Herzgesundheit: Tipps, die dem Herzen guttun

Sie können Ihr Herz aktiv dabei unterstützen, gesund zu bleiben. Erfahren Sie, welche Gewohnheiten guttun und wie Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können.

Text: Anne-Sophie Keller

Bilder: Sanitas

7 Min

04.06.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer aufs Rauchen verzichtet, sich ausgewogen ernährt und regelmässig aktiv ist, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken.
  • Auch Vorsorge spielt eine wichtige Rolle: Regelmässige Check-ups helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. 
  • Ausreichend Schlaf, Entspannung und ein bewusster Umgang mit Stress unterstützen die Herzgesundheit zusätzlich.

5 Tipps für ein gesundes Herz

Ein gesundes Herz ist die Grundlage für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit – und vieles dafür lässt sich im Alltag beeinflussen.

  • Lebensstil

    Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum belasten Herz und Gefässe langfristig. Wer auf Nikotin verzichtet und Alkohol in Massen konsumiert, unterstützt die Herzgesundheit nachhaltig.

  • Ernährung

    Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln kann das Herz schützen. Besonders die mediterrane Küche gilt als herzfreundlich.

  • Bewegung

    Regelmässige Bewegung stärkt das Herz-Kreislauf-System und kann Blutdruck sowie Stress reduzieren. Bereits moderate Aktivitäten wie Spazieren, Velofahren oder Schwimmen wirken sich positiv auf die Herzgesundheit aus.

  • Stressmanagement

    Dauerhafter Stress kann Herz und Kreislauf belasten. Ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder Achtsamkeit helfen dabei, Körper und Geist in Balance zu halten.

  • Vorsorge

    Regelmässige Check-ups helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen. So können Beschwerden oft verhindert oder rechtzeitig behandelt werden.

Herzgesunde Ernährung

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung kann Blutdruck und Cholesterin positiv beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Besonders empfehlenswert ist die mediterrane Ernährung: Im Mittelpunkt stehen frische und unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Nüsse.

Zudem kommt regelmässig Fisch auf den Teller. Omega-3-Fettsäuren gelten als wichtig für die Herzgesundheit; sie stecken vor allem in fettem Fisch wie Lachs oder Makrele sowie in Leinsamen, Baumnüssen und Rapsöl.  

  • Welche Lebensmittel sind gesund fürs Herz?

    • Gemüse und Früchte
    • Vollkornprodukte
    • Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen 
    • Fettreicher Fisch wie Lachs 
    • Nüsse und Samen aller Art 
    • Pflanzliche Öle wie Oliven- oder Rapsöl 
    • Naturjoghurt und ungesüsste Milchprodukte 
    • Wasser und ungesüsste Getränke wie Tee 
    • Frische Kräuter und Gewürze 
  • Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel für mein Herz?

    Ob Nahrungsergänzungsmittel für die Herzgesundheit sinnvoll sind, hängt von der individuellen Ernährung und möglichen Mangelzuständen ab. Wer sich ausgewogen ernährt, nimmt wichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Magnesium oder Vitamine meist ausreichend auf.

    Bestimmte Präparate können in einzelnen Fällen dennoch sinnvoll sein – etwa bei nachgewiesenem Nährstoffmangel oder speziellen Ernährungsformen.

    Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch keine gesunde Lebensweise und sollten idealerweise mit einer Fachperson abgestimmt werden. Besonders bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten ist Vorsicht geboten, da Wechselwirkungen möglich sind. 

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Welcher Sport ist gut fürs Herz?

Die eine perfekte Sportart fürs Herz gibt es nicht. Entscheidend ist vor allem regelmässige Bewegung, die Freude macht und langfristig in den Alltag passt. Besonders geeignet ist die Kombination aus Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitstraining.

  • Spazieren und Wandern

    Es muss nicht gleich die grosse Wanderroute sein: Schon regelmässiges Spazieren bringt den Kreislauf in Schwung und eignet sich für fast jedes Fitnesslevel. Tägliche Spaziergänge können sich positiv auf Herz und Blutdruck auswirken und regulieren auch das Nervensystem.

  • Leichtes Joggen

    Leichtes Joggen kann die Ausdauer verbessern und das Herz stärken. Wichtig sind ein langsamer Einstieg, passende Belastung und genügend Erholungsphasen. 

  • Velofahren

    Velofahren trainiert das Herz-Kreislauf-System gelenkschonend und stärkt gleichzeitig die Ausdauer. Die Intensität lässt sich individuell anpassen – vom gemütlichen Alltagstraining bis zur sportlichen Rennrad-Tour.

  • Schwimmen

    Schwimmen beansprucht viele Muskelgruppen gleichzeitig und gilt als besonders schonend für Gelenke und Rücken. Gleichzeitig wird das Herz effektiv trainiert.

  • Herz-Kreislauf-Training für zu Hause

    Cardio-Training bringt das Herz-Kreislauf-System in Bewegung und lässt sich problemlos in den eigenen vier Wänden umsetzen. Zudem eignet es sich für alle Altersgruppen. Mit unkomplizierten Übungen können Sie Ihre Ausdauer Schritt für Schritt stärken und das Herz effektiv unterstützen.

