Muskelaufbau im Alter: Das müssen Sie beachten

Für kräftigere Muskeln gibt es kein Verfallsdatum. Entscheidend ist, sie richtig zu fordern – und dem Körper zu geben, was er für den Aufbau braucht.

Text: Laurina Waltersperger

Bilder: KI generiert

15 Min

04.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Gezieltes Krafttraining erhält die Selbstständigkeit und wirkt altersbedingtem Muskelabbau entgegen. Zusammen mit Gleichgewichtsübungen hilft es, Stürzen vorzubeugen.
  • Muskelaufbau ist keine Frage des Alters. Denn die Muskulatur bleibt im Alter adaptiv. Der Muskel braucht jedoch einen höheren Reiz, damit er zum Wachsen angeregt wird.
  • Zwei- bis drei Trainingstage pro Woche sind notwendig, um Muskeln im Alter gezielt aufzubauen.

Warum sind Muskeln im Alter wichtig?

Nur jede zehnte Person in der Schweiz hält starke Muskeln im höheren Alter für die wichtigste körperliche Fähigkeit, um lange selbständig zu bleiben, heisst es in der «Sanitas Health Forecast 2026»-Studie.

Dabei sind Muskeln im Alter ein Stück Freiheit: Sie helfen uns, die Einkaufstaschen selbst zu tragen, Treppen zu steigen oder ohne Hilfe vom Sofa aufzustehen. Wer seine Muskelkraft erhält, schafft damit eine wichtige Voraussetzung, um lange selbstständig zu bleiben.

Das alles leistet der Muskelaufbau im Alter:

  • Unterstützt den Stoffwechsel
  • Fördert die Selbständigkeit
  • Schützt vor Stürzen
  • Wirkt Muskelabbau entgegen

Symptome von Sarkopenie – Muskelschwund im Alter

Sarkopenie zeigt sich oft zuerst im Alltag. Das häufigste Anzeichen ist nachlassende Muskelkraft. Typisch sind folgende Veränderungen:

  • Weniger Kraft in den Händen: Flaschen und Schraubgläser lassen sich schwerer öffnen, Einkäufe mühsamer tragen.
  • Mühe beim Aufstehen und Treppensteigen: Um vom Stuhl hochzukommen, braucht es zunehmend die Arme zum Abstützen. Auch Treppen werden zur Herausforderung.
  • Langsameres Gehen: Das gewohnte Schritttempo nimmt ab.
  • Schnellere Ermüdung: Alltägliche Tätigkeiten strengen stärker an, beim Gehen oder Treppensteigen sind häufiger Pausen nötig.
  • Mehr Unsicherheit beim Gehen: Das Gleichgewicht kann nachlassen, Stürze können häufiger auftreten.
  • Sichtbar weniger Muskeln: Arme oder Beine können mit der Zeit dünner wirken. Der Kraftverlust fällt jedoch oft deutlicher auf als die äussere Veränderung.

«Muskelaufbautraining ist keine Frage des Alters.»

Romina Ghisoni, Sportphysiotherapeutin

Kann ich ab 60 noch Muskeln aufbauen?

«Muskelaufbautraining ist keine Frage des Alters», sagt Romina Ghisoni. Trotzdem stellt die Sportphysiotherapeutin und Trainerin in ihrem Alltag oft fest, dass sich der Irrglaube hält, dass Menschen im höheren Alter keine Muskeln mehr aufbauen können. 

«Dabei bleibt die Muskulatur bis ins hohe Alter gleich adaptiv wie in jüngeren Jahren», sagt sie. Was sich jedoch verändert, ist die Empfindlichkeit des Muskels: «Das heisst, im Alter braucht der Muskel einen höheren Reiz, damit sein Wachstum angeregt wird», sagt Ghisoni. 

Dass es für Muskelaufbau auch mit 60 oder 70 noch nicht zu spät ist, bestätigt auch eine aktuelle Auswertung von 151 Studien. Sie kommt zum Schluss, dass bereits ein geringer Trainingsumfang Wirkung zeigt.

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«Ein gezielter Muskelaufbau ist ohne Krafttraining nicht möglich.»

Romina Ghisoni, Sportphysiotherapeutin

Wie kann man im Alter effektiv Muskeln aufbauen?

Damit Muskeln wachsen, brauchen sie einen ausreichend starken Reiz: Sie müssen gegen einen Widerstand arbeiten, der sie fordert – etwa ein Gewicht, ein Trainingsband oder das eigene Körpergewicht. 

