Stress: Auswirkungen, Symptome und Tipps zum Stressabbau

Umfragen zeigen: Rund jede dritte Person in der Schweiz fühlt sich gestresst – beruflich, aber auch privat. Was hilft wirklich beim Entspannen?

Text: Anna Miller & Julie Freudiger

Bilder: Franziska Neugebauer

2 Min

06.03.2025

1356070874

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Stress ist eine natürliche Reaktion auf Herausforderungen und äussert sich durch körperliche Alarmzeichen wie schnellen Puls oder Anspannung.
  • Stress entsteht sowohl durch äussere Faktoren wie Lärm oder Konflikte als auch durch innere Auslöser wie hohe Ansprüche an sich selbst.
  • Zu den typischen Stresssymptomen zählen Schlafprobleme, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Muskelverspannungen und Verdauungsbeschwerden.
  • Dauert Stress an, drohen ernsthafte Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geschwächtes Immunsystem, psychische Probleme oder kognitive Beeinträchtigungen.
  • Verschiedene Methoden helfen beim Stressabbau: Bewegung, Achtsamkeit, Entspannung, soziale Kontakte oder Yoga.

Stress gehört heute für viele zum Alltag. Ob beruflicher Druck, private Verpflichtungen oder innere Ansprüche – der Körper reagiert immer gleich: mit erhöhter Spannung, schnellem Puls und gesteigerter Aufmerksamkeit.

Definition: Was ist Stress?

Stress beschreibt die natürliche Reaktion des Körpers auf eine Herausforderung. Ursprünglich half diese Antwort, in gefährlichen Situationen schnell zu handeln.

Heute entsteht Stress meist durch Termindruck, Erwartungen oder Überforderung – die körperliche Reaktion bleibt jedoch dieselbe. Stress ist nicht nur negativ: In kleinen Dosen kann er sogar motivierend wirken.

Wie wirkt Stress auf den Körper?

Bei Stress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus. Herzschlag und Blutdruck steigen, Muskeln spannen sich an – eine schnelle Alarmreaktion, die kurzfristig hilfreich ist, den Körper aber bei Dauerstress belastet.

Bleibt Cortisol dauerhaft erhöht, kann das Schlafprobleme, innere Unruhe und Reizbarkeit auslösen. Auch das Risiko für Ängste, depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwierigkeiten steigt, da Stress wichtige Botenstoffe und Hirnbereiche beeinflusst.

Bewegung, soziale Kontakte und Achtsamkeit helfen, das Stressniveau zu senken und das seelische Gleichgewicht zu stabilisieren.

Was sind die Auslöser für Stress?

Stress entsteht durch äussere Faktoren wie Lärm, Zeitdruck oder Konflikte, aber auch durch innere Stressfaktoren wie hohe Ansprüche oder Grübeln. Mehr über Stressoren erfahren Sie hier.

Sanitas Kundenvorteile

Stress, Ängste, Sorgen: Der Guide für mentale Gesundheit unterstützt Sie dabei, das passende Angebot zu finden – von nützlichen Apps über Coachings und Online-Therapien bis zur Psychotherapie.

Zum Guide

Was sind typische Symptome bei Stress?

Stress kann sich körperlich, emotional oder mental zeigen. Häufig treten auf:

  • Schlafstörungen: Einschlafprobleme, unruhiger Schlaf
  • Erhöhte Reizbarkeit: Ungeduld, schnellere Frustration
  • Konzentrationsprobleme: springende Gedanken, geringere Fokussierung
  • Müdigkeit: Erschöpfung trotz Schlaf
  • Muskelverspannungen: besonders Nacken, Rücken, Kiefer
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Sodbrennen, Verdauungsprobleme

Langzeitfolgen von Dauerstress

Ein Körper in Dauerstress ist ein Körper in ständiger Alarmbereitschaft – mit möglichen Langzeitfolgen. Die häufigsten sind:

  • Herz-Kreislauf-Probleme: Bluthochdruck , gesteigertes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, Entzündungen der Blutgefässe, Arteriosklerose
  • Schwächung des Immunsystems: häufigere Infekte, langsamere Heilungsprozesse, erhöhte Anfälligkeit für entzündliche Erkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis
  • Psychische Belastungen: Angstzustände, Depressionen, Burn-out, emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen
  • Beeinträchtigung kognitiver Funktionen: Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, veränderte Gehirnstruktur in Bereichen der Emotionsregulation
  • Stoffwechselprobleme: Heisshungerattacken, Gewichtszunahme, erhöhtes Diabetesrisiko durch Insulinresistenz
  • Verdauungsstörungen: Reizdarm, Sodbrennen, Magenschmerzen, gestörte Nährstoffaufnahme

Tipps: Wie kann ich Stress abbauen?

Stress zu reduzieren bedeutet, Körper und Geist bewusst in die Erholung zu führen. Entscheidend ist, eine Methode zu finden, die zu den eigenen Bedürfnissen passt. 

Soziale Kontakte helfen genauso wie positiver Körperkontakt. Und Entspannungsmethoden wie Yoga oder Atemübungen. Unterschiedliche Methoden helfen verschiedenen Menschen – es lohnt sich, auszuprobieren, was am besten wirkt.

  • Atemübungen

    Tiefe, bewusste Atemzüge aktivieren den Parasympathikus, der für Ruhe verantwortlich ist. Eine einfache Übung: 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen. Das senkt die Stresshormone und beruhigt den Puls.

  • Entspannungsmethoden

    Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation sind gute Methoden, um die Stressreaktion des Körpers gezielt herunterzufahren und innere Ruhe zu fördern.

  • Yoga

    Die Kombination aus Bewegung, Atmung und Achtsamkeit im Yoga reduziert Stress, stärkt das Körpergefühl und löst Verspannungen.

  • Achtsamkeitstraining

    Achtsamkeit hilft, Stress früh zu erkennen und automatische Reaktionen zu durchbrechen. Bereits wenige Minuten tägliches Training können das Wohlbefinden steigern.

  • Sport treiben

    Sport baut Stresshormone ab und verbessert die Stimmung. Besonders wirksam sind bewegungsintensive Aktivitäten, bei denen man ins Schwitzen kommt.

Welcher Stresstyp bin ich?

Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress: Manche werden unruhig und angespannt, andere ziehen sich zurück. Den eigenen Stresstyp zu kennen, hilft, passende Strategien zu finden.

Machen Sie den Sanitas Stresstyp-Test und erhalten Sie persönliche Tipps für einen besseren Umgang mit Stress.

Sanitas Unser Beitrag zur psychischen Gesundheit

Uns ist wichtig, dass es Ihnen gut geht. Deshalb übernehmen wir mit der Zusatzversicherung Vital Kosten für die nicht-ärztliche Psychotherapie und viele digitale Therapieangebote.

Mehr Infos