    Sandra Fuhrer von der Schweizerischen Herzstiftung empfiehlt zudem, schrittweise mehr Bewegung in den Alltag einzubauen: «Eine Bushaltestelle früher aussteigen, mit dem Velo einkaufen gehen, eine Runde ums Haus laufen oder die Treppe statt des Lifts nehmen.» Und: In sogenannten Herzgruppen könne man sich mit fachlicher Begleitung und unter Gleichgesinnten bewegen und austauschen. 

Hat Stress einen Einfluss auf die Herzgesundheit?

Nicht nur gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung halten unser Herz fit: «Psychosoziale Faktoren machen fast einen Drittel aller Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus», sagt Dr. phil. Mary Princip. Die Psychologin ist spezialisiert auf Psychokardiologie.

Als Risikofaktoren nennt sie einen Mangel an sozialer Unterstützung, negative Gefühlszustände (wie Depressionen), Erschöpfungszustände und chronische Schlafstörungen. Auch gewisse Persönlichkeitsmerkmale wie Feindseligkeit können sich auf die Herzgesundheit auswirken. Ihr Tipp: Entspannung, Freude, soziale Kontakte pflegen, Bewegung, sich Gutes tun! 

  • Ausreichend Schlaf für ein gesundes Herz

    Guter Schlaf ist ein oft unterschätzter Faktor für die Herzgesundheit. Während der Nacht regeneriert sich der Körper, der Blutdruck sinkt und Stresshormone werden abgebaut. Wer ausreichend und erholsam schläft, unterstützt damit aktiv Herz und Kreislauf. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps.

  • Entspannungstechniken gegen Stress

    Gezielte Entspannung hilft dem Körper, Stress abzubauen und das Herz zu entlasten. Techniken wie Atemübungen, Meditation oder Achtsamkeit können den Puls senken und das Nervensystem beruhigen. Regelmässig angewendet, fördern sie innere Ruhe und unterstützen die Herzgesundheit nachhaltig.

    Meditation und Achtsamkeit setzen stärker auf innere Wahrnehmung und Konzentration. Durch das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit auf Atem, Gedanken oder Körperempfindungen entsteht mehr Distanz zu Stressauslösern. Und das wirkt sich wiederum positiv auf das Herz aus.  

Ist hoher Blutdruck (Hypertonie) schlecht für das Herz?

Hoher Blutdruck (Hypertonie) belastet das Herz dauerhaft, da es gegen einen erhöhten Druck im Gefässsystem arbeiten muss. Dadurch wird der Herzmuskel stärker beansprucht, was langfristig zu Schäden führen kann. Unbehandelt erhöht Hypertonie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzschwäche.

Besonders tückisch: Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt. Deshalb sind regelmässige Kontrollen unverzichtbar, um rechtzeitig gegenzusteuern. Mit einem gesunden Lebensstil und gegebenenfalls medizinischer Behandlung lässt sich das Risiko für das Herz deutlich senken. 

  • Hausmittel: Blutdruck natürlich senken

    Bestimmte Hausmittel und einfache Alltagsgewohnheiten können helfen, den Blutdruck auf natürliche Weise zu unterstützen. Jedoch gilt: Hausmittel ersetzen keine medizinische Behandlung bei dauerhaft erhöhtem Blutdruck.

    Sie können zwar zur Stabilisierung des Blutdrucks beitragen, sollten bei Hypertonie aber immer mit regelmässigen Kontrollen und ärztlicher Begleitung kombiniert werden.

  • Sanitas Coach App für ein gesundes Herz

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Warnsignale: Wann sollte ich mein Herz untersuchen lassen?

Bestimmte Warnsignale sollten ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden. Dazu gehören anhaltende Brustschmerzen, Atemnot bei geringer Belastung, ungewöhnliche Müdigkeit, Schwindel oder Herzstolpern.

Auch ohne Beschwerden sind regelmässige Herz-Check-ups empfehlenswert – besonders ab etwa 40 Jahren oder früher bei bestehenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung.

Was zahlt die Krankenkasse an Check-ups & Fitness-Abos?

Die Kostenbeteiligung an Check-ups hängt von der jeweiligen Versicherungsdeckung ab. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für Check-ups, die medizinisch erforderlich sind – dazu zählen Blutdruckmessungen oder weitere präventive Abklärungen zur Herzgesundheit.

In allen anderen Fällen springt die Zusatzversicherung ein. Diese unterstützt etwa Leistungen im Bereich Fitness und Prävention. Es lohnt sich, die individuellen Versicherungsleistungen zu prüfen, um zu sehen, welche Vorsorgemassnahmen im eigenen Fall gedeckt sind.

Fazit

Ein gesundes Herz entsteht durch das Zusammenspiel bewusster Entscheidungen im Alltag: Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und regelmässige Vorsorge können dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Wer früh auf seinen Lebensstil achtet und Warnsignale ernst nimmt, stärkt sein Herz langfristig und nachhaltig. Entscheidend ist dabei nicht Perfektion, sondern Kontinuität – kleine Schritte, die sich gut in den Alltag integrieren lassen und dauerhaft Wirkung zeigen. 

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