Wird diese Belastung regelmässig und schrittweise gesteigert, passen sich die Muskeln an. Ausdauersport wie Schwimmen oder Velofahren sind wertvoll für Herz und Kreislauf, setzen für gezielten Muskelaufbau aber meist keinen ausreichend starken Kraftreiz.

Gezieltes Krafttraining statt reinem Ausdauersport

«Ein gezielter Muskelaufbau ist ohne Krafttraining nicht möglich», sagt Ghisoni. Da Ausdauersport die Muskeln – besonders im Alter – für einen gezielten Aufbau zu wenig reize. 

Fachpersonen wie Ghisoni empfehlen vor dem Trainingseinstieg einen ärztlichen Check-up. Dieser hilft, gesundheitliche Risiken zu erkennen und die Belastung passend zu wählen – etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Gelenkproblemen.

  • Die WHO empfiehlt kräftigende Übungen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Besser seien drei Einheiten, sagt Sportphysiotherapeutin Ghisoni. «So bringen Sie mehr Spannung und mehr Reiz auf die Muskulatur.»

  • Trainieren Sie nicht nur einzelne Muskeln – sondern die wichtigsten Muskelgruppen des ganzen Körpers: Arme, Beine, Gesäss, Rücken, Bauch und Brust. 

    Geeignet sind je nach Ausgangslage Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, an Geräten, mit Bändern oder freien Gewichten.

  • «Oft sehe ich Senior:innen zum Beispiel mit 20 Kilogramm Gewicht auf der Beinpresse. Dieses Gerät aktiviert die ganze Bein- und Gesässmuskulatur. Man kann also mit bis zum Dreifachen des eigenen Körpergewichts trainieren», so die Expertin.

    Die Faustregel der Expertin lautet deshalb: «Senior:innen sollten so trainieren, dass sie die letzten Wiederholungen gerade noch so schaffen.»

  • Einsteiger:innen müssen nicht sofort ein grosses Programm absolvieren. «Beginnen Sie mit zwei Sätzen pro Übung», sagt Ghisoni.

  • Technik und Sicherheit gehen vor: Deshalb hilft eine qualifizierte Anleitung, die passenden Übungen zu finden und sie kontrolliert auszuführen. 

    Bei bestehenden Erkrankungen, Schmerzen oder ausgeprägter Gebrechlichkeit sollte das Programm individuell mit einer medizinischen oder physiotherapeutischen Fachperson abgestimmt werden.

  • Besonders zur Sturzprävention empfiehlt die WHO älteren Menschen an mindestens drei Tagen pro Woche vielseitige Bewegung, die Kraft und Gleichgewicht verbindet. 

    Integrieren Sie deshalb ein paar spezifische Gleichgewichtsübungen in Ihre Trainingseinheiten.

Richtige Ernährung: Proteine & Vitamin D

Für den Muskelaufbau braucht es nicht nur Training, sondern auch genügend Protein: Es liefert die Bausteine, mit denen der Körper Muskelgewebe aufbaut und repariert.

  • Über 60-Jährige brauchen rund 20 Prozent mehr Protein als jüngere Erwachsene, schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Das heisst: täglich 1 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht. 

    Etwas höher ist der Bedarf jedoch bei Senior:innen, die aktiv sind – und Krafttraining machen. «Hier empfehlen Fachleute zwischen 1,5 und 2,5 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht», sagt Expertin Ghisoni. 

    «Schauen Sie darauf, dass Sie mindestens zu einer Mahlzeit ausreichend hochwertige Proteine essen. Es sollten zwischen 25 und 40 Gramm sein», sagt Ghisoni. Besser sei es, diese Werte mehrmals täglich beim Essen zu sich zu nehmen.

    Ein wesentlicher Grund, warum wir im Alter mehr Proteine benötigen, hat mit der Muskulatur zu tun: «Denn mit zunehmendem Alter reagieren die Muskeln häufig weniger empfindlich auf die Zufuhr von Protein. Dieses Phänomen wird als anabole Resistenz bezeichnet», sagt Ghisoni. 

