Sinusitis: Hausmittel gegen Nasennebenhöhlenentzündung

Viele Erwachsene leiden rund einmal im Jahr an einer Nasennebenhöhlenentzündung. Mit geeigneten Hausmitteln können Sie die Beschwerden lindern.

Text: Abital Rauber

Bilder: iStock

4 Min

27.08.2026

Schnupfen, in der Fachsprache Rhinitis genannt, kennen alle: Die Nase läuft oder ist verstopft; das Atmen wird zur Tortur und das Taschentuch zum wichtigsten Begleiter.

Nicht allen aber ist bekannt, dass sich aus einer normalen Erkältung auch eine Sinusitis entwickeln kann, eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen.

Wie entsteht eine Sinusitis?

Sind die Schleimhäute geschwollen, etwa infolge eines Schnupfens, fliesst der Nasenschleim schlechter ab. Die Folge: Übergänge zwischen dem Naseninneren und den schlecht durchlüfteten Nebenhöhlen (Sinus) verstopfen, Erreger breiten sich im schwülen Klima aus und können zu einer Entzündung der Nebenhöhlen führen.

Wer eine akute Sinusitis hat, leidet unter Schlappheit und einer verstopften Nase wie bei einem Schnupfen, aber auch unter einem Druckgefühl im Kopf, stärkeren Kopfschmerzen und druckempfindlichen Stellen rund um die entzündeten Nasennebenhöhlen. Typischerweise verstärken sich die Beschwerden beim Bücken.

Die gute Nachricht: Oft helfen einfache Hausmittel, um die Symptome zu lindern.

Tipps & Hausmittel gegen Sinusitis

Oft kann man einen Schnupfen oder auch eine Sinusitis mit Hausmitteln erfolgreich bekämpfen. In manchen Fällen braucht es allerdings Antibiotika. Wer den Griff zu Medikamenten scheut, kann die Symptome mit einfachen Hausmitteln angehen:

  • Nase richtig putzen

    Alles muss raus? Nicht unbedingt. Schon bei Schnupfen sollte die Nase vorsichtig geputzt werden. Wer mit zu viel Druck ins Taschentuch schnäuzt, kann den Schleim in die Nebenhöhlen katapultieren. Wie putzt man sich die Nase richtig? Am besten ein Nasenloch zuhalten und dabei sanft schnäuzen. Auf der anderen Seite wiederholen.

  • Viel trinken

    Wer mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüssten Tee am Tag trinkt, verflüssigt den Schleim in der Nase und in den Nebenhöhlen – und wird ihn damit schneller los.

  • Wärme

    Wärme ist wohltuend bei Entzündungen. Daher kann etwa eine aufs Gesicht gerichtete Rotlichtlampe Linderung verschaffen. Durch Wärme weiten sich ausserdem die Gefässe, die Durchblutung wird gesteigert und das Nasensekret schneller abgeführt.

  • Mit Dampf inhalieren

    Um die Nebenhöhlen freizubekommen, kann auch die altbekannte Dampfinhalation helfen: Einen Topf mit Wasser auf 42 Grad erhitzen, wahlweise Salze oder ätherische Öle beimischen und mit einem Handtuch über dem Kopf das Gesicht darüber halten.

    Das Einatmen des warmen Dampfes lindert Schmerzen und Entzündungen, befeuchtet die Schleimhäute und befreit sie vom Schleim. Salz wirkt desinfizierend und Öle wirken je nach Wirkstoff abschwellend, desinfizierend oder beruhigend.

  • Nasenspülungen

    Bei einer Nasenspülung werden grosse Mengen an Flüssigkeit in den Nasenraum gesprüht, um ihn zu säubern. Solche Spülungen werden mit purem Wasser oder mit Salzlösungen gemacht.

    Bei der einfachsten Variante wird die Salzlösung aus der hohlen Hand in die Nase gesogen. Die Flüssigkeit kann aber auch mit einem Applikator, einer Pumpe oder einer Pipette in die Nase gepumpt werden. In der Apotheke sind sogenannte Nasenduschen mit fertigen Spüllösungen erhältlich.

    Nasenspülungen haben eine lange Tradition und sind als Hausmittel gegen Schnupfen besonders beliebt.

  • Kopf höher lagern

    Guter Schlaf ist wichtig, um gesund zu werden. Doch im Liegen kann der Schleim schlechter abfliessen. Die Lösung: mehrere Kissen unter den Kopf legen oder auf einer verstellbaren Liege schlafen, um den Oberkörper höher zu lagern, damit der Schleim während der Nacht nicht die Atemwege verstopft.

  • Durchblutung anregen

    Um die Durchblutung anzuregen, eignen sich Fussbäder: Wenn die Füsse gut durchblutet sind, wird auch die Atemwegsschleimhaut vermehrt durchblutet.

    Durch die Zugabe von ätherischen Ölen hat man neben dem wärmenden und durchblutungsfördernden Effekt einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die durch die Haut aufgenommenen ätherischen Öle werden über die Atemwege ausgeschieden.

    Schleimlösende Öle von Thymian, Ringelblume, Kamille oder Zwiebeln sind besonders gut zur Behandlung geeignet.

  • Frische Luft

    Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Krankheitserreger. Allein deshalb ist regelmässiges Lüften ein Muss. Ist die Luft trotzdem sehr trocken, sind Wasserschalen auf der Heizung eine schnelle und einfache Lösung. Alternativ können elektrische Luftbefeuchter eingesetzt werden.

Wenn die Symptome stärker werden oder tagelang andauern, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Sie entscheiden, ob Antibiotika notwendig sind. Denn wenn eine Sinusitis nicht vollständig ausheilt, kann sich eine chronische Entzündung bilden.

Hilfe bei Ohrenschmerzen

Oft werden Nasennebenhöhlenentzündungen von Ohrenschmerzen begleitet. Auch bei Ohrenschmerzen gibt es geeignete Hausmittel, um die Symptome zu bekämpfen.

Expertinnentipp

Jemima Hegermann, Medgate Teamärztin und Medical Supervisor: «Wenn die Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung länger als drei Tage andauern und Fieber über 39 Grad auftritt, sollte man sich von seiner Ärztin oder seinem Arzt untersuchen lassen. Dasselbe gilt für Betroffene, die häufiger als dreimal pro Jahr an einer Nasennebenhöhlenentzündung erkranken und jeweils länger als zwölf Wochen Schmerzen haben. Es kann dann eine chronische Entzündung sein. Bei einer chronischen Sinusitis finden sich meist anatomische Veränderungen, die eine ausreichende Belüftung der Nase verhindern. In diesem Fall kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, um etwa eine schiefe Nasenscheidewand zu korrigieren.»

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