachen der Vasektomie heisst in der Fachsprache Vaso-Vasostomiee. Urologe Sieber hat in seinen über 30 Jahren Berufserfahrung schon Hunderte solcher Operationen durchgeführt.
Aber: Die Operation ist kein Routineeingriff. Die Vaso-Vasostomiee wird in der Schweiz eher selten und nur von wenigen, spezialisierten Urolog:innen durchgeführt. Der Eingriff dauert bis zu vier Stunden und kostet ein Vielfaches der Vasektomie: In der Schweiz sind es rund 8000 Franken.
«Die Erfolgschancen für offene Samenwege beim Mann sind sehr hoch und liegen bei einem routinierten Operateur bei 90 Prozent. Die Schwangerschaftsrate liegt jedoch etwas tiefer nach der Rückgängigmachung», sagt Sieber.
Wie sicher ist eine Vasektomie nach 10 Jahren?
Auch nach 10 Jahren ist eine korrekt durchgeführte Vasektomie weiterhin eine der sichersten Verhütungsmethoden. Der Pearl-Index liegt zwischen 0.1 und 0.15. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz gewählter Verhütungsmethoden schwanger werden.
Ist eine Vasektomie in der Schweiz ohne Zustimmung der Partnerin möglich?
Rein rechtlich kann ein volljähriger Mann in der Schweiz eine Vasektomie ohne formelle Zustimmung seiner Partnerin vornehmen lassen. Er unterschreibt die Einwilligung selbst.
Aus medizinischer und ethischer Sicht ist eine gemeinsame, gut abgestimmte Entscheidung sinnvoll. Viele Fachquellen empfehlen daher ausdrücklich, die Partnerin ins Aufklärungsgespräch einzubeziehen.
Gibt es in der Schweiz eine gesetzliche Altersgrenze für die Vasektomie?
Minderjährige können in der Schweiz keine Vasektomie vornehmen lassen. Eine Altersobergrenze gibt es hingegen keine.
Zahlreiche Kliniken und Praxen haben eigene Richtlinien bezüglich des Mindestalters – meistens liegt dieses bei 30 Jahren. Urolog:innen entscheiden individuell nach Alter, Kinderwunsch, Entscheidungsreife, und oft mit deutlich höheren Hürden bei jungen, kinderlosen Männern.
Sterilisation für Frauen
Bei der Tubensterilisation werden die Eileiter entweder elektrisch verödet oder mit einem Clip verschlossen. Im Gegensatz zum Mann ist eine Frau direkt nach dem Eingriff steril. Auf den Hormonhaushalt, das sexuelle Empfinden sowie die Menstruation hat der Eingriff hingegen keinerlei Einfluss.
Trotzdem raten Fachpersonen dazu, bei abgeschlossenem Kinderwunsch die Vasektomie der Sterilisation der Frau vorzuziehen. Die Vasektomie ist kostengünstiger, einfacher durchzuführen und führt seltener zu Komplikationen. Denn selbst bei sterilisierten Frauen kann es noch immer zu einer Eileiter-Schwangerschaft kommen, die grosse gesundheitliche Risiken birgt.
Prinzipiell kann eine Tubensterilisation operativ rückgängig gemacht werden – aber der Eingriff ist deutlich komplizierter und teurer als beim Mann (Vaso-Vasostomie). Zudem sind die Erfolgschancen, danach schwanger werden zu können, begrenzt. Deshalb gilt die Sterilisation bei der Frau medizinisch als dauerhaft.
Fazit
Die Vasektomie ist eine unkomplizierte und sichere Verhütungsmethode für Männer, die in Abstimmung mit der Partnerin die Kinderplanung abgeschlossen haben.
Die Vasektomie hat keinen negativen Einfluss auf die Sexualität und Lust des Mannes. Auch die Samenflüssigkeit bleibt in der Menge und Beschaffenheit gleich wie davor – ausser, dass die Spermien fehlen.
Und auch wenn sich die Lebensumstände zu einem späteren Zeitpunkt ändern sollten, muss ein Mann nicht auf seine Fruchtbarkeit verzichten: Die Vasektomie kann in den meisten Fällen rückgängig gemacht werden – jedoch ist die Vaso-Vasostomie komplizierter und teurer als die Vasektomie.