  • Alltagstauglicher als Ranglisten pro 100 Gramm sind Angaben pro üblicher Portion. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung nennt folgende Durchschnittswerte:

    Lebensmittel (Portionsgrösse)Protein in Gramm
    Fleisch, Geflügel, Fisch
(110g roh / 80–100g gegart) 23
    Texturiertes Soja, Soja- und Lupinenmehl (45 g)22.5
    Seitan (110 g)22.5
    Tofu fest, Tempeh (110 g)17
    Eier, 2 Stück (110 g)14
    Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsen (50 g Trockengewicht / ca. 130 g gekocht)10.5
    Brot (100 g)9
    Hartkäse (30 g)8
    Quinoa, Amaranth (50 g Trockengewicht / ca. 150 g gekocht)7.5
    Sojadrink (200 ml)7
    Haferflocken (50 g)7
    Seidentofu (110 g)6.5
    Milch (200 ml), Joghurt (180 g)6.5
    Teigwaren (50 g Trockengewicht / 110–160 g gekocht)6.5
    Nüsse, Samen und Kerne (25 g)5.5
    Kartoffeln (240 g)5
    Reis, Maisgriess (50 g Trockengewicht / 150–220 g gekocht)4
    Getreide- und Nussdrinks (200 ml)1
    Früchte und Gemüse (120 g)1

    Die Werte schwanken je nach Produkt. Auch Quark und Hüttenkäse sind proteinreich. 

    Wichtig bei pflanzlichen Alternativen: Sojadrinks liefern meist deutlich mehr Protein als Hafer-, Reis- oder Mandeldrinks. 

    Und bei Hülsenfrüchten muss man zwischen Trocken- und Kochgewicht unterscheiden – gekochte Linsen enthalten viel Wasser und deshalb pro 100 Gramm weniger Protein als trockene Linsen. 

  • Vitamin D trägt zu einer normalen Muskel- und Knochenfunktion bei. Ein Mangel kann die Muskeln schwächen. Eine gute Versorgung ist deshalb wichtig. 

    «Jedoch hat das Vitamin D keinen direkten Einfluss auf das Muskelwachstum», sagt Ghisoni. 

    Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen empfiehlt ab 65 Jahren eine Ergänzung, weil die Haut weniger Vitamin D bildet und Lebensmittel allein meist nicht genügend liefern. 

    Die Schweizer Ernährungsempfehlungen nennen täglich 20 Mikrogramm, dies entspricht 800 sogenannter Internationalen Einheiten.

    • Ausreichend essen: «Ich sehe immer wieder, dass Menschen im Alter oft nicht ausreichend essen – und es ihnen für den Muskelaufbau an Energie fehlt», sagt Sportphysiotherapeutin Ghisoni.
    • Pflanzliche Quellen abwechslungsreich kombinieren: Eine vielfältige Auswahl verbessert die Versorgung mit den verschiedenen Eiweissbausteinen.
    • Proteinpulver sind nicht zwingend ein Muss: Sie können praktisch sein, wenn sich der Bedarf mit normalen Mahlzeiten schwer decken lässt. «Trotzdem sollten Sie versuchen, so viel des Proteinbedarfs wie möglich über die Ernährung abzudecken», sagt Ghisoni.

Regeneration und Erholung

Für Muskelaufbau ab 60 zählt nicht nur das Training, sondern auch die Erholung. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Trainieren Sie nicht an Tagen, an denen Sie schon zahlreiche Aktivitäten im Alltag geplant haben. Sondern wählen Sie Tage, an denen Sie nach dem Training zur Ruhe kommen können. 

  • Pausieren Sie 48 Stunden zwischen zwei intensiven Einheiten für dieselbe Muskelgruppe. Verlängern Sie die Ruhephase bei starkem Muskelkater oder deutlich verminderter Kraft – nach ungewohnt belastendem Training kann die Erholung mehrere Tage dauern.

  • Schlaf gehört zu den wichtigsten Faktoren für den Trainingserfolg. Während des Schlafens erholt sich der Körper, repariert Gewebe und erneuert Energiereserven. Wer Muskeln aufbauen will, kommt um eine gute Schlafroutine nicht herum. Studien deuten zudem darauf hin, dass Schlafmangel den Muskelabbau begünstigen kann.

Krafttraining im Alter: Fitness-Studio oder zu Hause?

Das Training zu Hause sei meistens ein guter Einstieg, um im Alter sportlich aktiv zu werden, sagt Ghisoni. Und Sie können das Heimtraining mit wenigen Hilfsmitteln kreativ gestalten.

«Wünschen Sie sich ein paar Kettlebells von den Enkelkindern, steigen Sie Treppen und tragen Sie Flaschen oder etwa einen Sack Katzenstreu, um einfache Muskelübungen intensiver zu gestalten», sagt Ghisoni.

Sowohl beim Training im Gym als auch beim Heimtraining ist eine saubere Ausführung zentral. Wer unsicher ist oder Einschränkungen hat, sollte sich deshalb fachlich anleiten lassen.

    • Die Belastung lässt sich gut steigern. Geräte und unterschiedlich schwere Gewichte erleichtern es, den Widerstand in kleinen Schritten zu erhöhen. Das ist hilfreich, wenn einfache Übungen mit dem Körpergewicht nicht mehr genügend fordern.
    • Fachliche Begleitung ist möglich. Qualifiziertes Personal kann Übungen auswählen, die Technik korrigieren und den Trainingsplan anpassen. Allerdings sollte man vor Vertragsabschluss klären, wie viel individuelle Betreuung tatsächlich enthalten ist.
    • Das Training lässt sich vielseitig gestalten. Verschiedene Geräte ermöglichen, die grossen Muskelgruppen gezielt zu belasten und Übungen an Einschränkungen anzupassen.
    • Wer langfristig gezielt Muskeln aufbauen will, kommt ums Training im Fitnessstudio nicht herum.
    • Es ist leicht in den Alltag einzubauen. Der Anfahrtsweg entfällt, die Zeiten sind flexibel und die Einstiegskosten können gering bleiben.
    • Schon einfache Mittel können wirken – sofern die Übungen passend gewählt und regelmässig angepasst werden.
    • Das Homeworkout kann mit Betreuung kombiniert werden. Ein angeleitetes Heimprogramm mit regelmässigen Kontrollen ist eine andere Ausgangslage als ein Übungsblatt, das jemand allein und unverändert abarbeitet. 

Übungen: Krafttraining für Senior:innen

Besonders geeignet sind alltagsnahe Übungen wie Aufstehen vom Stuhl, Fersenheben und Liegestütze an der Wand. Sie trainieren wichtige Muskelgruppen und lassen sich an die eigene Kraft anpassen.

  • So geht’s:

    1. Stellen Sie einen stabilen Stuhl ohne Rollen gegen eine Wand.

    2. Setzen Sie sich auf die vordere Sitzfläche, positionieren Sie Ihre Füsse hüftbreit und vollständig auf dem Boden.

    3. Neigen Sie nun den Oberkörper etwas nach vorn und stehen Sie aus der Kraft der Beine auf.

    4. Richten Sie sich auf – und führen Sie dann das Gesäss kontrolliert zurück zum Stuhl und setzen Sie sich langsam hin.

    Muskelgruppe: Oberschenkel und Gesäss

    Wiederholungen und Sätze: Starten Sie mit fünf Wiederholungen, später acht bis zwölf Wiederholungen à zwei bis drei Sätze.

    Anpassen: Falls nötig, können Sie sich anfangs mit den Händen abstützen. Lassen Sie die Hände weg, wenn die Übung leichter wird. Später können sie unter Anleitung zusätzliches Gewicht dazunehmen. 

  • So geht’s:

    1. Stellen Sie sich aufrecht hinter eine stabile Stuhllehne oder vor eine Küchenarbeitsplatte und halten Sie sich fest.

    2. Heben Sie beide Fersen langsam an, bis das Gewicht auf den Fussballen liegt.

    3. Dann senken Sie die Fersen kontrolliert wieder ab. Nicht wippen.

    Muskelgruppe: Waden

    Wiederholungen und Sätze: Legen Sie mit fünf Wiederholungen los, später acht bis zwölf Wiederholungen à zwei bis drei Sätze.

    Anpassen: Wenn die Variante mit beiden Beinen leicht wird, lässt sich die Belastung schrittweise stärker auf ein Bein verlagern. Halten Sie sich weiterhin fest– hier soll primär die Wade arbeiten, nicht das Gleichgewicht. 

  • So geht’s:

    1. Stellen Sie sich etwa eine Armlänge entfernt vor eine Wand.

    2. Legen Sie Ihre Hände auf Brusthöhe an die Wand.

    3. Beugen Sie nun die Ellenbogen und bewegen Sie Ihren Körper zur Wand. Rücken und Hüfte bleiben möglichst in einer Linie.

    4. Drücken Sie sich von der Wand weg, ohne ein Hohlkreuz zu machen.

    Muskelgruppe: Brust, Schulter, Arme

    Wiederholungen und Sätze: fünf bis zehn Wiederholungen pro Satz; zunächst ein Satz, später bis zu drei.

    Anpassen: Reduzieren Sie die Distanz zur Wand, wenn Ihnen die Übung zu Beginn schwerfällt. Einen grösseren Abstand macht die Übung anspruchsvoller. Entfernen Sie sich jedoch nur so weit von der Wand, dass Ihre Füsse sicher stehen und die Bewegung kontrolliert bleibt.

  • So geht’s:

    1. Stellen Sie sich aufrecht hinter eine stabile Stuhllehne oder vor eine Arbeitsplatte und halten Sie sich fest.

    2. Heben Sie dann ein Bein langsam seitlich an, ohne den Oberkörper zur Gegenseite zu neigen.

    3. Fuss und Knie sollten möglichst nach vorn zeigen.

    4. Führen Sie das Bein kontrolliert zurück und wechseln Sie anschliessend die Seite.

    Muskelgruppe: seitliche Hüftmuskulatur

    Wiederholungen und Sätze: Machen Sie zunächst fünf Wiederholungen pro Seite, später acht bis zwölf à zwei bis drei Sätze.

    Anpassen: Wenn Sie den Bewegungsablauf sicher beherrschen, können Sie für einen stärkeren Trainingsreiz einen zusätzlichen Widerstand einsetzen – etwa eine leichte Gewichtsmanschette.

  • So geht’s: 

    1. Stellen Sie sich vor eine Arbeitsplatte oder Wand und stützen Sie sich mit den Händen ab.

    2. Heben Sie nun einen Fuss leicht vom Boden. Das Standknie bleibt locker, das Becken möglichst gerade.

    3. Halten Sie fünf bis zehn Sekunden und setzen Sie dann den Fuss ab – und wechseln die Seite.

    Wiederholungen: Machen Sie drei Wiederholungen pro Bein.

    Anpassen: Wenn Sie sich bei der Übung sicher fühlen, können Sie sich weniger stark festhalten und später die Hand nur noch knapp über der Haltemöglichkeit halten. Die Stütze sollte jedoch jederzeit erreichbar sein. 

Welchen Beitrag leistet die Krankenkasse in der Schweiz?

  • Die Grundversicherung beteiligt sich nicht an Fitnessabos – auch dann nicht, wenn Krafttraining gesundheitlich sinnvoll ist oder ärztlich empfohlen wird.

    Ambulante Zusatzversicherungen können dagegen einen Teil der Kosten übernehmen. Klären Sie deshalb vorab, ob und in welcher Höhe sich Ihre Versicherung beteiligt und welche zusätzlichen Bedingungen gelten.

    Bei einer medizinisch begründeten Rehabilitation kann die Grundversicherung eine ärztlich verordnete medizinische Trainingstherapie, kurz MTT, übernehmen. Dabei trainieren Patient:innen unter physiotherapeutischer Aufsicht. In der Regel geht der MTT eine physiotherapeutische Einzelbehandlung voraus; zudem ist sie zeitlich begrenzt.

  • Eine Ernährungsberatung wird von der Grundversicherung übernommen, wenn sie ärztlich verordnet ist, eine anerkannte medizinische Indikation vorliegt und die Beratung durch eine zugelassene Ernährungsfachperson erfolgt.

    Das kann etwa bei Fehl- oder Mangelernährung, bestimmten Stoffwechselkrankheiten, Verdauungs- oder Nierenerkrankungen sowie Adipositas der Fall sein.

    Gerade bei älteren Menschen mit unzureichender Nahrungsaufnahme und Muskelverlust kann eine diagnostizierte Mangelernährung relevant sein. Pro ärztlicher Anordnung werden in der Regel bis zu sechs Sitzungen übernommen; bei weiterem Bedarf ist eine neue Verordnung möglich.

  • Die Grundversicherung bezahlt Arzneimittel grundsätzlich dann, wenn sie:

    • ärztlich verordnet sind,
    • auf der Spezialitätenliste stehen,
    • für die zugelassene Anwendung eingesetzt werden
    • und allfällige zusätzliche Vergütungsbedingungen erfüllen.

    Behandelt ein Medikament eine zugrundeliegende Erkrankung oder einen Mangel, kann eine Kostenübernahme infrage kommen. Ein Mittel wird aber nicht allein deshalb bezahlt, weil es den Muskelaufbau unterstützen soll. 

    Entscheidend sind das konkrete Präparat, die Diagnose und die Bedingungen der Spezialitätenliste. 

  • Proteinshakes, Kreatin und andere gewöhnliche Sport-Supplements sind grundsätzlich selbst zu bezahlen. Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel.

    Beim Vitamin D kommt es auf das Produkt und den Verwendungszweck an: Auch wenn Vitamin D ab 65 empfohlen wird, bedeutet das nicht automatisch, dass jedes Präparat von der Grundversicherung bezahlt wird.

Fazit

Auch in der dritten Lebensphase ist es möglich, Muskeln gezielt aufzubauen. Wählen Sie passende Übungen, planen Sie feste Trainingstermine und steigern Sie die Belastung graduell. Mit ausreichend Erholung und einer proteinreichen Ernährung schaffen Sie gute Voraussetzungen für Fortschritte.

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